2 Bewertungen ***
16.07.2008 
Neue Umfrage

Obama überwindet Kluft zwischen Schwarz und Weiß nicht

US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama ist es noch nicht gelungen, schwarze und weiße Amerikaner hinter sich zu bringen. Laut einer neuen Umfrage schneidet Obama immer noch deutlich besser bei den schwarzen als bei den weißen US-Bürgern ab.

HB WASHINGTON. US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama ist es einer Umfrage zufolge bisher nicht gelungen, den Graben zwischen schwarzen und weißen Amerikanern zu schließen.

Der afroamerikanische Senator aus Illinois erhält demnach von 83 Prozent der Schwarzen Zuspruch, kommt aber nur bei 31 Prozent der Weißen gut an, wie die am Dienstag veröffentlichte Erhebung von CBS und der „New York Times“ ergab. 59 Prozent der Schwarzen schätzen demnach den Stand der Rassenbeziehungen in den USA als allgemein schlecht ein. Von den Weißen sah dies nur etwa ein Drittel ähnlich.

39 Prozent der Schwarzen sagten dagegen, es habe keine wirklichen Fortschritte im Kampf gegen Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe gegeben. Dem stimmten wiederum nur 17 Prozent der Weißen zu. Von ihnen gaben 27 Prozent an, es werde zu viel Aufhebens um Probleme der Schwarzen gemacht. Dagegen werden nach Einschätzung der Hälfte der Schwarzen die Hürden, denen sie sich ausgesetzt sähen, nicht genug thematisiert.

Nur in einem Punkt waren sich weiße und schwarze Amerikaner weitgehend einig: Die USA sind bereit, einen schwarzen Präsident zu wählen. Das gaben 65 Prozent der schwarzen und 70 Prozent der weißen Befragten an.

Nichtsdestotrotz dürfte die Gesamtumfrage für Ernüchterung im Obama-Lager sorgen. Im Vorwahlkampf hatte der 46-Jährige immer wieder betont, dass es ihm darum gehe, die wegen einer Vielzahl von Streitpunkten tiefgespaltene Nation zu einen.

Im direkten Vergleich mit seinem Kontrahenten John McCain verbuchte er gleichwohl einen Erfolg: Laut einer neuen Erhebung von ABC News und der "Washington Post" schnitt er landesweit in der Gunst eingetragener Wähler mit 50 Prozent acht Punkte besser ab als sein Rivale. Zudem trauten deutlich mehr Wähler Obama zu, die angeschlagene Wirtschaft in den Griff zu bekommen. Die schwache Konjunktur ist mittlerweile das Wahlkampfthema Nummer eins in den USA und McCain ist - den "New York Times" zufolge - in der Einschätzung vieler Wähler zu sehr an Präsident George W. Bush und seine umstrittene Wirtschafts- und Irakpolitik gebunden. Abgestimmt wird Anfang November. George Bush darf nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Kandidat der Demokraten

Barack Obama: der neue Star  Artikel in Merkliste

06.06.2008Barack Obama Foto: Archiv

Barack Obama (46) ist nach John F. Kennedy der jüngste Anwärter aufs Weiße Haus. Noch vor kurzem galt der politische Newcomer vielen als Modeerscheinung. Die „Obamania“, die Begeisterung vor allem unter jungen Amerikanern für ihn, war jedoch von Dauer. Von Obama erhofft sich die Nation Weihe, Waschung und Wunder. Artikel


Kandidat der Republikaner

John McCain: der Veteran  Artikel in Merkliste

06.06.2008John McCain Foto: Reuters

Abgehärtet durch seine Lebenserfahrung präsentiert sich McCain als einer, der sich in seinem Urteilsvermögen nicht beirren lässt. Sein Trumpf im Duell mit Obama ist die große Erfahrung in der Außen- und Sicherheitspolitik. Doch nicht allen Republikanern ist er der liebste Kandidat. Artikel


Anzeige

weiterBildergalerien

 

zurück vor
  • McCain begeistert die Rep...

    McCain begeistert die Republikaner

    Hurrikan Gustav und eine Schwangerschaft wirbelten den Parteitag der Republikaner durcheinander. Doch Vizekandidatin Palin begeisterte trotz des Familien-Skandals. Das Parteitreffen rundete dann John McCain mit einer umjubelten Rede ab.Bildergalerie 

  • Krönung und Konfetti

    Krönung und Konfetti

    Der Parteitag der Demokraten ist im vollen Gang. Die Show in Denver soll Begeisterung und Siegesgewissheit vermitteln. Es geht darum, die Herzen der Amerikaner zu gewinnen. Bildergalerie 

  • „And the winner is ...“

    „And the winner is ...“

    Verlässlich ist in Washington vor allem eines: dass nichts lange geheim bleibt. Umso überraschender ist, dass bis jetzt nicht bekannt ist, wen Präsidentschaftskandidat Barack Obama im Falle eines Wahlsieges zu seinem Vize machen will. Am heutigen Mittwoch will der Demo...Bildergalerie 

  • Obama auf Schloss Neuschw...

    Obama auf Schloss Neuschwanstein

    Die Republik steht Kopf, seit US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama angekündigt hat, einen Fuß auf deutschen Boden zu setzen. Doch prompt hat sich sein außenpolitisch unerfahrenes Team mit den Plänen für einen öffentlichen Auftritt am Brandenburger Tor in die Nessel...Bildergalerie