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Handelsblatt-Ranking VWL: Berliner VWL-Fakultäten verlieren den Anschluss

In der deutschen Volkswirtschaftslehre verschieben sich die Gewichte, zeigt das neue Handelsblatt-Ranking VWL für die Fakultäten. Die VWL-Fakultäten in der Hauptstadt haben in den vergangenen Jahren den Anschluss an die Spitzengruppe verloren. Aber auch ganz oben gab es einen bemerkenswerten Wachwechsel.

Seit vier Jahren analysiert das Handelsblatt jährlich die Forschungsleistung deutschsprachiger Volkswirte und VWL-Fakultäten – anhand international gängiger Standards zur Evaluation ökonomischer Forschung. Quelle: ap
Seit vier Jahren analysiert das Handelsblatt jährlich die Forschungsleistung deutschsprachiger Volkswirte und VWL-Fakultäten – anhand international gängiger Standards zur Evaluation ökonomischer Forschung. Quelle: ap

Diese Taxirechnung. 43 Euro. Wahrscheinlich ist sie einer der Gründe, warum der Mann – einer der besten auf seinem Gebiet in Europa – nicht schon lange Ökonomie-Professor an der Berliner Humboldt-Universität (HU) ist.

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Aus dem Ausland war er nach Berlin zu seinem Berufungsvortrag gereist, und in der Hauptstadt war er Taxi gefahren. Ohne zu wissen, dass die Uni-Verwaltung das nicht gerne sieht. „Taxibenutzung kann nur in Ausnahmefällen und mit ausführlicher Begründung gestattet werden“, erfuhr der Wissenschaftler aus dem Formular „Reisekostenabrechnung für Berufungsverhandlungen“. „Ortsunkundigkeit und widrige Wetterverhältnisse sind keine triftigen Gründe.“

Seine Taxifahrten zahlte der Professor aus eigener Tasche, den Lehrstuhl an der HU lehnte er ab. „Das ist doch kleinkariert und schofelig“, schimpft er noch heute. Wenn man schon Taxifahrten für Berufungsvorträge lang und breit begründen muss, wie sieht es dann erst im Uni-Alltag aus?

Wie in einem Brennglas bündeln sich in dieser Anekdote die Probleme der Volkswirtschaftslehre (VWL) in Berlin. Chronisch leere Kassen und eine Hochschulführung ohne besonderes Faible für Wirtschaftswissenschaften machen den Ökonomen in der Hauptstadt seit Jahren das Leben schwer. Eine ganze Reihe von Spitzenvolkswirten hat in den vergangenen Jahren Berlin daher verlassen. Sowohl die Freie Universität (FU) als auch die HU sind daher im Handelsblatt-Volkswirte-Ranking deutlich zurückgefallen. 2006 gehörten beide Unis klar zu den führenden Fakultäten für VWL. Heute haben sie den Anschluss an die Spitzengruppe verloren.

Seit vier Jahren analysiert das Handelsblatt jährlich die Forschungsleistung deutschsprachiger Volkswirte und VWL-Fakultäten – anhand international gängiger Standards zur Evaluation ökonomischer Forschung: Es zählen Publikationen in wissenschaftlichen Fachzeitschriften. Wie viel Punkte ein Aufsatz wert ist, hängt vom Renommee des Journals ab, in dem er erschienen ist.

Grundlage des Handelsblatt-Rankings ist eine Datenbank, in der die Veröffentlichungen von mehr als 1 700 Forschern an gut 90 Universitäten und Instituten in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz erfasst sind – insgesamt mehr als 21 000 Aufsätze. Seit diesem Jahr kooperiert das Handelsblatt dabei mit dem Thurgauer Wirtschaftsinstitut an der Uni Konstanz und der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich, die die Studie nach Maßgabe des Handelsblatts erstellen.

Die beste Adresse für Volkswirtschaftslehre im deutschsprachigen Raum ist weiter die Universität Zürich. In Deutschland haben sich die Gewichte in der Spitzengruppe verschoben. Mannheim hat in diesem Jahr erstmals Bonn und München überholt und ist mit Abstand die forschungsstärkste VWL-Fakultät der Republik. Auch Frankfurt und Kiel haben seit 2006 aufgeholt. Köln dagegen ist in den vergangenen vier Jahren zurückgefallen. Insgesamt wächst der Abstand zwischen den führenden Fakultäten und den anderen Unis.

  • 19.03.2010, 20:35 UhrAnonymer Benutzer: Berliner

    Dass die FU Professor Konrad einfach hat ziehen lassen, war natürlich ein schwerer Fehler. Doch dass dann gleich seine gesamten berliner Publikationsleistungen der LMU zugerechnet werden, ist ein Fehler des Handelsblattrankings, wie auch die Größenvorteile von Fakultäten vor allem dort erzeugt werden, während in berlin die Forscher anderer Universitäten und Forschungseinrichtungen nicht fern sind, auch nicht für Studierende.

  • 19.03.2010, 20:32 UhrAnonymer Benutzer: Berliner

    Dass die FU Professor Konrad einfach hat ziehen lassen, war natürlich ein schwerer Fehler. Doch dass dann gleich seine gesamten berliner Publikationsleistungen der LMU zugerechnet werden, ist ein Fehler des Handelsblattrankings, wie auch die Größtenvorteile von Fakultäten vor allem dort erzeugt werden, während in berlin die Forscher anderer Universitäten und Forschungseinrichtungen nicht fern sind, auch nicht für Studierende.

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