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22.05.2008 
Präsidentschaftskandidaten

Obama fehlen nur noch 64 Stimmen

Nach einem Sieg bei der Vorwahl im US-Staat Oregon sieht Barack Obama die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Demokraten zum Greifen nahe. Seine Rivalin Hillary Clinton konnte allerdings im Staat Kentucky klar gewinnen – und will weiter im Rennen bleiben.

Obama ist bei den Delegiertenstimmen  führend. Foto: ReutersLupe

Obama ist bei den Delegiertenstimmen führend. Foto: Reuters

HB TAMPA. Obama ist bei den Delegiertenstimmen weiterhin führend: Ihm fehlen nun nur noch 64 Stimmen, um sich die Kandidatur zu sichern. Clinton kann ihn in den verbleibenden Vorwahlen nicht mehr einholen.

Damit könnten sie nur noch die sogenannten Superdelegierten an die Spitze zurückbringen, dies gilt jedoch als unwahrscheinlich.

Clinton betonte, sie werde bis zum Schluss am 3. Juni oder nötigenfalls sogar bis zum Parteitag im August im Rennen bleiben und wolle, dass jede Stimme gezählt werde. Beide Bewerber lobten sich aber gegenseitig und riefen die Demokraten zur Einigkeit auf.

Dies wurde als Zeichen gewertet, dass der innerparteiliche Wettstreit bald beendet werden könnte. Clinton betonte außerdem, beide Kandidaten kämpften hart, würden aber im Herbst geeint gegen die Republikaner zusammenstehen.

Nach einer aktuellen Zählung kommt Obama nach den Wahlen in Oregon und Kentucky auf 1962 Delegiertenstimmen, 2026 sind für die Nominierung nötig. Clinton kommt auf 1779.

Im liberalen Westküstenstaat Oregon gewann Obama mit 59 Prozent. Für Clinton stimmten 41 Prozent. In Kentucky gewann die New Yorker Senatorin 65 Prozent der Stimmen, Obama nur 30.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Obama scheint nichts mehr aufzuhalten

Fast neun von zehn Stimmen wurden in dem ländlich geprägten Staat von weißen Wählern abgegeben. Clinton besiegte den schwarzen Politiker Obama in allen Alters-, Einkommens- und Bildungsklassen.

Doch Obama scheint nichts mehr aufzuhalten. In Iowa, wo seine Kandidatur im Januar mit einem Überraschungssieg Schwung aufgenommen hatte, sagte er: „Ich will Ihnen danken für alles, was Sie getan haben, um uns soweit zu bringen – weiter als es irgendjemand vorausgesehen hat, erwartete oder gar für möglich hielt.“ Bei einem Sieg bei der Präsidentenwahl am 4. November würde Obama der erste schwarze US-Präsident.

In seinen Auftritten konzentriert sich Obama inzwischen mehr und mehr auf den designierten republikanischen Kandidaten John McCain. Bei einer Veranstaltung in Florida warf er McCain vor, von seinen eigenen Prinzipien abgerückt zu sein.

Früher habe dieser sich gegen die Mitarbeit von Lobbyisten im Wahlkampf ausgesprochen, inzwischen lasse McCain aber „einige der größten Lobbyisten in Washington“ für sich arbeiten. Sowohl Obama als auch Clinton bereisten am Mittwoch den in der Vergangenheit wahlentscheidenden Staat Florida.

Nach eigenen Angaben hat Obama bislang 46,5 Millionen Dollar (29,7 Millionen Euro) für den Hauptwahlkampf gesammelt. McCain will sich bis zur Präsidentenwahl am 4. November auf Bundesmittel von rund 85 Millionen Dollar (54 Millionen Euro) verlassen – damit darf er allerdings keine Spenden für den Hauptwahlkampf annehmen.

In der Demokratischen Partei wird unterdessen bereits diskutiert, einen führenden Wahlkampfhelfer Obamas, Paul Tewes, mit der Leitung der Kampagne im Herbst zu beauftragen.

Drei kleinere Vorwahlen stehen indes noch aus. Am 1. Juni wird in Puerto Rico abgestimmt, zwei Tage später in den Staaten South Dakota und Montana. Endgültig wird der demokratische Kandidat bei einem Parteitag im August bestimmt.

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