
LondonEs war Bundesbankchef Jens Weidmann, der vor einem halben Jahr Mephisto in die Debatte um die richtige Geldpolitik einbrachte. Weidmann warnte vor der Geldschöpfung, wie Mephisto sie in Goethes "Faust" betreibt: Er überredet den von Geldnöten geplagten Kaiser, Papiergeld zu verbreiten. "Mephistos Treiben artet in Inflation aus, das Geldwesen wird zerstört", mahnte Weidmann.
Jetzt kommt Widerspruch aus der ersten Liga der Finanzaufseher: Adair Turner, Chef der britischen Financial Securities Authority (FSA), verteidigt die Geldschöpfung des Mephisto: "In Zeiten des Abschwungs und der Deflation sollten wir entspannter mit der Idee umgehen, dass Staaten Geld drucken", sagte er vor Studenten der Londoner Cass Business School. Man dürfe aber nur innerhalb von engen Grenzen davon Gebrauch machen, schränkte er ein.
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Turner ist einer der ersten angesehen Finanzexperten, der für monetäre Staatsfinanzierung als durchaus geeignetes Instrument im Kampf gegen die Euro-Krise plädiert. Man müsse das Tabu brechen, sagte der Brite. In extremen wirtschaftlichen Ausnahmefällen könne es sinnvoll sein, wenn Zentralbanken Regierungen direkt mit frisch geschöpftem Geld versorgen, das dauerhaft in Umlauf bleibt.
Bislang schaffen moderne Notenbanken neues Geld, indem sie es an Geldinstitute ausleihen. Diese müssen Sicherheiten hinterlegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) darf keine monetäre Staatsfinanzierung betreiben. Selbst der Ankauf von Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt, also nicht direkt von der Regierung, zu dem die EZB seit Herbst 2012 in Ausnahmefällen bereit ist, sehen orthodoxe Geldpolitiker als verbotene monetäre Staatsfinanzierung an.

Die kategorische Ablehnung der Finanzierung von Staatsausgaben über die Notenpresse basiert auf der Vermutung: Regierungen, wie der von Mephisto beratene Kaiser, wollen immer noch mehr Geld haben, um ihre Ausgaben zu decken, wenn sie es umsonst in Umlauf bringen können. Wenn jedoch zu viel Geld in Umlauf gebracht wird, produziert das Inflation.
Nein. Und das dürfte vorerst auch so bleiben, weil Zentralbanken und Regierungen die Zinsen unten halten. Nur so können sie vermeiden, dass Staaten von den Schulden erdrückt werden. Wer die Inflation schlagen will, muss begrenzt Risiken eingehen. Mit Aktien zum Beispiel.
Wann, wenn nicht jetzt? Zehnjähriges Baugeld gibt’s für 2,5 Prozent, von der staatlichen KfW für eine neue Heizung oder ein gedämmtes Dach sogar ab einem Prozent. Auch der Einsatz von Erspartem lohnt: Auf der Bank bringt es kaum Zinsen, und Investitionen für Dämmung und Heizung schützen gut vor Inflation. Die wird stark von Öl-, Gas- und Strompreisen getrieben. Und: Maßnahmen, die Erhalt und Modernisierung dienen, steigern den Wiederverkaufswert.
Am Garantiezins aus alten Verträgen kann die Finanzaufsicht nur im Notfall rütteln. Wer neu abschließt, bekommt 1,75 Prozent auf Beiträge garantiert, nach Abzug von Provision und Kosten. Der Garantiezins orientiert sich an der Rendite von AAA-Anleihen im Schnitt der vergangenen zehn Jahre (zuletzt 3,7 Prozent). 60 Prozent davon können sich Versicherer als Garantiezins noch leisten – etwa 2,2 Prozent. Noch bleibt Luft.
Das Schweizer Bankgeheimnis ist praktisch erledigt, weitere Steuer- CDs können durchaus noch in die Hände der Finanzbehörden geraten. Und: Per Selbstanzeige kommen Steuerhinterzieher relativ milde davon. Das muss aber nicht so bleiben. Nebenbei: Was passiert, wenn Bürger ihre Steuern nicht zahlen, lässt sich in Griechenland besichtigen.
