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13.05.2008 
US-Wahl

US-Demokraten: Hillary, hör bitte nicht auf

Im US-Bundesstaat West Virginia sind die Präsidentschaftsvorwahlen der Demokraten in eine der letzten Runden gegangen – mit der früheren First Lady Hillary Clinton als klarer Favoritin. Trotzdem verschlechtern sich insgesamt aber ihre Chancen. Dass sie aufgibt, wünscht sich die Mehrheit der US-Demokraten dennoch nicht.

Auf Wahlkampftour in West Virginia: Hillary Clinton. Lupe

Auf Wahlkampftour in West Virginia: Hillary Clinton.

HB WASHINGTON. Ungeachtet von Forderungen aus der Partei ist die Mehrheit der US-Demokraten dagegen, dass Hillary Clinton aus dem Rennen um das Präsidentenamt aussteigt.

Einer Umfrage für den Fernsehsender ABC und die „Washington Post“ zufolge sehen zwei Drittel der befragten Parteimitglieder keine Notwendigkeit, dass die im Rennen mit ihren Senatskollegen Barack Obama zurückliegende frühere First Lady aufgeben sollte.

Selbst 42 Prozent der Anhänger Obamas sind der Ansicht, dass Clinton bis zum Ende des Vorwahlkampfes am 3. Juni weitermachen sollte. 85 Prozent der Demokraten waren zudem der Ansicht, dass die Partei trotz der heftigen Auseinandersetzungen zwischen Clinton und Obama die Reihen schließen wird, sobald ein Kandidat gefunden ist.

Beide Bewerber trafen am Dienstag bei den Vorwahlen in West Virginia aufeinander. Manche Umfragen für den Bundesstaat sahen die Senatorin aus New York mehr als 30 Prozentpunkte vor ihrem Konkurrenten Obama.

Clintons Chancen auf die Nominierung als Präsidentschaftskandidatin verschlechtern sich dennoch zusehends: Obama liegt nun auch bei der Zahl der Superdelegierten in Führung, nachdem seine Rivalin zum Auftakt der Kandidatenkür im Januar noch einen Vorsprung von 100 hatte.

Nach West Virginia stehen nur noch fünf weitere Vorwahlen an, die nächsten am kommenden Dienstag in den Staaten Kentucky und Oregon. Umfragen deuten darauf hin, dass Obama drei der verbliebenen fünf Abstimmungen für sich entscheiden wird.

In West Virginia geht es um 28 Delegierte, in Kentucky um 51 und in Oregon um 52.

Barack Obama richtet derweil der „Washington Post“ zufolge verstärkt sein Augenmerk auf ein Duell mit dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain. „Sein Wahlkampf stellt nun darauf ab, McCain direkter zu attackieren, um sein Profil für eine breitere Wählerschaft zu schärfen – bevor McCain das tut“, schrieb die Zeitung am Dienstag.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wahlkampfschulden und Verluste bei den Superdelegierten

Hillary Clinton gab hingegen trotz 20 Millionen Dollar (etwa 13 Millionen Euro) Wahlkampfschulden und wachsenden Rückstandes bei den Delegiertenstimmen keinen Hinweis darauf, dass sie zu einem Ausstieg aus der der monatelangen Kandidatenkür vor dem Ende der Vorwahlen am 3. Juni bereit wäre.

Nach einer Zählung des Fernsehsenders CNN vom Dienstag kam Obama bei den an die Vorwahlergebnisse gebundenen Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag Ende August auf 1592, seine Rivalin auf 1424.

Der schwarze Senator hatte überdies demnach 277 Superdelegierte auf seiner Seite, die sich frei zwischen den Kandidaten entscheiden können, Clinton 273.

Für eine Nominierung ist eine Mehrheit von 2025 Delegiertenstimmen nötig, die auch Barack Obama nur mit Hilfe eines weiteren Zulaufs von Superdelegierten erreichen kann. Rund 200 von ihnen haben sich noch nicht öffentlich festgelegt.

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