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03.01.2008 
Diskussion über Hochschulrefomen

Zu wenig Geld, zu viel Bürokratie – das Dilemma der Unis

von Olaf Storbeck

Deutsche Auslandsökonomen diskutieren auf ihrem Jahrestreffen in Mannheim mit heimischen Hochschul-Experten über die Wettbewerbsfähigkeit des Universitäten. Konsens ist: Vieles liegt im Argen, allerdings gibt es auch einige Fortschritte.

Podiumsdiskussion in Mannheim. Im Bild (von links): Rosemarie Nagel (UPF), Hans-Wolfgang Arndt (Uni Mannheim), Dirk Krüger (Penn), Michael Schuster (DFG), Eckhard Janeba (Mannheim), Foto: Olaf StorbeckLupe

Podiumsdiskussion in Mannheim. Im Bild (von links): Rosemarie Nagel (UPF), Hans-Wolfgang Arndt (Uni Mannheim), Dirk Krüger (Penn), Michael Schuster (DFG), Eckhard Janeba (Mannheim), Foto: Olaf Storbeck

Deutsche Universitäten haben große Schwierigkeiten, ehrgeizigen Nachwuchsforschern international wettbewerbsfähige Arbeitsbedingungen zu bieten. Viele junge, talentierte Wissenschaftler wandern daher ins Ausland ab und tun sich später sehr schwer mit einer Rückkehr nach Deutschland.

Das ist das Fazit einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion zur Attraktivität der heimischen Hochschulen, die jüngst beim jährlichen Treffen deutscher Wirtschaftswissenschaftler im Ausland in Mannheim stattfand. Hauptübel sei die zu geringe Finanzausstattung der Unis, ihre ineffiziente Organisation, das starre Hochschulrecht sowie unsichere Karriereperspektiven für junge Wissenschaftler, waren sich Experten aus dem In- und Ausland einig.


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Gerade in der Wirtschaftswissenschaft haben es deutsche Hochschulen zunehmend schwerer, die besten Nachwuchswissenschaftler an sich zu binden. Von den 100 forschungsstärksten deutschen Ökonomen unter 45 Jahren arbeitet jeder zweite nicht in der Bundesrepublik, zeigte das im April 2007 veröffentlichte Handelsblatt-Ranking zu den Auslandsökonomen.

Nicht der Wechsel ins Ausland ist ein Problem - sondern die Tatsache, dass nur Wenige später wieder zurückkommen. „Viele Deutsche, die in anderen Ländern tätig sind, würden prinzipiell gerne zurückkehren“, berichtete Eckhard Janeba, Professor für Volkswirtschaftslehre in Mannheim. „Aber die konkreten Arbeitsbedingungen für Forscher an deutschen Unis schrecken viele Rückkehrwillige ab.“

Vor allem jüngeren Forscher, die gerade ihre Promotion hinter sich haben, kann das deutsche Uni-System wenig bieten: Habilitationsstellen sind nicht sonderlich attraktiv bezahlt und vor allem zeitlich befristet – das Hausberufungsverbot macht es den deutschen Unis unmöglich, guten Nachwuchsforschern dauerhafte Perspektiven geben. „Dass war für mich eines der Hauptargumente, nach der Promotion nicht in Deutschland zu bleiben“, berichtete Rosemarie Nagel, Ökonomin an der Universität Pompeu Fabra in Barcelona.

In den USA, aber auch in Ländern wie Großbritannien und Spanien gibt es dagegen das so genannte „tenure track“-Verfahren: Promovierte Nachwuchsforscher bekommen zwar ebenfalls eine befristete Stelle – aber wer sich bewährt, kann nach sechs Jahren aber an der gleichen Universität eine Stelle auf Lebenszeit („tenure“) bekommen.

„Ohne ,tenure track’ sind deutsche Universitäten für junge Wissenschaftler nicht wirklich attraktiv“, sagte der Makroökonom Dirk Krüger, der Anfang 2007 von Frankfurt an die University of Pennsylvania wechselte. Zudem seien die deutschen Professorengehälter häufig nicht wettbewerbsfähig. „An einer amerikanischen Top-Universität verdienen 40-Jährige schnell 250 000 US-Dollar pro Jahr“, berichtete Krüger. In Mannheim dagegen beträgt das Durchschnittsgehalt eines Professors 81000 Euro.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wie die DFG die Lage sieht

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