Jedes Elternteil darf jedem Kind alle zehn Jahre bis zu 400.000 Euro steuerfrei schenken. Schön fürs Kind: Es bekommt das Elternhaus schon zu deren Lebzeiten und spart Steuern. Wer seine Villa nur steueroptimiert übertragen, aber selbst noch bewohnen will, sollte vorsichtshalber ein Nießbrauchsrecht eintragen lassen. Mit Kindern kann man sich zer- streiten, Verschenktes aber nur bei „grobem Undank“ zurückfordern. Die Hürden dafür aber sind hoch.
Käme eine deutsche Bank oder Sparkasse in Schieflage, müssten zunächst die Einlagensicherungs-systeme der Geldhäuser die Sparer entschädigen. Doch klar ist: Bei Pleite einer sehr großen Bank oder einer Kettenreaktion wären die Töpfe schnell leer. Unabhängig davon garantiert daher seit Ende 2010 das Gesetz pro Kopf und Bank 100.000 Euro; wer mehr hat, sollte das Geld also auf mehrere Banken verteilen.
Eher nicht. Aktien sind, gemessen an der global schwachen Konjunktur und der Euro-Krise, zwar schon recht weit gelaufen. Und Aktienkurse zieht es nach unten, wenn die Wirtschaft darbt. Aber Investoren suchen Rendite. Sichere Staatsanleihen bringen zu wenig. Aktien solide geführter Konzerne mit guten Dividenden rentieren höher als Anleihen der Unternehmen. Wer Geld übrig hat, steckt einen Teil in solide Aktien.
Die goldene Regel heißt: Setze nie alles auf eine Karte. Das gilt auch für Währungen. Problem: Die Fluchtwährungen, allen voran der Schweizer Franken, sind schon sehr teuer. Ein paar norwegische, schwedische oder kanadische Staatsanleihen aber können Sie Ihrem Depot ruhig beimischen.
Indem Sie sicherstellen, dass sie etwas bekommen, wenn Ihnen etwas zustößt: Unerlässlich ist eine Risikolebensversicherung, für etwa 30 Euro monatlich gibt es im Todesfall 250 000 Euro. Dazu regelmäßig eine feste Summe ansparen, am besten in Aktien für ein Kinderdepot. Vorsichtige schließen noch eine Kinder-Invaliditätsversicherung ab, die greift weiter als eine Unfallpolice.
Kredite sind billig, Konsum kurbelt die Wirtschaft an. Ist Ihr Job sicher, kaufen Sie sich was Schönes, viel Zinsen gibt es sowieso nicht. Bei Immobilien gilt: Auch Niedrigzins-Kredite müssen verlängert und zurückgezahlt werden. In zehn Jahren können die Zinsen viel höher sein. Wer zu wenig tilgt, ist bis zur Rente nicht schuldenfrei. Baukredite also nur so hoch ansetzen, dass Sie die Rückzahlung in einem vernünftigen Zeitraum stemmen können.
Die Preise sind hoch, eigentlich ein guter Zeitpunkt. Aber die Euro-Krise ist nicht gelöst, Sachwerte bleiben gefragt. Wer verkaufen will, braucht vor allem aber einen Plan, wie er das Geld anlegt. Wer es nur auf dem Sparbuch parken möchte, sollte seine vermietete Wohnung behalten. Das gilt erst recht für das Eigenheim – so man sich wohl darin fühlt.
Im Zweifel ja. Wer Gold als Währung betrachtet, kann Papier immer in Edelmetall tauschen, egal, zu welchem Preis. So gesehen ist Gold das einzige Tauschmittel, das Inflation und Währungsreform überlebt hat. Wer davor Angst hat, kauft Gold – als Versicherung.
