2 Bewertungen ***
29.06.2008 
US-Wahlkampf

Barack Obama kommt nach Deutschland

Barack Obama kommt im Sommer nach Deutschland. Mit der Auslandsreise so kurz vor der Wahl will der designierte demokratische Präsidentschaftskandidat offenbar sein außenpolitisches Profil schärfen. Trotzdem halten Beobachter diesen Schritt für ungewöhnlich.

Barack Obama: "Frankreich, Großbritannien und Deutschland sind Schlüsselpartner im atlantischen Bündnis." Foto: apLupe

Barack Obama: "Frankreich, Großbritannien und Deutschland sind Schlüsselpartner im atlantischen Bündnis." Foto: ap

HB WASHINGTON. Barack Obama will noch vor seiner Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten Ende August nach Deutschland kommen. Die Organisatoren der Wahlkampagne des Senators aus Illinois erklärten, der Politiker wolle auf dieser Reise auch Großbritannien, Frankreich, Jordanien und Israel besuchen.

"Diese Reise wird für mich eine wichtige Gelegenheit, die Position von Ländern kennenzulernen, die Amerikas nationale Sicherheit kritisch sehen, und mit einigen unserer engsten Freunde und Verbündeten über die anstehenden Herausforderungen zu sprechen", hieß es in einer Erklärung Obamas. Frankreich, Großbritannien und Deutschland seien Schlüsselpartner im atlantischen Bündnis.

Es ist ungewöhnlich, dass ein US-Präsidentschaftskandidat so kurz vor dem Wahltermin noch ins Ausland reist. Obama hatte bereits im vergangenen Jahr einen Besuch in Europa erwogen, wegen des harten innerparteilichen Kampfes mit Hillary Clinton um die Präsidentschaftskandidatur aber letztlich darauf verzichtet. Beobachter gehen davon aus, dass Obama damit sein außenpolitisches Profil schärfen will. Denn in diesem Bereich trauen viele Amerikaner seinem republikanischen Konkurrenten John McCain mehr zu.

Obama und Clinton in trauter Einigkeit

Nach dem erbitterten Vorwahlkampf traten Obama und Clinton am Freitagabend erstmals gemeinsam bei einer Veranstaltung auf - und zwar in der Ortschaft mit dem symbolträchtigen Namen Unity (Einheit). Clinton zeigte sich in ihrer Rede überzeugt, dass Obama die Wahl im Herbst gewinnt und "den Amtseid als unser nächster Präsident ablegt".

Obama betonte, die Demokraten bräuchten sowohl Hillary Clinton als auch ihren Mann, Expräsident Bill Clinton. "Die Amerikaner brauchen ihren Einsatz, ihre Vision und ihre Weisheit in den kommenden Monaten und Jahren", sagte der Senator aus Illinois. Auch wenn Clinton und er ihren innerparteilichen Wahlkampf "mit unterschiedlichen Zielen" begonnen hätten, "haben wir gemeinsam Geschichte gemacht".

Clinton hatte Obama im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten vor drei Wochen den Vorzug lassen müssen. Beide Politiker fanden nach monatelangem Streit im Interesse der Parteiräson zusammen und führen jetzt gemeinsam Wahlkampf gegen den Republikaner McCain. Der jüngsten Umfrage des Gallup-Instituts zufolge lagen die beiden Kandidaten in der Gunst der registrierten Wähler mit 44 Prozent etwa gleichauf.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Kandidat der Demokraten

Barack Obama: der neue Star  Artikel in Merkliste

06.06.2008Barack Obama Foto: Archiv

Barack Obama (46) ist nach John F. Kennedy der jüngste Anwärter aufs Weiße Haus. Noch vor kurzem galt der politische Newcomer vielen als Modeerscheinung. Die „Obamania“, die Begeisterung vor allem unter jungen Amerikanern für ihn, war jedoch von Dauer. Von Obama erhofft sich die Nation Weihe, Waschung und Wunder. Artikel


Kandidat der Republikaner

John McCain: der Veteran  Artikel in Merkliste

06.06.2008John McCain Foto: Reuters

Abgehärtet durch seine Lebenserfahrung präsentiert sich McCain als einer, der sich in seinem Urteilsvermögen nicht beirren lässt. Sein Trumpf im Duell mit Obama ist die große Erfahrung in der Außen- und Sicherheitspolitik. Doch nicht allen Republikanern ist er der liebste Kandidat. Artikel


Anzeige

weiterBildergalerien

 

zurück vor
  • Carly Fiorina: In Silicon...

    Carly Fiorina: In Silicon Valley gefallen, in Washington aufgewacht

    Carly Fiorina war die erste Frau an der Spitze eines Weltkonzerns, jetzt ist sie im Wahlkampfteam von John McCain. Dem attestierte sie bereits, nicht in der Lage zu sein, ein großes Unternehmen zu leiten. Das brachte ihr zwar massiv Kritik ein, aber die Ex-Chefin von H...Bildergalerie 

  • Obama sucht den Vize

    Obama sucht den Vize

    In einem harten Vorwahlkampf hat sich Barack Obama durchgesetzt. Noch in dieser Woche will er nun entscheiden, wer im Falle eines Wahlsiegs als Vizepräsident mit ihm ins Weiße Haus einziehen soll. Die Liste der möglichen Mitstreiter ist lang.Bildergalerie 

  • Was Hillary von Verlierer...

    Was Hillary von Verlierern lernen kann

    Hillary Clinton hat den Vorwahlkampf der Demokraten verloren und sich voll hinter Barack Obama gestellt. Aber eine Wahlkampfniederlage muss nicht gleich das politische Ende bedeuten. So mancher gescheiterter Kandidat überraschte mit einem Comeback. Bildergalerie 

  • Barack Obama – Kindheit u...

    Barack Obama – Kindheit und Karriere

    Barack Obama ist für viele Amerikaner ein Hoffnungsträger, der nach den Bush-Jahren neuen Schwung nach Washington bringen könnte. Der Harvard-Absolvent, der einen ungewöhnlichen Lebensweg hinter sich hat, wäre der erste schwarze US-Präsident. Bildergalerie