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Bankrottes Spanien: Wie ein Pleitestaat trotzdem Kredite bekommt

Kann ein Land trotz Staatsbankrott weiterhin Kredit bekommen? Der spanische König Philipp II. hat es im 16. Jahrhundert vorgemacht. Der Monarch ging viermal pleite und erhielt trotzdem immer wieder Geld. Ob das Vorgehen des spanischen Königs nachahmenswert und damit eine Blaupause für Griechenland ist.

Philipp II. war ein besonderer Schuldner: Er ging viermal pleite und bekam dennoch immer wieder Geld. Quelle: dpa
Philipp II. war ein besonderer Schuldner: Er ging viermal pleite und bekam dennoch immer wieder Geld. Quelle: dpa

DÜSSELDORF.Hätte Philipp II. mehr auf seinen Vater gehört, sähe die Finanzwelt heute vielleicht ganz anders aus. Als Karl V. abdankte, riet er seinem Sohn: "Bezahle immer deine Schulden." Doch Philipp II. dachte nicht daran. Während seiner fast 42-jährigen Regentschaft häufte der König von Spanien immer mehr Schulden an und legte wegen seines permanenten Kriegswillens viermal eine Staatspleite hin.

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Die Wirtschaftshistoriker Mauricio Drelichman und Hans-Joachim Voth fördern in einer Studie, für die sie neue Daten aus dem Königlich Spanischen Generalarchiv auswerteten, Erstaunliches zutage. Bislang gingen Historiker davon aus, dass die Gläubiger, die Philipp II. seine Kriege finanzierten, nicht rational gehandelt haben. In ihrer Studie mit dem Tite l"Lending to the Borrower from Hell" Drelichman und Voth analysierten 438 Kreditverträge Philipps II. und stellten fest: Es waren immer wieder dieselben Familien aus Genua, die dem Herrscher Geld geliehen hatten. Zwei Drittel aller kurzfristigen Anleihen kamen aus diesem Netzwerk.

Anreize wie heute

"Das Thema Staatsverschuldung interessiert die Wirtschaftshistoriker schon länger", erklärt Voth. Denn mit gutem Datenmaterial lassen sich nicht nur Schlüsse aus der Vergangenheit, sondern auch Vergleiche mit heutigen Situationen ziehen. "Die Anreize für staatliche Schuldner waren vor 500 Jahren nicht viel anders als heute."

Philipp II. aber war zur damaligen Zeit ein besonderer Schuldner. Er managte recht professionell aus der Einöde El Escorial die Finanzen seines Reiches. Dass er gleich viermal pleiteging und dennoch immer wieder Geld bekam, macht ihn so interessant: "Frühere Monarchen haben überall Geld geliehen, Philipp II. aber häufte Auslandsschulden so an, wie es heutige Staaten tun." Rund 60 Prozent des Nationalprodukts kamen so zusammen.

Drelichman und Voth schauten sich die Geldgeber Philipps II. genauer an: Es waren vor allem Genoveser Familien, die alle miteinander verbandelt waren. Sie handelten stets gemeinsam und übten so eine enorme Marktmacht aus. Konnte der König mal wieder nicht zahlen, drehten sie ihm in Gegenzug den Kredithahn zu - aber nur zeitweise, bis Spanien wieder flüssig war. Dank ihrer Größe und engen Zusammenarbeit hatten sie nicht nur Philipp II. in der Hand. Sie konnten auch konkurrierende Kreditgeber davon abhalten, das Kreditmoratorium zu brechen.

  • 13.04.2010, 02:37 UhrAnonymer Benutzer: Peter Scholz

    Davon mal abgesehen, daß im Reich Phillip ii. nie die Sonne unterging, Geld war damals pures Gold, Silber und fürs Volk Kupfer. Dieses Geld konnte gehortet werden ohne schlecht zu werden. Heute ist Geld brennbares Material, was sich ohne Verlust nicht horten läßt. Geld muß arbeiten und ist i.d.R. geliehen bevor es weiter verliehen wird. Und auf jeder Station kostet Geld nochmals Geld. Da läßt sich nur bei ganz sicheren Kunden etwas strecken.
    in bezug auf Griechenland heißt das, in dem "Reich" geht morgens die Sonne auf und abends wieder unter und da ist nirgends eine Kolonie, die man ausplündern kann. Die Griechen können sich nur selbst ausplündern. Und wenn das nicht geht, aus welchen Gründen auch immer, haben sie den Kredit verspielt. Nee, diese Masche ist nicht übertragbar.
    Aber etwas anderes: Nach der Revolution 1848 lag die Wirtschaft bei uns danieder. Und da begann man Wohnungen zu bauen, die bei einem Finanzierungszins von 4% nach 30 Jahren Mietzeit in das Eigentum der Mieter übergingen. Das war eine unproblematische Art der Altersvorsorge. Allemal besser als Riestern. Eingeschlafen ist dieses Modell durch steigende Zinsen und die Angst, den Arbeitsplatz verlieren zu können.
    Das sieht heute etwas anders aus. Die Wohnung verliert man nicht so schnell und dem Vermieter wird zugemutet, dem Mieter Kredit zu gewähren, denn Wohngeld gibt es nicht in jedem Fall. Mietwohnungen zu bauen ist uninteressant geworden. Wenn sich aber der Staat über die Folgen des demographischen Wandels klar wird, dann ist das ein Modell für Familien mit mindestens zwei Kindern und er kann vorübergehende Zahlungsunfähigkeiten überbrücken. Und wenn die Wohnung nach 30 Jahren Eigentum ist, dann ist sie auch zugleich ein Stück Rente.
    Wie man darüber hinaus einen Lebensraum effizient gestaltet und den Unternehmungen ein gemachtes Nest anbietet, das kann schon auf der Titelseite meiner HP gelesen werden: http://www.bps-niedenstein.de/

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