BWL-Ranking

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BWL-Ranking 2012: BWL-Ranking 2012: Methodik und Zeitschriftenliste

Im September 2012 ist es soweit: Das Handelsblatt veröffentlicht dann die lange mit Spannung erwartete Neuauflage des Forschungsrankings BWL. Dafür wurde im Vorfeld die Journalliste auf den neuesten Stand gebracht. Hier erklären wir alle Hintergründe zur Methodik der Journalliste.

von Jörg Schläpfer und Olaf Storbeck

Das Handelsblatt bewertet die Forschungsleistung der Betriebswirte im deutschsprachigen Raum. Das Handelsblatt-BWL-Ranking 2012 wird wiederum aufgrund der Publikationsdaten im bibliometrischen Webportal Forschungsmonitoring erstellt.

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Mit Unterstützung der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft konnte ein signifikanter Anteil der Publikationen bereits eingetragen werden. Forscher können unter www.forschungsmonitoring.org („Mein Bereich > Login mit der Emailadresse) die dort eingetragen Publikationen einsehen und ergänzen.

Neuerdings gibt es auch einen Login in englischer Sprache. Diejenigen Zeitschriften, welche für das Handelsblatt-BWL Ranking relevant sind, sind im Portal Forschungsmonitoring mit einem * gekennzeichnet. Auch Aufsätze, die definitiv zur Veröffentlichung akzeptiert worden sind, können auch im Portal eingetragen werden.

Das Ranking wird im September 2012 veröffentlicht werden. Das Einzelranking weist die 250 Betriebswirte mit dem forschungsstärksten Lebenswerk, die 100 produktivsten Betriebswirte der letzten 5 Jahre und die 100 forschungsstärksten Betriebswirte unter 40-Jahre aus. Im Universitätsranking werden die Forschungsleistung der Betriebswirte über die letzten 10 Jahre addiert und die besten 25 Universitäten ausgewiesen. Relevant sind die im Webportal eingetragenen Publikationen per 22. Juli 2012 und die Fakultätszugehörigkeit per 1.März 2012.

Umgang mit Koautoren

Analog zu den beiden Handelsblatt-VWL-Rankings 2010 und 2011 wird nun auch beim Handelsblatt-BWL-Ranking das Gewicht der Zeitschrift durch die Anzahl Autoren dividiert (p/n mit p= Punktzahl der Zeitschrift und n = Gesamtzahl der Autoren). Beim ersten Handelsblatt-BWL-Ranking hatten Forscher, die einen Aufsatz mit Koautoren geschrieben haben, dafür einen kleinen Punkte-Bonus bekommen. Damals wurde das Gewicht der Zeitschrift noch mit dem Schlüssel 2p / (n+1) aufgeteilt. Die alte Regelung setzte nach Ansicht von Kritikern übermäßige Anreize für Koautorenschaften. Das Ranking hat nicht die Absicht Koautorenschaften zu fördern. Wissenschaftler sollten sich für eine Gemeinschaftsproduktion entscheiden, wenn sie zu Synergien oder besseren Forschungsergebnissen führt. Das dürfte sich auch in der Qualität der Publikation – und damit einem höheren Zeitschriftengewicht – niederschlagen.

Die Textlänge spielt bei der Punktevergabe keine Rolle, die Art des Artikels dagegen schon: Für Kommentare gibt es die halbe Punktzahl, Autoren von Buchrezensionen gehen leer aus.

Das Handelsblatt-BWL-Ranking 2012 und die dazugehörige Zeitschriftenliste werden an der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich nach Massgabe des Handelsblattes erstellt. Ansprechpartner sind Olaf Storbeck (o.storbeck@vhb.de) und Jörg Schläpfer (handelsblattranking@kof.ethz.ch).

Handelsblatt Zeitschriftenliste BWL 2012
Methodisch orientiert sich die Zeitschriftenliste für das Handelsblatt-BWL-Ranking 2012 an derjenigen vom letzten Handelsblatt-BWL-Ranking, allerdings werden die neusten verfügbaren Daten verwendet.

Zunächst wurde eine Liste mit betriebswirtschaftlichen Zeitschriften erstellt, die auf drei etablierten Journalrankings basiert. Die dahinter stehende Grundidee ist, dass das Auftauchen in einer Liste als Qualitätsmerkmal für die jeweilige Zeitschrift gewertet wird. Analog wird eine höhere Klassifizierung mit einer höheren Qualität assoziiert.

Herangezogen wurden folgende Journalrankings:

- die 2011er-Version der Zeitschriftenliste des Erasmus Research Institut of Management (EJL), in der internationale BWL-Zeitschriften in vier Qualitätsklassen einteilt werden.

- Die aktuelle Version des Zeitschriftenrankings des Verbandes der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft („VHB-JOURQUAL 2.1, JQ2.1). Betrachtet werden dabei nur die fünf obersten Qualitätsstufen (A+, A, B, C und D).

- Die betriebswirtschaftliche Literatur aus dem Social Science Citation Index (SSCI) sowie dem Science Citation Index (SCI). Bei den Impactfaktoren wurde der Fünfjahresdurchschnitt verwendet, falls dieser ausgewiesen ist. Ist dies nicht der Fall, so wurde der Impactfaktor aus dem Jahr 2010 verwendet, welcher sich auf Publikationen der Jahre 2009 und 2010 abstützt. (Hinweis: Aus rechtlichen Gründen können wir leider die Impact-Faktoren nicht veröffentlichen.)

