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01.07.2008 
US-Wahl

Obama und Bill Clinton versöhnen sich telefonisch

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama und Ex-Präsident Bill Clinton haben am Montag direkt miteinander gesprochen – zum ersten Mal seit der Senator Anfang Juni den Vorwahlkampf gegen die frühere First Lady Hillary Clinton für sich entschieden hatte.

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama übt den Schulterschluss mit Bill Clinton. Foto: apLupe

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama übt den Schulterschluss mit Bill Clinton. Foto: ap

HB WASHINGTON. Die beiden Politiker hätten ein „fantastisches“ Telefongespräch geführt, erklärte Obamas Sprecher Bill Burton. Obama habe Bill Clinton „schon immer für eine der größten Führungspersönlichkeiten der Nation und für einen der brillantesten Köpfe gehalten, und er freut sich darauf, ihn im Wahlkampf zu sehen und in den kommenden Monaten seinen Rat zu erhalten“, hieß es.

Clinton seinerseits habe das Telefonat als „großartig“ empfunden und stehe bereit, Obama im Wahlkampf zu helfen, schilderte Terry McAuliffe, Hillary Clintons ehemaliger Wahlkampfmanager. US-Medien hatten vor kurzem von einem kühlen Verhältnis zwischen Obama und Bill Clinton berichtet. Der Ex-Präsident sicherte dann dem Vorwahlsieger zwar seine Unterstützung zu, aber nicht persönlich, sondern über einen Sprecher.

Neben dem Schulterschluss mit Clinton bemüht sich Obama derzeit, Gerüchte über seine Religionszugehörigkeit und Vorwürfe über seinen fehlenden Patriotismus auszuräumen. In einer Rede in Independence im Bundesstaat Missouri vor dem amerikanischen Nationalfeiertag stellte er erneut klar, dass er kein Muslim, sondern Christ ist, und sprach von einer gegen ihn gerichteten Angstkampagne.

Er habe in den 16 Monaten seines Wahlkampfes wiederholt erfahren müssen, dass sein Patriotismus infrage gestellt werde, sagte Obama am Montag unter anderem mit Blick auf Gerüchte, nach denen er sich weigere, einen Treueschwur auf die Flagge zu leisten.

Diese Zweifel seien zum Teil auf eigene „Unbekümmertheit“ zurückzuführen, räumte der Senator ein, aber häufiger auf das Bestreben mancher, politisch zu punkten und Angst über seine Person und politischen Standpunkte zu wecken.

„Ich werde niemals in diesem Wahlkampf den Patriotismus anderer infrage stellen, und ich werde nicht untätig zusehen, wenn andere meinen anzweifeln“, sagte Obama. Im vergangenen Monat hatte sein Wahlkampflager eigens eine Webseite eingerichtet, um hauptsächlich im Internet verbreiteten Gerüchten zu begegnen.

Jüngste Umfragen haben ergeben, dass etwa zehn Prozent der Amerikaner glauben, dass Obama ein Muslim ist.

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