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Krisen-Politik: Das Heil aus der Druckmaschine

Der Kauf von Staatsanleihen gilt vielen Zentralbankern als scharfe Waffe im Kampf gegen den Abschwung. Doch die genauen Folgen lockerer Geldpolitik sind kaum kalkulierbar. Und irgendwann verschleißt selbst diese Klinge.

Geld wie am Fließband: die Bundesdruckerei in Berlin Quelle: ddp
Geld wie am Fließband: die Bundesdruckerei in Berlin Quelle: ddp

LondonIhre Worte sollten die Finanzmärkte beruhigen und Panik verhindern. Ein bisschen sprach sich die US-Notenbankerin Janet Yellen aber auch selbst Mut zu, als sie Anfang Januar 2009 über die Zukunft der US-Geldpolitik redete: Sicherlich, die Leitzinsen seien bei null angekommen. Aber damit hätten die Notenbanken ihr Pulver keineswegs verschossen, beteuerte die heutige Stellvertreterin von Fed-Chef Ben Bernanke.

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„Dass die konventionelle Geldpolitik ausgeschöpft ist, bedeutet nicht, dass wir keine Optionen mehr hätten, die Wirtschaft mit anderen Maßnahmen zu stimulieren“, sagte sie. Schließlich könnten die Notenbanken auf den Finanzmärkten unbegrenzt Wertpapiere kaufen und so neues Geld in die Wirtschaft pumpen.

Schnell ließen die Fed und die Bank of England (BoE) diesen Worten Taten folgen. In einem nie zuvor da gewesenen Ausmaß kauften diese Zentralbanken Staatsanleihen und andere Wertpapiere. Bis heute ist diese Politik der „quantitativen Lockerung“ („Quantitative Easing“, QE) für beide Zentralbanken – anders als für die EZB – ein zentrales geldpolitisches Instrument. Im Herbst haben Fed und BoE neue QE-Runden eingeläutet.

Aber wie genau wirkt diese schöne, neue Geldpolitik? Makroökonomen und Geldpolitikexperten tun sich mit einer Antwort auf diese Frage erstaunlich schwer. „Es ist schwierig, die Folgen von Politikmaßnahmen wie QE direkt zu messen“, räumen die Volkswirte der Bank of England ein. „Die Schätzungen dazu sind hochgradig unsicher.“

Einig sind sich die meisten Experten darin, dass QE ein wichtiges Element war, um ein Abrutschen der Weltwirtschaft in eine zweite Große Depression zu verhindern. Für die Vereinigten Staaten schätzt John Williams, Präsident der Federal Reserve Bank von San Francisco, dass die Anleihekäufe der Fed bis Mitte 2012 das Wirtschaftswachstum um rund drei Prozent angekurbelt und dabei drei Millionen zusätzliche Jobs geschaffen haben. Die Wirkungen seien vergleichbar mit einer Senkung der Leitzinsen um 75 Basispunkte.

  • 12.01.2012, 16:16 UhrAnonymer Benutzer: atp50

    @Luetzower-Jaeger
    Vielen Dank. Das heißt jedoch, dass das "Geld" der EZB für die Schrottanleihen nicht in den Wirtschaftskreislauf kommt?

  • 11.01.2012, 17:16 UhrAnonymer Benutzer: Realo

    @Luetzower-Jaeger: Der Betrug beginnt doch schon mit der Geldschöpfung durch die EZB. Man sollte grundsätzlich die Frage beantworten, wie Geld entstehen darf und wie es gedeckt ist. Der Überbau und die Tricksereien des derzeitigen Systems sind doch wurscht. Der gesamte globale Derivatemarkt hat einen realen Wert nahe null.

  • 11.01.2012, 16:55 UhrLuetzower-Jaeger

    @atp50
    Die EZB gibt Geld an die Banken zu 1% Zins, diese kaufen italienische (oder anderen Südland-Schrott) zu 5-12% Zins (Zinsdifferenz bleibt als Gewinn bei den Banken!). Die Banken versichern den Nennwert der Anleihen (CDS) gegen Ausfallrisiken und geben die Anleihen als Beleihungsobjekt wieder an die EZB, die der Bank daraufhin wieder Geld leiht. Das ist ein Schneeballsystem, welches so lange funktioniert, wie die EZB über Target II die deutsche BuBa zur Haftung heranziehen darf. Stürzen die Anleihen ab, kassieren die Banken die Versicherungsleistung und können den Kredit der EZB tilgen. Weil die Versicherung nur bei Insolvenz zahlt, nicht aber bei "freiwilligem Forderungsverzicht", kommt mit Griechenland kein freiwilliger Haircut zustande. Freiwillig verzichten Banken nur auf ihre Forderungen, wenn auch die EZB verzichtet, was bisher noch nicht vereinbart scheint. Wir haben es hier mit dem historisch größten Betrug zugunsten der Finanzwirtschaft zu tun und unsere Politiker machen mit. Hier kann Deutschland nur noch mit einem Austritt aus der EWU gerettet werden, bei dem der EUR um ca. 60% abgewertet werden dürfte. Mit unserer neuen Währung fiele es Deutschland leicht, die Haftungsforderungen für den dann billigen EUR zu bezahlen.

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