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06.06.2008  | Aktualisiert 24.06.2008, 16:34 Uhr 
Kandidat der Demokraten

Barack Obama: der neue Star

Barack Obama (46) ist nach John F. Kennedy der jüngste Anwärter aufs Weiße Haus. Noch vor kurzem galt der politische Newcomer vielen als Modeerscheinung. Die "Obamania", die Begeisterung vor allem unter jungen Amerikanern für ihn, war jedoch von Dauer. Von Obama erhofft sich die Nation Weihe, Waschung und Wunder.

Barack Obama Foto: ArchivLupe

Barack Obama Foto: Archiv

Der schwarze Senator aus Illinois fasziniert Millionen mit seiner Lebensgeschichte, seinem Charisma und seiner brillanten Rhetorik. Seine zündende "Zukunftsrede" auf dem demokratischen Nominierungsparteitag 2004 machte den Namen Obama mit einem Schlag landesweit bekannt. Seitdem verkörpert der Sohn einer weißen Mutter aus dem US-Bundesstaat Kansas und eines kenianischen Gaststudenten für viele den amerikanischen Traum - von einer grenzenlosen Gesellschaft, in der jeder Präsident werden kann, ganz gleich welcher Hautfarbe, Herkunft oder welchen Geschlechts.

Am 4. August 1961 auf Hawaii geboren, wuchs er umsorgt von seiner allein erziehenden Mutter und seinen weißen Großeltern auf. Dass der Harvard-Jurist das Rassenthema in seinem Land niemals mit Bitterkeit behandelt, führen Beobachter auch auf diesen Hintergrund zurück. Obama musste niemals die Erfahrungen schwarzer Slums machen.

Seit seinem ersten, überraschenden Sieg bei den Vorwahlen in Iowa vor fünf Monaten wurde er zunehmend zu einem Hoffnungsträger für die des Establishments müde gewordene demokratische Basis, insbesondere für die Jüngeren. Auf Kundgebungen wie ein Popstar umjubelt, verspricht der erst fünfte Schwarze im US-Senat den ersehnten "Wechsel" in der Politik. Dabei setzt er betont auf Fairness und will dem politischen Gegner die Hand entgegenstrecken.

Der Mann, der lange Zeit in Chicago als Sozialarbeiter an der Basis gearbeitet hat, hat gezeigt, dass er parteiübergreifende Mehrheiten hinter sich bringen kann - ob für Bildungskredite für arme Studenten oder im Kampf gegen Aids. Er sieht sich als Versöhner der durch die Bush-Jahre gespaltenen Nation. Den Irak-Krieg hat er von Anfang an abgelehnt. Kritiker bemängeln, dass er zu wenig politische Erfahrung hat - vor allem in der Außenpolitik.

Zu seinen Vorstellungen vom Präsidentenamt sagte Obama einmal: "Dies ist ein Amt, um das man sich nicht einfach aus Ehrgeiz bewirbt. Man muss tief im Innern spüren, dass man eine Vision hat, für die sich der Einsatz lohnt."


Homepage » www.barackobama.com
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