9 Bewertungen ****
25.07.2008 
Obama-Rede vor der Siegessäule

„Amerika schafft es nicht alleine“

von Andreas Rinke

Angesichts der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts hat der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama eine engere Zusammenarbeit zwischen den USA und Europa gefordert. Nur gemeinsam könne die Terrorgefahr bekämpft und könnten die eigenen Werte in der Welt durchgesetzt werden, sagte Obama vor mehr als 200 000 Menschen in Berlin. Dafür müssten beide Opfer bringen, mahnte er.

Obama wirbt in Berlin für einen transatlantischen Neuanfang. Foto: dpaLupe

Obama wirbt in Berlin für einen transatlantischen Neuanfang. Foto: dpa

HB BERLIN. Weder die USA noch Europa könnten sich deshalb leisten, sich zurückzuziehen. „Es ist Zeit, neue Brücken zu bauen.“ Als gemeinsame Ziele nannte Obama neben der Terrorbekämpfung unter anderem die atomare Abrüstung und den Kampf gegen den Klimawandel.

In der sowohl von deutschen als auch amerikanischen Fernsehsendern live übertragenen Rede bekannte sich Obama ausdrücklich zu einer engeren weltweiten Zusammenarbeit. „Amerika kann es nicht alleine schaffen. Und es hat keinen besseren Partner als Europa.“ Allerdings setze dies auch voraus, dass sich die Europäer stärker in der Welt engagierten. Eine engere transatlantische Zusammenarbeit war auch in seinen Gesprächen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) Thema gewesen.

„Obamania“ in Berlin in Bildern

Obama hatte Berlin als Ort seiner einzigen öffentlichen Rede auf seiner ersten Auslandsreise als US-Präsidentschaftskandidat gewählt. Mehrfach betonte er die Symbolkraft der Stadt für das Streben nach Freiheit und Frieden und erinnerte an die Berliner Luftbrücke vor 60 Jahren.

Der ungewöhnliche öffentliche Auftritt eines US-Wahlkämpfers im Ausland hatte in den USA für eine Debatte gesorgt. Obama betonte zwar, dass er „nicht als Präsidentschaftskandidat, sondern als Bürger der USA und Bürger der Welt“ spreche. Klares Ziel seiner Reise ist es aber, im US-Wahlkampf außenpolitisches Profil zu gewinnen. Auf diesem Feld gilt sein republikanischer Konkurrent John McCain als wesentlich erfahrener. Dieser kritisierte Obamas Auftritt. Auch er wolle gerne in Berlin reden. „Aber ich ziehe es vor, das als Präsident der Vereinigten Staaten und nicht als Präsidentschaftskandidat zu tun.“

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

Amerikas neuer Kurs

Obamas Angriff auf die Lehrerlobby  Artikel in Merkliste

Der designierte US-Bildungsminister Arne Duncan hat 2001 erfolgreich einen Reformprozess an den Schulen Chicagos eingeleitet. Foto: ap

Barack Obama und sein künftiger Bildungsminister Arne Duncan teilen nicht nur die Leidenschaft für Basketball - sie sind beide auch überzeugt davon, das Bildung das Kernstück jeder langfristigen Politik ist. Der letzte Teil der Handelsblatt-Serie „Amerikas neuer Kurs“ erklärt, wie der studierte Soziologe Duncan, der selbst nie Lehrer war, die US-Schulen auf Vordermann bringen will. Artikel


Obama stellt Finanzaufsicht auf den Kopf  Artikel in Merkliste

Barack Obama will den Finanzsektor regulieren - mit drastischen Maßnahmen. Foto: AP

Amerikanische Banken, die Unterstützung vom Staat wollen, müssen in Zukunft mit strengen Regeln rechnen. Und das ist nicht alles. Der neue US-Präsident hat versprochen, hart durchzugreifen – und er will Wort halten. Mit welchen Schritten Barack Obama den Finanzsektor reguliert. Artikel


Wird Amerika zur grünen Nation?  Artikel in Merkliste

Energieparks wie dieser in Kalifornien sollen bis 2025 rund ein Viertel des US-Energieverbrauchs decken. Foto: Reuters

Spritfresser, Klimaanlagen, Kühlschränke so groß wie Kleiderschränke. In Energiefragen waren die Amerikaner lange alles andere als vorbildlich. Der neue Präsident Barack Obama will das ändern und einen neuen Kurs in der Energiepolitik einschlagen. In Zeiten der Rezession plant er die grüne Revolution. Artikel


