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04.05.2008 
Handelsblatt Ranking Volkswirtschaftslehre (VWL)

„Was will man mehr?“

von Olaf Storbeck

Sein Weggang ist ein harter Schlag für die Uni Köln - und kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Der Finanzwissenschaftler Clemens Fuest wechselt im Herbst an die Uni Oxford. Im Handelsblatt-Interview erklärt der Professor, warum.

Ab Herbst in Oxford: Der Kölner Finanzwissenschaftler Clemens Fuest (Foto: Olaf Storbeck)Lupe

Ab Herbst in Oxford: Der Kölner Finanzwissenschaftler Clemens Fuest (Foto: Olaf Storbeck)

Herr Fuest, nach sieben Jahren als VWL-Professor in Köln gehen Sie im Herbst nach Oxford. Warum?

Ich habe mich nicht aktiv darum bemüht, hier wegzukommen. Ich fühle mich sehr wohl hier und wäre gerne geblieben. Oxford hat mich nachdrücklich aufgefordert, mich zu bewerben. Und man hat mir ein Angebot gemacht, das ich nicht ablehnen konnte.

Was macht das Angebot aus Oxford so attraktiv?

Vor allem das Forschungsumfeld. An der dortigen Uni sind vier, fünf hochkarätige Finanzwissenschaftler, mit denen ich in Zukunft quasi Tür an Tür zusammenarbeite. Ein so attraktives und internationales Kollegen-Umfeld gibt es an keiner deutschen Fakultät. Außerdem habe ich dort keine Lehrverpflichtungen und geringere Verwaltungsaufgaben. Ich kann mich stärker auf die Forschung konzentrieren. Was will man als Wissenschaftler noch mehr?


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Vermutlich zahlen die Briten auch besser?

Auf den ersten Blick ja, man verdient dort nominal deutlich mehr als hier. Unter dem Strich aber habe ich trotzdem keinen großen monetären Vorteil. Die Lebenshaltungskosten – vor allem die Immobilienpreise – sind wesentlich höher. Außerdem gebe ich meine deutschen Pensionsansprüche auf. Aber ich will mein Leben nicht nach meinen Pensionsansprüchen ausrichten.

Sie werden dort das Centre for Business Taxation leiten, das zur Said Business School gehört. Schulen Sie um zum Betriebswirt?

Nein, ich bleibe Volkswirt. Dass das Forschungszentrum organisatorisch zur Business School gehört, liegt daran, dass die Anschubfinanzierung aus der Industrie kam. Aber inhaltlich geht es um volkswirtschaftliche Fragen. Sonst wäre das für mich nicht interessant gewesen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Ein fatales Signal für die Kölner Volkswirte?

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