
FrankfurtDie Bankaufseher der USA lassen die Europäer im Regen stehen. Sie wollen die unter ihrer maßgeblichen Beteiligung ausgehandelten neuen Eigenkapitalregeln für Banken, genannt Basel III, auf unbestimmte Zeit nicht umsetzen. Europa dagegen will ab Januar damit anfangen. Das könnte dazu führen, dass amerikanische Banken bezogen auf den geringeren Kapitaleinsatz höhere Renditen erwirtschaften und hiesigen Banken davonziehen. Europa ist erbost.
Dabei ist wissenschaftlich durchaus umstritten, ob der Ertrag des neuen Regelwerks in Form der erhofften größeren Krisensicherheit die Kosten übersteigt. Es könnte sein, dass die pragmatischen Amerikaner gar nicht so sehr auf den Wettbewerbsvorteil abzielen, sondern rechtzeitig die Reißleine ziehen, während die prinzipientreuen Europäer unbeirrt weitermachen.
Alan Greenspan, der frühere US-Notenbankchef, drückte es so aus, dass solche Reformen zu "übermäßigen Kapitalpuffern zum Schaden unseres Lebensstandards führen könnten". Gemeint ist damit, dass Banken die Finanzierung von Unternehmensinvestitionen einschränken könnten, um auf diese Weise das Verhältnis von Kreditsumme und Eigenkapital zu verbessern. Das würde langfristig den Lebensstandard senken. In einigen Ländern des Euro-Raums mit eigenkapitalschwachen Banken herrscht bereits eine schwere Kreditklemme.
Die Basel III genannten Eigenkapitalregeln sind ein wesentliches Element der Reformen, die die wichtigsten Wirtschaftsmächte (G20) als Konsequenz aus der Finanzkrise eingeleitet haben. Der Begriff Basel III bezeichnet das Reformpaket des Basler Ausschusses der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ).
Die Bankenaufseher hatten die neuen globalen Kapital- und Liquiditätsvorschriften bereits im September 2010 vereinbart – jetzt geht es um die Umsetzung. Die Banken müssen die Regeln schrittweise von 2013 bis 2019 einhalten.
Die zentrale Vorgabe lautet, dass Banken weltweit künftig mehr eigenes Kapital von besserer Qualität vorhalten müssen, um Risiken aus Kreditgeschäften absichern zu können. So soll vermieden werden, dass wieder die Steuerzahler mit Milliarden-Rettungshilfen einspringen müssen, wenn eine Bank in Schieflage gerät.
Es gibt unterschiedliche Eigenkapitalformen. Zur Absicherung der Risiken ist aber vor allem das Kernkapital wichtig. Es gibt „hartes“ und „weiches“ Kernkapital, wobei in Turbulenzen und für die Stabilität das „harte“ Kernkapital entscheidend ist. Dieses besteht unter anderem aus eigenen Aktien der Bank und einbehaltenen Gewinnen – ist demnach Eigenkapital von höchster Qualität.
Die sogenannte Kernkapitalquote weist aus, wie viele mit Risiko behaftete Positionen - vor allem Kredite - durch eigenes Kernkapital abgedeckt sind, wie groß also letztlich der eigentliche Puffer ist.
Die „harte“ Kernkapitalquote soll von jetzt zwei auf sieben Prozent steigen. Zusätzlich sollen künftig strengere Regeln gelten, was zum Kernkapital gezählt wird. Hinzu kommen weitere Puffer, um etwa das Auf und Ab von Konjunkturphasen zu dämpfen. Unterm Strich addieren sich die Eigenkapitalanforderungen auf 10,5 Prozent. Nationale Aufschläge sollen möglich sein.
Der französische Ökonom Bernard Vallageas weist in seinem Beitrag für eine Onlinekonferenz der World Economics Association zur Reform des Finanzsektors darauf hin, dass es kaum Finanzkrisen gab, bevor 1988 mit Basel I Regeln zur Eigenkapitalunterlegung eingeführt wurden. In den 25 Jahren danach folgten viele und zunehmend schwere Finanzkrisen. Nicht an zu geringem Eigenkapital, sondern an der Finanzmarktliberalisierung liegt es, lautet die Schlussfolgerung.
Vallageas führt die fehlende Wirksamkeit der Kapitalstandards darauf zurück, dass die herrschende Lehre unter Wissenschaftlern und Praktikern Banken irrtümlich als reine Finanzvermittler betrachtet, die Spargelder ihrer volkswirtschaftlich sinnvollsten Verwendung zuführen. Eine Bank unterscheidet sich aber dadurch wesentlich von einem einfachen Finanzvermittler, dass sie exklusiven Zugang zur Zentralbank hat und mit deren Hilfe das Bankengeld schaffen kann. Eine Bank muss nicht ihr eigenes Geld verleihen oder warten, bis ein Guthaben eines Kunden zu ihr kommt. Nein: Sie schafft im Prozess der Kreditvergabe ein Guthaben, das sie dem Kreditnehmer auf einem Girokonto einräumt.
Eine Bank kann zwar auch Eigenkapital zur Kreditvergabe einsetzen, aber das tut sie allenfalls in vernachlässigbarem Umfang. "Eigenkapital und Kreditvergabe haben ökonomisch nichts miteinander zu tun", stellt Vallageas fest. Dennoch beruht die Philosophie von Basel darauf, sie in Beziehung zu setzen und zu versuchen, auf diesem Weg das Bankgeschäft sicherer zu machen. "Basel kann die Banken nicht sicherer machen, weil die Banken das Geld selbst produzieren können, das ihnen als Eigenkapital dient", meint auch Richard Werner, Professor für Bankwesen an der Universität Southampton.

Es ist überwiegend nicht Unfähigkeit. Es ist Vorsatz. Das sind Kriminelle.

Mit Basel III passiert etwas ganz entscheidendes im ungedeckten Kreditgeldsystem - weltweit.
Gold wird laut Plan vom Level Tier 3 auf Level Tier 1 angehoben. Damit ist es zur Unterlegung von Krediten genauso gut wie Triple A Anleihen oder Cash den man vorhält. Bisher durfte Gold nur mit 50% bilanziert werden.
Ob der Goldpreis dann zukünftig Bewegungen unter 2000$ oder über 2000$ macht dürfte auf der Hand liegen. Welche Folgen dies für ein ungedecktes Kreditgeld hat, das nur auf Vertrauen und Nachschuldner fußt - dürfte klar sein.
!!! Deswegen, will man Basel III noch nicht !!!

Von jemandem der Denke statt Gedanken schreibt erwarte ich keine Intelligenz, Sie etwa?
:-)
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