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Mathematik: Rechnen Sie sich reich!

Wer gut mit Zahlen umgehen kann, verdient mehr und investiert sein Geld gewinnbringender, stellen Ökonomen fest. Gute Rechen-Kenntnisse können den finanziellen Wohlstand fast verzehnfachenAber was ist der Grund für dieses Phänomen?

Matheunterricht an einer deutschen Schule: Wer gut mit Zahlen klarkommt, hat ein höheres Einkommen, legt sein Geld gewinnbringender an und sorgt besser für die Rente vor. Quelle: AP
Matheunterricht an einer deutschen Schule: Wer gut mit Zahlen klarkommt, hat ein höheres Einkommen, legt sein Geld gewinnbringender an und sorgt besser für die Rente vor. Quelle: AP

KölnDer alte Mathe-Lehrer hatte doch recht. "Mathe ist was fürs Leben", predigte er stets. Glauben wollte es ihm keiner.

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Jetzt bekommt er Unterstützung von einer großen Gruppe Ökonomen. In etlichen Studien stellen sie fest: Mathematisches Verständnis ist eine der wichtigsten geistigen Fähigkeiten überhaupt. Wer gut mit Zahlen klarkommt, hat ein höheres Einkommen, legt sein Geld gewinnbringender an und sorgt besser für die Rente vor.

So wertete ein Forscherteam um den Londoner Professor James Banks Daten einer seit acht Jahren laufenden Langzeitstudie aus. Die Ökonomen befragten Briten, die älter als 50 sind, nach ihren Finanzen und maßen mit kleinen Tests die mentalen Fähigkeiten.

Einer der Tests bestand aus fünf Mathe-Aufgaben, bei denen Grundrechenarten und Zinsrechnung abgefragt wurden. Als die Ökonomen die Ergebnisse der Mathe-Aufgaben mit den Finanzen der Teilnehmer verglichen, stellten sie fest: Mathematisch begabte Teilnehmer hatten mehr Geld zur Verfügung als solche, die durch gute Gedächtnisleistungen bestachen, aber beim Mathe-Test schlechter abschnitten.

Zum gleichen Ergebnis kam ein Team um den Forscher John McArdle von der University of Southern California in Los Angeles. Gute Mathe-Fähigkeiten können den finanziellen Wohlstand fast verzehnfachen, stellte McArdle fest. Er wertete mit seinen Koautoren eine Langzeitstudie aus den USA aus, in der ebenfalls drei Mathe-Aufgaben gestellt wurden.

"Mathematisches Verständnis war in unserer Studie eindeutig der wichtigste Einflussfaktor für Wohlstand", lautet das Fazit. Andere mentale Fähigkeiten wie etwa das Erinnerungsvermögen hatten deutlich geringeren Einfluss auf den Kontostand der Befragten. Besonders deutlich ist der Einfluss bei Ehepartnern. Gehören Mann und Frau zu den Mathe-Könnern, haben sie im Durchschnitt ein Vermögen von 1,7 Millionen Dollar. Paare, bei denen keiner der Ehepartner die Rechenaufgaben lösen konnte, hatten nur 200 000 Dollar zur Verfügung.

Warum Mathematik-Kenntnisse reich machen, wissen die Ökonomen noch nicht genau. Die Forscher um McArdle erklären den finanziellen Erfolg der Mathe-Asse mit einer geschickten Geldanlage: Mathematisch Begabte investieren einen größeren Teil ihres Geldes am Aktienmarkt, wo es in der Vergangenheit mehr Erträge abwarf als auf dem Sparkonto.

Hinzu kommt, dass Mathematiker an der Börse womöglich erfolgreichere Anleger sind, wie der italienische ÖkonomTullio Jappelli glaubt. Er verknüpfte Ergebnisse mehrerer Studien zu Mathe-Fähigkeiten und wirtschaftlichem Grundwissen. Mathe-Könner, so zeigte sich, wissen auch besser über Wirtschaft Bescheid - was ihnen an der Börse helfen könnte.

  • 24.03.2011, 06:39 UhrErnst

    Es mag ja sein, daß gute Kenntnisse und hohe Fähigkeiten in Mathematik eine notwendige Bedingung für Reichtum darstellen. Man muß jedoch davon ausgehen, daß dies nicht hinreichend ist; die ergänzende Komponente zur Realisation von Reichtum dürfte wohl die Kunst des Tarnen und Täuschens sein. Warum?

    Volksweisheiten haben bekanntlich immer einen wahren Kern. Eine von diesen Wahrheiten lautet ja, daß die dümmsten Bauern regelmäßig die dicksten Kartoffeln haben. Der scheinbare Widerspruch löst sich in dem Moment auf, wenn man begreift, daß die Dummheit nur gespielt, nur vorgetäuscht ist.

    Die alternative Annahme, Mathe-Könner sind in Wahrheit dumm - irgendwie kann ich mich damit nicht anfreunden.

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