In ihren Rede am Wahlabend gaben sich beide Demokraten gewohnt kämpferisch - sie richteten ihre Angriffe aber demonstrativ auf John McCain, den Gegner bei den Republikanern. Obama lobte Clinton für ihren Kampfgeist und für ihre Errungenschaft in "ihren 35 Jahren im Dienst der öffentlichen Sache", vor allem für die Recht der Frauen. Davon würden alle Amerikanerinnen profitieren, "Eure Töchter genauso wie meine".
Clinton betonte, dass sie und Obama eng zusammenarbeiten werden, um die Partei nach den Vorwahlen zu einen und den demokratischen Kandidaten - Clinton wörtlich: "wie immer sie heißen wird" - gemeinsam ins Weiße Haus zu bringen. Ganz offensichtlich haben die beiden Bewerber nach den zum Teil sehr bitteren Anwürfe der letzten Wochen einen Waffenstillstand getroffen, um die Wahlchancen gegen die Republikaner nicht zu beschädigen.
Allerdings wird es Obama nicht einfach haben, im Fall seiner Nominierung Clintons Stammwähler hinter sich zu bringen. Exit Polls zeigen, dass die Wählerschaft nach wie vor haarscharf in zwei Teile zerfällt: während Clinton in Kentucky bis zu 80 Prozent der weißen Arbeiterklasse gewann zieht Obama die überdurchschnittlich gebildeten und verdienenden Wähler auf seine Seite. Und die Mehrheit der Clinton-Wähler in Kentucky gab an, eher gar nicht zu wählen oder für John McCain zu stimmen, als für Obama.

