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Bruttoinlandsprodukt: Verzweifelt gesucht: das neue Maß der Dinge

Das BIP hat als Wohlstandsindikator ausgedient. Über Alternativen diskutieren Forscher bei der Konferenz „Ökonomie neu denken“ in Frankfurt. Einen besseren Indikator zu finden, ist nicht einfach - aber es gibt spannende Ansätze.

Arbeiter basteln an einem Fenster. Quelle: dpa
Arbeiter basteln an einem Fenster. Quelle: dpa

FrankfurtSie ist noch schwer vorstellbar, die Welt, von der Ökonomen, Politiker und auch Unternehmer immer häufiger sprechen: eine Welt, in der das ökonomische und politische Handeln nicht auf das größtmögliche Wirtschaftswachstum, sondern auf die Maximierung der Lebenszufriedenheit ausgerichtet ist.

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Zwar ist das BIP nach wie vor das Maß aller Dinge, doch diese Welt ist keine utopische Spinnerei – sie ist eine immer realistischer werdende Alternative zum Streben nach immer neuen Wachstumszuwächsen: „Die gesellschaftlichen Prioritäten entwickeln sich weg vom Bruttoinlandsprodukt, wir brauchen eine Alternative“, sagte Stefan Bergheim, Direktor der Denkfabrik Zentrum für gesellschaftlichen Fortschritts, am Montag bei der Konferenz „Ökonomie neu denken“ in Frankfurt.

Dass das BIP, das lediglich misst, wie produktiv eine Volkswirtschaft ist, als alleiniger Wohlstandsindikator ausgedient hat, wird unter Ökonomen mehr und mehr zum Konsens. Wie Alternativen aussehen können, das ist eine der Fragen, über die mehr als 250 Volkswirte, Politiker und Unternehmer bei der zweitägigen Veranstaltung, zu der der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und das Handelsblatt eingeladen haben, in Frankfurt diskutieren.

Livestream Ökonomie neu denken

Mehr als 250 Volkswirte, Politiker und Unternehmer diskutieren in Frankfurt, was die Wirtschaftswissenschaft auf der Finanzkrise lernen muss. Der Stifterverband und Handelsblatt Online übertragen die Debatte direkt.

Das BIP ist in hoch entwickelten Industrienationen als Wohlstandsindikator vor allem deshalb in die Kritik geraten, weil Ökonomen erkannt haben, dass ab einem bestimmten Niveau trotz wachsenden materiellen Wohlstands die Lebenszufriedenheit der Menschen stagniert. Bildung, der Gesundheitszustand und viele andere wichtige Faktoren, die das Glück der Menschen bestimmen, würden durch das Wachstumsmaß schlicht nicht erfasst, erklärte Bergheim. Bei der Suche nach einem neuen, handlichen Instrument zur Wohlstandsmessung, dass auch diese Faktoren berücksichtigt, sieht der Forscher seine Disziplin in der Pflicht: „Ökonomen können diesen Weg noch konstruktiver begleiten als bisher.“

  • 24.01.2012, 12:52 UhrAnonymer Benutzer: zarakthuul

    Das BIP als Maß des Wohlstandes hat auch aus einem anderen Grund ausgedient, nämlich durch die immer ungerechtere Verteilung des Wohlstandes! Deutschland beispielsweise produziert jedes Jahr mehr Waren und Dienstleistungen, aber bei den Leistungserbringern kommt nicht mehr an. Also steigendes BIP bei sinkendem Lebensstandard. Und in Sicht ist schon die Altersarmut für Millionen von zukünftigen Rentnern.
    Da braucht es wirklich ein anderes "Maß der Dinge"!

  • 24.01.2012, 11:45 Uhrmargrit117888

    Da müßte Deutchland z. B. mal zurück zu den wirtschaftlichen Fehlern der Deutschen Einheit.
    Da begann nämlich die Gier der Unternehmen und ihrer halbgebildeten Manager, die nur ihr eigenes Wohl im Blick hatten.
    'Auch gute Betriebe in der DDR wurden platt gemacht, anstatt sie mal ein wenig zu renovieren und anzupassen. Die Menschen wurden in die Areitslosigkeit geschickt.
    Das hatte mir wirtschaftlichen und ökonomischen Denken und Handeln nichts mehr zu tun
    So lange wir nicht in den Firmen aufräumen, so lange kann man nicht über Alternativen nachdenken.
    Wenn Manager glauben, mit einem Laptop, ein paar Controllerzahlen und hin und wieder blödsinnigen Power Point Präsentatione, könne man ein Unternehmen leiten, läuft gewaltig was schief.
    In Detuschland muß wieder das gute alte Kaufmannsdenken zurück, dann klappt es auch
    Immer mehr, immer höher, immer schneller, der Export muß stimmen. Dass die fianaz. Überschüsse des Exports gar nicht unsrem Land zugute kommen, wird ausgeblendet.
    Im übrigen ist Deutschland durch diese Art von Wirtschaft mit Schuld an der Krise der andren Länder
    Hinzu kommen unsere Dumping, ja fast Sklavenlöhne
    Die Wirtschaft ist für das Land und die Menschen da, das muß wieder begriffen werden. Und nicht umgekehrt wie das heute ist
    Billig produzieren auf Teufel komm raus unter Ausbeutung von Menschen in der 3. Welt und Schaffen von Arbeitslosigkeit im eigenen Land.
    Hier haben wir uns nicht mit Ruhm bekleckert.
    Und genau das muß beendet werden.
    Es muß auch in die Wirtschaft die Moral und Ethik zurück kehren, das wäre scho mal ein Anfang
    Ein Manager muß nicht Millionen im Jahr verdienen, das ist Gier. Im Grunde genommen ist das Entwendung von Firmengeldern, die man anderweitig einsetzen könnte
    Die vielen "Tagungen", das viele Gelaber was in unserem Land stattfindet, ist unsinnig.
    Denn im Grunde genommen sind die Dinge doch ganz einfach.

  • 24.01.2012, 11:20 UhrAnonymer Benutzer: whoknows

    Ja liebe Ökonomen, gebt uns das Live-Happiness-Rating, damit wir wissen wie glücklich das Volk zu sein hat. Darauf hat die Welt noch gewartet.

    Für Deutschland sage ich schonmal voraus: AAA (Outlook extremly positiv)

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