Worauf achten Sie besonders, um festzustellen, ob wir in eine schwere Krise stürzen?
Patrick Artus: „Ich achte auf die Ausfallrate bei US-Hypothekenkrediten, Hauspreise, Haushaltsvermögen, die Welt-Geldmenge und Kreditstandards der Banken. Bisher sind die Ausfallraten nur wenige Prozentpunkte höher als normal, dieHaushaltsvermögen und Geldmenge steigen, und die Kreditstandards in den USA und Europa sind locker.“
Willem Buiter: Alarmzeichen „wären: wenn normal verschuldete Unternehmen keinen Kredit mehr bekämen; ein weiterer deutlicher Anstieg der Risikoaufschläge für Unternehmensanleihen; eine Ausweitung der Ankaufs-/Verkaufsspannen in wichtigen Finanzmärkten.“
Jan Hatzius: „Was die Finanzmärkte angeht, so schaue ich genau auf Indikatoren für finanzielle Verwerfungen wie die Aufschläge für Swap-Geschäfte, auf Volatilitätsmaße und die Risikoaufschläge von Geldmarktpapieren. Was das Rezessionsrisiko angeht, so sind es die üblichen Indikatoren.“
Richard Koo: „Zwei Merkmale könnten als Warnung dienen. Das erste ist ein deutlicher Rückzug von Kapital aus Hedge-Fonds. Das zweite ist ein Anstieg der Zahlungsprobleme auch im Prime-Bereich der US-Hypothekenkredite. Letzteres ist sogar ziemlich wahrscheinlich, weil viele Verträge noch in der Phase niedriger Startzinsen stecken.“
Jörg Krämer: „Fed und EZB befragen die Banken, wie sie ihre Kreditvergabestandards ändern. Die Fed wird die Ergebnisse der Juli-Umfrage wohl nächste Woche veröffentlichen. Unschön wäre es, wenn die US-Banken ihre Standards nicht nur für Hypothekarkredite, sondern auch für die bilanziell gut aufgestellten US-Firmen verschärft hätten.“
Dennis Snower: „Die ersten Zeichen wären eine gleichzeitige Stagnation der Hauspreise und des Konsumentenvertrauens, kombiniert mit einem Rückgang der Investitionen und Preisschwankungen an den Aktienmärkten.“
Angel Ubide: „Der Schlüsselindikator ist die Liquiditätslage der Banken. Wenn die Liquidität versiegt oder es bei der Refinanzierung von Kurzfristschulden haken sollte, könnte das zu einer Panik führen.“
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