Tatsächlich scheint zwischen der Qualität des Managements und der Zufriedenheit der Beschäftigten ein Zusammenhang zu bestehen. Die Wissenschaftler Nick Bloom und John van Reenen von der London School of Economics kommen in einer Studie, die jüngst im "Oxford Review of Economic Policy" erschienen ist, zu dem Schluss: Unternehmen, die nach modernen Management-Grundsätzen geleitet werden, performen besser und bieten ihrer Belegschaft gleichzeitig eine bessere "Work-Life-Balance". Schlechte Stimmung in einer Firma könnte also ein Zeichen dafür sein, dass die Führung ihren Job schlecht macht. Und Manager, die es sich nachhaltig mit ihrer Belegschaft verdorben haben, müssen sich auf Schwierigkeiten einstellen. Alexandre Mas von der University of Berkeley hat dies in mehreren Studien nachgewiesen: Langwierige Arbeitskämpfe können zu massiven und dauerhaften Qualitätsproblemen führen - und bringen für das betroffene Unternehmen neben Produktionsausfällen auch erhebliche indirekte Kosten mit sich.
Am Beispiel des amerikanischen Baumaschinen-Herstellers Caterpillar
, der zwischen 1991 und 1998 mit seinen US-Beschäftigten im Clinch lag, zeigt Mas: Während des Arbeitskampfes in den US-Werken produzierte Bulldozer, Bagger und Radlader wurden auf dem Gebrauchtmarkt mit einem deutlichen Preisabschlag gehandelt. Im Vergleich zu den selben Modellen aus ausländischen Caterpillar
-Fabriken waren die Maschinen aus den US-Werken im gleichen Zustand fünf Prozent billiger, lautet das Fazit der Studie, die bald im renommierten "Review of Economic Studies" erscheint.
Ähnliches haben Alexandre Mas und Alan Krueger (Princeton) für den Reifenhersteller Firestone nachgewiesen. In einer Studie, die im "Journal of Political Economy" erschien, zeigen sie: Ein langer Arbeitskampf in einer Firestone-Fabrik war Ende der neunziger Jahre wohl der Hauptgrund für massive Qualitätsprobleme von Firestone. Bei bestimmten Reifen für Geländewagen löste sich das Profil ab - im Sommer 2000 muss Firestone 14,4 Millionen Reifen zurückrufen. Die Qualitätsprobleme kosteten auch Menschenleben - die mangelhaften Reifen führten in den USA zu einer Unfallserie, bei denen 271 Menschen starben.