Obamas Welt ist ein Puzzle für Giganten  Artikel in Merkliste

Barack Obama: Iran als "größte Herausforderung". Foto: dpa

Der künftige US-Präsident geht die Krisen in aller Welt systematisch an - und setzt auf Realpolitiker, viele davon mit Erfahrung aus der Clinton-Zeit. Für viele eher linke Demokraten hat Obama ein sehr konservatives Team um sich geschart. Artikel


Obamas großes Experiment  Artikel in Merkliste

Vieles wird davon abhängen, ob Barack Obama die neue Wirtschaftspolitik kommunizieren kann. Foto: Reuters

Wie lässt sich die Talfahrt der US-Wirtschaft stoppen? Eine Antwort auf diese Frage zu finden, wird die Hauptaufgabe des neuen Präsidenten Barack Obama sein, der am 20. Januar die Nachfolge von George W. Bush antritt. Wie sich der neue Präsident mit innovativer Wirtschaftspolitik gegen die Krise stemmen will. Artikel


Rückblick auf die US-Wahl 2008

Die Börsenbilanz der US-Präsidenten 

Eine Infografik zur Entwicklung des S&P 500 Index

Auf Barack Obama lastet ein enormer Erwartungsdruck. Auch die Anleger an den Aktienmärkten bauen nach dem katastrophalen Börsenjahr 2008 auf schnelle Impulse durch den neuen US-Präsidenten. Am Ergebnis seines Vorgängers sollte sich Obama aber nicht orientieren: In acht Jahren unter George W. Bush hat der S&P 500 Index rund 35 Prozent an Wert verloren. Aber wie sieht eigentlich die Bilanz der vorherigen Präsidenten aus? Ein Überblick. Infografik


Finanzkrise setzt Obama unter Druck  Artikel in Merkliste

Alle warten gespannt auf Obamas Antworten auf die Finanzkrise. Foto: ap

Die EU-Staats- und Regierungschefs beraten an diesem Freitag in Brüssel über die Finanzkrise. Auf dem Treffen soll der Weltfinanzgipfel in der kommenden Woche vorbereitet werden. Das setzt auch Barack Obama unter gewaltigen Zeitdruck. Seine Pläne für eine Regulierung der Märkte sind noch vage. Doch die Vorstöße der Europäer dürften ihm zu weit gehen. Artikel


Obama – ein Erster unter vielen 

Auf dem Weg zu seiner Siegesrede: Der neue US-Präsident Barack Obama. Foto: Reuters

Barack Obama wird als erster schwarzer Präsident in das Weiße Haus einziehen. Doch Obama ist beileibe nicht der Erste, der als Erster ein fulminantes erstes Mal feiert. Wer die Vorreiter sind. Bildergalerie


Fromme Wünsche: Die Welt gratuliert Obama 

Soll vor allem die transatlantischen Beziehungen wiederbeleben: Barack Obama nach seinem Wahlsieg. Foto: Reuters

Politiker aus aller Welt haben dem designierten US-Präsidenten Barack Obama kurz nach dessen Wahlsieg zum Teil überschwänglich gratuliert – und ihm auch gleich ein paar Forderungen mit auf den Weg gegeben. Bildergalerie


Das „System Obama“: Cool und authentisch  Artikel in Merkliste

Auftritt vor hundertausenden Anhängern: Barack Obama hält seine Siegesrede. Foto: Reuters

Barack Obama hat mit einem fast perfekten Wahlkampf das Rennen gegen Hillary Clinton und John McCain entschieden – und erlaubt Einblicke, wie er Amerika führen wird. Artikel


Ein Land im Taumel: So sehen Sieger aus 

Die Fans von barack Obama haben grund zum Jubeln. Foto: Reuters

Der 44. Präsident der USA heißt Barack Obama. Wildfremde Menschen fielen sich deswegen auf Plätzen und Straßen in die Arme, andere begannen zu tanzen, wieder andere schwenkten die amerikanische Flagge – viele weinten vor Freude und Rührung. Auch der schwarze Bürgerrechtler Jesse Jackson konnte inmitten der feiernden Anhängerschar Obamas im Grant Park in Chicago die Tränen nicht zurückhalten. Bildergalerie