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Getreide-Markt: Die Rohstoff-Zocker

Neue Studien lassen vermuten, dass Spekulanten Lebensmittelpreise nach oben treiben und damit mitschuldig an Hungersnöten sind.

Die gehandelte Menge an Getreide ist um ein Vielfaches höher als das, was tatsächlich geerntet wird. Quelle: dapd
Die gehandelte Menge an Getreide ist um ein Vielfaches höher als das, was tatsächlich geerntet wird. Quelle: dapd

DüsseldorfDer Protest, er wächst täglich: Rund 165.000 Menschen haben inzwischen eine Onlinepetition unterzeichnet, die die Finanzindustrie zum Ausstieg aus spekulativen Geschäften mit Lebensmitteln auffordert. Adressat des Aufrufs ist Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der auch Vorsitzender des weltweiten Bankenverbands IIF ist.

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Die Aktivisten machen Geldhäuser und Börsen für die enorm gestiegenen Preise für Grundnahrungsmittel verantwortlich - und damit für die Welthungerkrise der Jahre 2007 und 2008. Innerhalb von zwei Jahren hatten sich damals die Preise für Weizen, Mais und Reis mehr als verdoppelt. Zwar fielen sie danach wieder, doch heute liegen sie erneut auf einem gefährlich hohen Niveau. Weltweit hungern jetzt eine Milliarde Menschen, schätzen die Vereinten Nationen.

Doch was ist dran an dem Vorwurf, die Finanzinvestoren hätten Spekulationsblasen erzeugt und Hungersnöte mitverursacht? Mehrere Forscherteams haben jetzt Studien vorgelegt, die die Spekulanten in Erklärungsnöte bringen.

So kommen drei Volkswirte der Universität Münster zu dem Schluss: Spekulanten haben den Weltmarkt für Getreide in den vergangenen zehn Jahren deutlich instabiler und schwankungsanfälliger gemacht. Die Ökonomen Philipp Adämmer, Martin Bohl und Patrick Stephan werteten die Börsenkurse für Weizen und Mais der letzten 25 Jahre aus. Der Anteil der Akteure, die nur aus Spekulationszwecken auf dem Markt agieren, ist in dieser Zeit deutlich gestiegen.

Parallel dazu wichen die Preise immer häufiger von dem fundamental gerechtfertigten Wert ab, der durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird. „Unsere Ergebnisse zeigen genau an den Zeitpunkten Spekulationsblasen, wo man sie erwartet hätte“, sagt Patrick Stephan - 2008 und 2011, den Jahren mit besonders hohen Nahrungsmittelpreisen.

Die Arbeit stützt die Ergebnisse eines Forscherteams der UN-Organisation für Welthandel und Entwicklung (Unctad), das die Preisbildung nicht nur für Nahrungsmittel, sondern für Rohstoffe insgesamt untersuchte. Die Wissenschaftler kamen ebenfalls zu dem Schluss, dass die fundamentalen Faktoren von Angebot und Nachfrage für die Preisbildung an Bedeutung verloren haben und Finanzspekulationen die Preisausschläge verstärken.

  • 01.03.2012, 14:29 UhrWolfgangPress

    Von einer Zeitung wie dem Handelsblatt sollte man doch erwarten, dass sie nicht allen Quatsch den irgendwelche selbsternannten Forscher von sich geben, übernimmt.

    Wäre es nicht eine schöne Aufgabe des HB die genaue Funktion, die Zusammenhänge zwischen Preis und Ernte zu erläutern?

  • 27.02.2012, 19:55 UhrAnonymer Benutzer: Kea

    Haben wir schon mitbekommen: Spekulanten retten Leben. Jetzt fühl ich mich natürlich besser:

    Auf die Freiheit!

  • 27.02.2012, 19:46 UhrAnonymer Benutzer: Olli

    Zumindest beweisen wir beide, dass sich nie etwas ändern wird und kann, wenn wir zwei arme Schlucker, die nicht aus Deutschland rauskommen :-), schon so unterschiedlicher Meinung sind. Aber Unwissende - was ja alle sind, die spekulieren - wie mich, fragt ja zum Glück keiner. So lebe ich mit meiner Meinung meistens lang alleine und halte einmal Industriemetall, ein andermal eben nicht! Wie hoch der Preis noch steigen wird, wird sich zeigen, aber auch, wie tief er fällt. Gut, dass ich den Zeitpunkt nicht kenne, nur erahnen kann.

    Sollte ich mal 'nen Rat benötigen, wende ich mich hier an dieses Blog. Mal schau'n, ob mir auch künftig nominale Gewinne sicher sind.

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