Kaum. Solange die EZB Banken Geld für 0,75 Prozent gibt, müssen nur kapitalschwache Institute für zwei bis drei Prozent Geld sammeln. Oft greift dann nur die ausländische Einlagensicherung. Bei Pleiten wird es mühsam, an sein Geld zu kommen.
Klar doch, wenn Sie Spaß daran haben – und etwas davon verstehen. Die Angst vor Inflation treibt die Preise von Sachwerten, auch von schönen, nutzlosen, wie Cézanne und Mercedes SL. Aber Vorsicht: Laien werden von Experten übervorteilt. Lassen Sie sich unabhängig beraten, auch wenn das erst mal Geld kostet.
Trotz dieser Gefahren könne monetäre Staatsfinanzierung in Ausnahmefällen sinnvoll sein, ist FSA-Chef Turner überzeugt - in Wirtschaftskrisen, wenn konventionelle Geldpolitik nicht mehr wirkt.
Turner beruft sich auf eine Arbeit von Zoltan Pozsar und Paul McCulley. Die Ökonomen haben verschiedenen Szenarien durchgespielt und kommen zu dem Ergebnis: Die Geldpolitik kommt an ihre Grenzen, wenn privater und öffentlicher Sektor ihre Schulden zurückfahren. Die Kreditnehmer halten sich dann mit der Aufnahme von neuen Krediten zurück - unabhängig davon, wie niedrig die Zinsen sind. Die Gefahr von Inflation besteht nicht. Zentralbanken müssten dann eine andere Rolle spielen als in Phasen mit inflationären Tendenzen.
Darauf baut Turner seine Forderung auf, in solchen Zeiten Geld in Umlauf zu bringen, indem die Notenbank Staatsausgaben finanziert.

Sie haben absolut recht. Darum die "Alternative für Deutschland" wählen. Das vernünftige und bürgernahe Programm finden Sie im Internet. Diese Partei könnte in Deutschland die Welt verändern, und wer Änderungen will, muss den Mut zur Alternative haben. Meine Familie hat sich schon festgelegt. In dieser neuen Partei sitzen sehr kluge Köpfe, auch das zeigt das Internet.

all´den sogenannten profis und politikern fällt nichts anderes ein als zu Lügen, gesetze brechen, und mit unendlichem geld die krise in die länge ziehen. das zeit kaufen, so hoffen sie, soll bis nach der Wahl halten vor lauter machtgier. Toll!

@klaus
Was Schmidt sagte oder nicht erfüllte will heute niemanden mehr wissen.
ES GEHT UM JETZT UND HEUTE...und nicht um vor Jahren wo die konstulationen ganz anderst ausgesehen haben.
Fakt ist daß wir in Deutschland uns nicht länger als die einzigste Ernährer der EU und der Welt betätigen können.
Fakt ist auch daß EUROPA VOR ENORME WIRTSCHAFTLICHE VERÄNDERUNGEN STEHT DIE ZUERST SEHR VIEL UNVERSTÄNDLICHE SCHRITTE ABVERLANGEN UM ÜBERHAUPT WIEDER FELSENFESTE STRUKTUREN ZU ERREICHEN.
Da die Politiker und Politik hauptsächlich in BRÜSSEL UNFÄHIG IST MIT PSYCHOLOGIE AN DIE EUROPAER HERAN ZU TRETEN IST...wird die gesamte Aufgabe noch schwieriger.
Da machen sich Brüsseler-Politiker sich das Leben zu leicht indem man sich auf die Aussagen andere dortiger Politiker basiert als daß man sich in die richtige wege engagiert.
EUROPA IST ÜBERFLUTET VON REDE-POLITIKER...
ABER MAN SIEHT KEINE MACHER !
UND DARAN ENTSTEHT EINE WEITERE BLASE
DIE DURCH POLITISCHE HAND
SCHEINBAR NIEMALS ABGEFANGEN WERDEN KANN.
Stellt sich die Frage ob es aus der Richtung der Wirtschaftsetagen sich jemanden beruft findet diese Etappen auf sich zu nehmen um eventuell doch noch Europa vor dem untergang zu retten.
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