Diese drei Journalrankings wurden zu einer einheitlichen Liste zusammengeführt. Um die drei Listen zu aggregieren, wurden für jede Klassifikation in den drei Journalrankings Punkte vergeben. Eine Platzierung in der höchsten Qualitätsklasse (SSCI-Impactfaktor >3, JQ2: A+, EJL: STAR) war dabei fünf Punkte wert, eine in der zweithöchsten (SSCI, JQ2: A / EJL: P ) vier Punkte usw. Danach wurden die Punktwerte aus den einzelnen Listen zeitschriftenweise addiert und dann anhand Ihrer Gesamtpunktzahl mit einem HB-Gewicht von 1 bis 0,1 versehen.

PunkteJourqual 2.1EJL 2011SSCI Impact Faktor
5A+STAR>=3
4AP, M-Star>=2
3BS, PA>= 1,5
2C>=0,7
1D>= 0,01
0ES(3=1)

Beispiele: Das „Academy of Management Journal“, das sowohl bei EJL, JQ2.1 und SSCI jeweils in der obersten Kathegorie ist, bekommt zum Beispiel dreimal fünf Punkte, insgesamt also 15. In der Handelsblatt Journalliste BWL erhält die Zeitschrift daher das maximal mögliche Gewicht von 1.

Aus der Summe der drei Punktzahlen ergibt sich das Gewicht für das Handelsblatt-BWL-Ranking 2012. Sowohl die Punktegrenze als auch die Konvexität ist die gleiche wie für das Handelsblatt-BWL-Ranking 2009. Eine Zeitschrift, die beim letzten BWL Ranking relevant war, erhält auch dann bei der Zeitschriftenliste 2012 ein Gewicht von 0.1, wenn sie nicht 2 Punkte sammelt.

HB-GewichtPunktgrenze
115
0,712
0,59
0,47
0,35
0,23
0,12

In einem zweiten Schritt - und ebenfalls analog zum BWL-Ranking 2009 - wurde die HB-Journalliste BWL um die Zeitschriften des VWL-Rankings des Handelsblatts ergänzt. Dies geschieht aus Konsistenzgründen und um Wissenschaftler, die an der Schnittstelle zwischen BWL und VWL arbeiten, nicht zu benachteiligen. Ist eine Zeitschrift in beiden Listen mit unterschiedlichen Gewichten vertreten, zählt für die BWL-Liste der jeweils höhere Wert. Übernommen wird jeweils nicht das numerische Gewicht aus der VWL sondern die Einstufung der Zeitschrift. Zeitschriften, die neu in die Handelsblatt Zeitschriftenliste VWL 2011 aufgenommen worden sind, werden auch in die Handelsblatt Zeitschriftenliste BWL 2012 aufgenommen, wenn sie in der VWL ein Gewicht von mindestens 0.1 haben oder mindestens 2 Punkte sammeln aus Jourqual, Erasmus und den SSCI Impactfaktoren.

Von den 950 Zeitschriften in der BWL-Journalliste 2012 waren schon 760 beim letzten Handelsblatt-BWL-Ranking relevant. Hinzugekommen sind 99 Zeitschriften, die seit der Version 2.1 auch in Jourqual erfasst sind, 15 Zeitschriften, aus dem Update der Erasmusliste und 76 Zeitschriften aus dem Update der Zeitschriften des Handelsblatt-VWL-Rankings 2011. Die 948 Zeitschriften teilen sich den Gewichtskategorien anteilsmässig gemäss nebenstehender Tabelle auf. Gegenüber der Zeitschriftenliste vor drei Jahren wurden 150 Zeitschriften tiefer eingestuft. Neben den 188 neuen Zeitschriften wurden weitere 190 Zeitschriften höher eingestuft. Fünf Zeitschriften wurden in die oberste Kategorie aufgenommen, eine Zeitschrift fiel aus der obersten Kategorie aufgrund eines tieferen Impactfaktors.

Gewicht im BWL RankingAnzahl Zeitschriften
119
0,765
0,5119
0,4126
0,3163
0,2214
0,1244

  • 17.09.2012, 16:34 Uhranon84

    Welcher Impact Factor liegt dem Ranking eigentlich zugrunde? Der um Selbstzitationen bereinigte oder nicht bereinigte Faktor?

  • 01.09.2012, 12:36 UhrSappsallap

    Wann im September wird das Ranking denn erscheinen?

  • 20.08.2012, 21:27 UhrMela

    Dem BWL-Ranking sehe ich mit Interesse entgegen. Vielen Dank für Ihr Engagement!
    In diesem Zusammenhang zwei Fragen:

    1) Wann wird das nächste VWL-Ranking erscheinen?

    2) Es gibt in der VWL-Community die sehr weit verbreitete Auffassung, dass in die Journal-Kategorie A+ nur die so genannten "Top-5 Journals" gehören (AER, Econometrica, JPE, QJE, REStud).

    Die aktuelle Kategorie A+ macht leider wirklich keinen Sinn, da sie die "Top-5 Journals" mit einigen Field-Journals (Finance, Monetary Economics) und fachfremden Journals (die nur Experimentatoren offen stehen und in denen VWL nur einen winzigen Bruchteil der Publikationen ausmacht) vermischt.

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