Wichtige Interpretationshinweise
Das Handelsblatt-Ranking hat den Anspruch, die Forschungsleistung der Betriebswirte abzubilden. Dennoch ist es möglich, dass die Rangliste nicht jedem Einzelfall genau gerecht wird. Kleine Differenzen bei den Punktzahlen und Rangplätzen dürfen daher nicht überinterpretiert werden.
Es gibt verschiedene Verfahren, um individuelle Forschungsleistungen vergleichbar zu machen, jedes hat Stärken und Schwächen. So lassen sich bei Auswahl und Gewichtung der Zeitschriften mit guten Argumenten unterschiedliche Entscheidungen rechtfertigen. In Einzelfällen haben diese deutliche Folgen für das Abschneiden eines Forschers. Auch die Verfahren, wie die Punkte bei mehreren Autoren gewichtet werden, beeinflussen das relative Abschneiden, ebenso die Frage, ob man das Lebenswerk, die aktuelle Forschungsleistung oder die Produktivität pro Jahr betrachtet.
Rankings wie die des Handelsblatts können daher bei Personalentscheidungen nicht die detaillierte Analyse der individuellen Forschungsleistung der Bewerber ersetzen.
Hinweise zur Datenerhebung
Die für das Ranking erfassten Einzelforscher könne die für ihre Person erhobenen Daten über Portal Forschungsmonitoring einsehen und korrigeren. Korrekturen an den Publikationsdaten durch die Forscher konnten bis zum 24. April vorgenommen werden . Das Thurgauer Wirtschaftsinstitut (TWI) an der Universität Konstanz, das das Betriebswirte-Ranking im Auftrag des Handelsblatts erstellt, hat Anfang April 2009 alle erfassten Forscher und Fachbereiche per E-Mail angeschrieben. Wichtige Vorabinformationen werden auch über den kostenlosen Ökonomie-Newsletter des Handelsblatts verbreitet.
Stand der institutionellen Zuordnung der Personen zu den Fachbereichen ist der Beginn des Sommersemesters sein. Im Fachbereichsranking werden alle erfassten ForscherInnen berücksichtigt. Das gilt auch für Personen, die am Individualranking nicht teilnehmen wollen. Auch Promotionsstudenten mit relevanten Publikationen werden in das Fachbereichsranking aufgenommen, sofern sie sich bis zum 24. April im Forschungsmonitoring-Portal eingetragen haben.
Die Methodik des Rankings
Das Handelsblatt-Betriebswirte-Ranking orientiert sich an international gängigen Standards zur Evaluierung wirtschaftswissenschaftlicher Forschung und ist ähnlich aufgebaut wie das seit 2006 jährlich publizierte Handelsblatt-Volkswirte-Ranking. Betrachtet werden Publikationen in wirtschaftswissenschaftlichen 761 Fachzeitschriften, die auf Basis der Urteile von unabhängigen Fachgutachtern entscheiden, ob sie einen Aufsatz abdrucken.
Die unterschiedliche wissenschaftliche Qualität der Zeitschriften wird im Ranking berücksichtigt. Die Zeitschriften wurden mit abgestuften Punktwerten versehen, die widerspiegeln, wie stark sie in der Fachwelt beachtet werden und wie schwer es ist, einen Aufsatz darin unterzubringen. So bekommt ein Forscher für einen Aufsatz in „Management Science“ 1,0 Punkte, für einen im „Business Strategy Review“ dagegen nur 0,2 Punkte.
Bei mehreren Autoren werden die Punkte nach dem Schlüssel 2p/(n+1) unter den Autoren aufgeteilt. Seitenzahlen werden im Ranking nicht berücksichtig. Stattdessen wird die Publikationsart berücksichtigt. So werden beispielsweise Kommentare nur halb und Editorials, Korrekturen sowie Buchrezensionen gar nicht gezählt.
Hinweise zur Handelsblatt-Journalliste BWL
Die Ende Feburar 2009 erstmals veröffentlichte HB-Zeitschriftenliste BWL, die für das Ranking maßgeblich ist, ersetzt die im Herbst 2008 auf dem Portal "Forschungsmonitoring" veröffentlichte ursprüngliche Liste. Die Zeitschriftenliste wurde in einem mehrstufigen Verfahren erstellt und basiert auf zwei Teillisten. Seit Ende Februar 2009 wurden zweimal technische Fehler in der Zeitschriftenliste korrigiert, daher hat sich die Gesamtzahl der berücksichtigten Zeitschriften und in einigen wenigen Einzelfällen die Gewichtung einer Zeitschrift marginal geändert. Ber bei einigen Forschern entstandene Eindruck, die Journalliste würde "laufend" verändert, ist falsch. Methodische Änderungen an der Liste hat es seit Februar 2009 nicht mehr gegeben.
