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16.05.2008 

Dass die Prognosen für die „Grand Old Party“ so düster sind, hat nicht nur mit dem Trend zu tun, der nach bald acht Jahren der Präsidentschaft von George W. Bush eindeutig gegen die Konservativen läuft. Zugleich müssen sich die Republikaner in wesentlich mehr offenen Rennen um Mandate bemühen, als dies bei den Demokraten der Fall ist. Üblicherweise haben Amtsinhaber in den USAleichtes Spiel, wenn sie ihr Mandat verteidigen. Doch in beiden Häusern verabschieden sich in diesem Jahr zahlreiche republikanische Mandatsträger in den Ruhestand, oder sie scheiden aus anderen Gründen aus dem Geschäft.

Der Amtsbonus geht damit automatisch verloren. Gleichzeitig steht die republikanische Parteiführung mit nur schlecht gefüllten Kassen da. Für die Wahlkämpfe bei den drei Nachwahlen haben die Republikaner rund drei Millionen Dollar beigesteuert – und damit bereits 42 Prozent der Bestände ausgegeben, die Ende März offiziell deklariert worden waren. Außerdem hat der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain bereits seinen Anspruch auf den Großteil der Finanzmittel der Partei für seinen eigenen Wahlkampf reklamiert.

Damit fehlen den Republikanern die Mittel, um in den heftig umkämpften Wahlkreisen ihre Kandidaten zusätzlich zu unterstützen. Die Bewerber werden auf sich allein – sprich: auf ihre Erfolge beim Fundraising – gestellt sein. Doch genau da setzt die Abwärtsspirale beim Spendensammeln ein: Wer auf scheinbar verlorenem Posten antritt, für den öffnen sich die Geldbeutel der Spender nur zögerlich – wenn überhaupt.

Offener als zuvor diskutiert wurde auf dem Republikaner-Kongress, wie man mit dem Erbe der Bush-Ära umgehen sollte. Der Abgeordnete Tom Davis aus Virginia stellte in einem Memorandum die Frage, inwieweit die Niederlagen mit der Unbeliebtheit des gegenwärtigen Präsidenten zu tun haben. Kaum verhüllt schlug Davis seiner Partei vor, sich von Bush zu entkoppeln, um die Verluste in Grenzen zu halten. „Die aktuelle politische Atmosphäre war seit Watergate nicht mehr so schlecht“, orakelte der Kongressabgeordnete.

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