Ratings nach dem Zufallsprinzip?

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Schlecht beurteilte Firmen überleben Rezessionen seltener

Die Wissenschaftler verglichen die S&P-Urteile und ihren eigenen Index mit den tatsächlichen Zahlungsausfällen. Sie stellen fest: Mit dem vergleichsweise simplen „failure score“  lässt sich deutlich zuverlässiger prognostizieren, welche Konzerne später in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Der Indikator sei fast doppelt so gut wie die Ratings. „Viele Informationen, die für die Ausfallwahrscheinlichkeiten von Krediten relevant sind, werden von den Ratings nicht erfasst“, so das Fazit. „Die Ratingnote ist ein schlechter Indikator für Zahlungsausfälle.“

Die Ergebnisse ließen sich auch auf Staatsanleihen übertragen, so Hilscher. Ein Argument dafür seien Ergebnisse einer Studie, die er 2010 mit seinem Koautor Yves Nosbusch veröffentlichte. Darin stellten sie fest, dass sich Risikoaufschläge für Staatsanleihen aus Schwellenländern mit makroökonomischen Fundamentaldaten besser erklären lassen als mit Ratingnoten.

Die Ratingagenturen weisen die Kritik von sich. „Die Studie kritisiert, dass wir Ziele verfehlen, die wir gar nicht erreichen wollen“, sagt Albert Metz, Managing Director Credit Policy Research bei Moody’s. Es sei nicht das Ziel, individuelle, absolute Kredit-Ausfallwahrscheinlichkeiten zu prognostizieren. „Unser Ziel ist es, ein im Zeitablauf stabiles, relatives Ranking von Kreditrisiken zu erstellen.“ Doch selbst diesen Minimalanspruch verfehlen die Agenturen nach Ansicht von Hilscher und Wilson.

Die Kredit-Ausfallwahrscheinlichkeiten für Firmen mit identischer Bewertung klaffen weit auseinander, stellten die beiden Wissenschaftler fest. Selbst wenn zwei Unternehmen die Note „AA+“ haben, klaffen ihre Kreditrisiken nicht selten völlig auseinander.

S&P zweifelt die Herangehensweise der Forscher an: „Wenn es das Ziel der Arbeit ist, den Track-Record von Ratings zu beurteilen, ist die Methodik fehlerhaft“, sagte S&P-Sprecher Martin Winn. Tatsächlich gebe es einen engen Zusammenhang zwischen den Ratings und den Zahlungsausfällen. „Seit 1980 sind nur rund ein Prozent der Unternehmen, die wir als ’investment grade’ eingestuft haben, innerhalb von fünf Jahren zahlungsunfähig geworden.“ Von Unternehmen, die als riskant eingestuft wurden, seien dagegen 20 Prozent gescheitert.

Auch Hilscher und Wilson sprechen den Ratings nicht jeglichen Informationsgehalt ab. „Es ist auf jeden Fall besser, ein Rating zu haben als gar keine Informationen“, sagt Hilscher. Aussagekräftig seien die Ratings aber nicht mit Blick auf die individuellen Kreditrisiken, sondern nur für die Frage, wie gut ein Unternehmen für wirtschaftlich schlechte Zeiten gerüstet sei. Schlecht beurteilte Firmen überleben Rezessionen seltener, stellen die Forscher fest. Hilscher: „Der entscheidende Punkt unserer Studie ist: Der Informationsgehalt von Ratings ließe sich sehr leicht mit öffentlich verfügbaren Informationen deutlich verbessern.“

  • 09.02.2012, 10:01 UhrAnonymer Benutzer: Logo23

    Ratings nach dem Zufallsprinzip ? Nein ! Zumindest Länderratings sind Absicht! Das ist ja das Problem !

  • 09.02.2012, 09:40 UhrDerBernd

    Eingrenzen läßt sich Rating wahrscheinlich nur mit einer Verpflichtung, die Glägigerunternehmen zwingt, immer auch eigenverantwortlich zu 'raten'. Dafür wird ein 'Risk-Manager' in der Regel ja bezahlt. Seine Abteilung muß dann eben wieder größer werden.

    Nicht jede Unternehmensfuktion muß 'outgesourced' werden dürfen. Nehmen wir uns doch, wie Ingenieure das teilweise tun, ein Beispiel an der Natur. Eine Körperzelle kann ihren Stoffwechsel ja auch nicht 'outsourcen'.

  • 09.02.2012, 09:05 UhrLe-h-r-tasche

    COMMON SENSE§ ABOUT FI-MO-STAPO
    Das Hinterfragen der Aussagekraft von Buchstabenfolgen mit Plus- und Minuszeichen für höchst komplexe Dinge kann nur gefördert werden. Das wäre im Sinne der Volkswagenstiftung förderungswürdig wie kein zweites Projekt.
    Wenn im Lotto drei Richtige eine korrekte Vorhersage darstellen, sind es noch lange nicht sechs Richtige
    eines Volltreffers.
    In ihrer Zeitwahl, wann herauf- und herabgestuft wird, liegt ihr präjudizierte Einflußnahme auf den globalen Markt. Mißbräuchlich eben, kommt ihnen so eine Rolle zu, die ihnen nicht zusteht.
    Die Fehlentscheidungen eines "zu spät" führen geradlinig in die geringere Bedeutung der Aussagequalität dieser
    R A T E - A G E N T U R E N. - S O, I G U E S S .....

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