Zunächst wurde eine Liste mit betriebswirtschaftlichen Zeitschriften erstellt, die auf drei etablierten Journalrankings basiert. Die dahinter stehende Grundidee ist, dass das Auftauchen in einer Liste als Qualitätsmerkmal für die jeweilige Zeitschrift gewertet wird. Analog wird eine höhere Klassifizierung mit einer höheren Qualität assoziiert.
Herangezogen wurden folgende Journalrankings:
ÜBERSICHT: KLASSIFIZIERUNG DER SSCU/SCI-JOURNALS
| Impact-Faktor | Qualitätsklasse |
| >= 3 | A+ |
| >= 2 | A |
| >= 1,5 | B |
| >= 0,7 | C |
| >= 0* | D |
* Gilt auch für SSCI/SCI-Zeitschriften, für die noch kein Impactfaktor vorliegt.
Diese drei Journalrankings wurden zu einer einheitlichen Liste zusammengeführt. Um die drei Listen zu aggregieren, wurden für jede Klassifikation in den drei Journalrankings Punkte vergeben. Eine Platzierung in der höchsten Qualitätsklasse (SSCI, JQ2: A+, EJL: STAR) war dabei fünf Punkte wert, eine in der zweithöchsten (SSCI, JQ2: A / EJL: P ) vier Punkte usw. Danach wurden die Punktwerte aus den einzelnen Listen zeitschriftenweise addiert und dann anhand Ihrer Gesamtpunktzahl mit einem HB-Gewicht von 1 bis 0,1 versehen.
Beispiele: Das „Academy of Management Journal“, das sowohl bei EJL, JQ2 und SSCI jeweils in der obersten Kathegorie ist, bekommt zum Beispiel dreimal fünf Punkte, insgesamt also 15. In der Handelsblatt Journalliste BWL erhält die Zeitschrift daher das maximal mögliche Gewicht von 1. Das "Journal of Management Studies" bekommt 12 Punkte: 5 Punkte aus EJL, 4 Punkte aus SSCI und 3 aus JQ2), es erhält daher in der Handelsblatt Journalliste BWL ein Gewicht von 0,7.
ÜBERSICHT: HB-BWL-GEWICHTE UND PUNKTGRENZEN
| HB-Gewicht | Punktgrenze |
| 1 | 15 |
| 0,7 | 12 |
| 0,5 | 9 |
| 0,4 | 7 |
| 0,3 | 5 |
| 0,2 | 3 |
| 0,1 | 2 |
In einem zweiten Schritt wurde die HB-Journalliste BWL um die Zeitschriften des VWL-Rankings des Handelsblatts ergänzt. Dies geschieht aus Konsistenzgründen und um Wissenschaftler, die an der Schnittstelle zwischen BWL und VWL arbeiten, nicht zu benachteiligen. Ist eine Zeitschrift in beiden Listen mit unterschiedlichen Gewichten vertreten, zählt für die BWL-Liste der jeweils höhere Wert. (Da das BWL-Ranking weitaus mehr Zeitschriften berücksichtigt, als das VWL-Ranking, wurden die VWL-Gewichte 0,1-0,4 um jeweils 0,1 Punkte erhöht.)
HB-JOURNALISTE BWL - ÜBERSICHT
| Gewicht | Anzahl Journals | relativer Anteil |
| 1 | 15 | 2,0% |
| 0,7 | 47 | 6,2% |
| 0,5 | 101 | 13,3% |
| 0,4 | 130 | 17,1% |
| 0,3 | 165 | 21,7% |
| 0,2 | 144 | 18,9% |
| 0,1 | 159 | 20,9% |
In der zur Zeit (26.02.2011) veröffentlichten Journalliste scheint sich ein Rundungsfehler eingeschlichen zu haben. Die HB Punkte ( in der Regel von .1, .2 bis .7 und 1.0) sind auf 1 auf- oder auf 0 abgerundet worden. Bitte um Korrektur.
Die bWL Zeitschriftenliste beinhaltet den Eintrag "Springer Lecture Notes in informatics (LNi)". Die LNi-Reihe wird entsprechend der offiziellen Webseite (http://www.gi-ev.de/service/publikationen/gi-edition-lecture-notes-in-informatics-lni-2005/mehr-zur-schriftenreihe.html) nicht von Springer, sondern von der Gesellschaft für informatik im Köllen Verlag, bonn, herausgegeben. Springer gibt die ähnlich klingende Reihe "Lecture Notes in Computer Science (LNCS)" heraus. Welche Reihe geht nun tatsächlich in das Ranking ein?
Warum wird in ihrem Ranking die Anzahl der Zitationen der Publikationen eines Autors überhaupt nicht berücksichtigt???
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