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Medizin: Organhandel benötigt einen freien Markt

Ökonomen fordern eine Legalisierung des Organhandels und finanzielle Anreize für Spender. Denn nur so könne das knappe Angebot an Spenderorganen erhöht werden. Eine extreme Idee, die Ethiker empört und Widerstand hervorruft - aber auch Leben retten könnte.

Viele Menschen sterben, während sie auf ein Spenderorgan warten. Ein freier Markt könnte den Betroffenen helfen, sagen Ökonomen. Quelle: dpa
Viele Menschen sterben, während sie auf ein Spenderorgan warten. Ein freier Markt könnte den Betroffenen helfen, sagen Ökonomen. Quelle: dpa

KÖLN. Der Mann war 19, und er brauchte dringend Geld. Warum sollte er da nicht etwas verkaufen, was er selbst gar nicht braucht? Zum Beispiel eine seiner beiden Nieren. Für ein Mindestgebot von 100 000 Mark bot der Russlanddeutsche sein Organ im Internet an. Und ging damit vor acht Jahren in die deutsche Rechtsgeschichte ein - als der Erste, der wegen "unerlaubten Organhandels" verurteilt wurde. Im November 2001 verdonnerte ihn das Amtsgericht Homberg zu 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Er habe Geld für seine Drogensucht gebraucht, gestand der Mann vor Gericht - und hätte bei einem guten Angebot die Sache "wohl auch durchgezogen". Eine "perverse Idee", wie der Richter fand.

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Einige Volkswirte sehen das ganz anders. Sie können den Russlanddeutschen gut verstehen. Der Gesetzgeber solle einen regulierten Organmarkt zulassen - oder zumindest finanzielle Anreize für Spender, ihre Organe zu verkaufen. Nur so lasse sich das knappe Angebot an Spendernieren erhöhen. "Man kann die Gesetze des Marktes nicht ungestraft leugnen", sagt Friedrich Breyer, Gesundheitsökonom an der Universität Konstanz.

Forscher wie Breyer sind überzeugt: Der freie Markt schafft nicht nur Arbeitsplätze und Wohlstand, er kann auch Leben retten. Wenn man ihn nur ließe. Wegen des extremen Mangels an Spenderorganen halten sie ein solches System sogar für eine moralische Pflicht.

Fünf bis sechs Jahre muss sich ein Nierenkranker in Deutschland laut Stiftung für Organtransplantation gedulden, bis er eine Spenderniere bekommt. Fast 11 000 Deutsche warten auf eine neue Niere, 2 500 auf eine neue Leber. Für 1 000 Patienten pro Jahr kommt das Organ zu spät - sie sterben innerhalb der Wartezeit. Ohne den grenzüberschreitenden Austausch von Spenderorganen wäre die Zahl noch höher: Jahr für Jahr bekommt Deutschland aus den Nachbarländern mehr Spenderorgane, als es abgibt.

Nur mehr Lebendspender könnten den Organmangel beheben

Mehr Lebendspender sind nach Meinung vieler Experten unverzichtbar. Denn selbst wenn sich jeder in Deutschland bereit erklären würde, nach seinem Tod seine Organe zur Verfügung zu stellen, gäbe es wahrscheinlich immer noch eine Versorgungslücke. Schließlich können nur bei bestimmten Todesumständen die Organe entnommen und transplantiert werden.

Für Ökonomen wie Breyer liegt die Lösung auf der Hand: Eine zu große Nachfrage trifft auf ein zu kleines Angebot - weil die staatliche Regulierung das Angebot künstlich verknappe. Die Spender müssten gebührend entlohnt werden, dann würde auch das Angebot an Organen steigen. Der Bayreuther Ökonom Peter Oberender zum Beispiel schlägt einen Handel wie an einer Wertpapierbörse vor.

  • 05.01.2012, 19:52 UhrAnonymer Benutzer: ijo

    unglaublich guter Kommentar von Manfred

  • 10.02.2011, 01:50 UhrAnonymer Benutzer: cibula

    hallo ich möchte mein organe verkaufen niere füür für gutes geld bitte melden hier
    herren6@gmailcom

  • 08.05.2010, 15:16 UhrAnonymer Benutzer: Manfred

    Wie immer geht es nur ums Geschäft. Nicht wirklich darum, Menschenleben zu retten. Denn ansonsten würde man schon lange viel mehr Geld in Vorbeugung und Aufklärung investieren. Der beste Weg ist nämlich gar nicht es so krank zu werden, dass ein Organ versagt. Der überwiegende Teil derjenigen die kranke Organe haben hat dies selbst durch eine falsche Lebensweise verursacht. Hier sollte man stärker ansetzen. Aber daran verdient man ja nicht gut genug. Natürlich sind die Menschen "dumm" und die meisten wissen, dass "Genussgifte"krank machen, dass ungesundes Essen krank macht und rauchen, trinken und "fressen" trotzdem. Warum? Teilweise weil suggeriert wird, dass man heute ja fast jedes Organ "austauschen" kann und die Medizin ja so fortschrittlich ist. Das ist aber nur "Marketing" und mehr nicht. Weder haben die vielen teuren Krebsmedikamente und behandlungen verhindert dass immer mehr Menschen an Krebs sterben noch ist eine Transplantation wirklich eine Dauerlösung, da jedes fremde Organ Abstoßreaktionen verursacht (bis auf wenige Ausnahmen) und dass zur Dauermedikation führt.
    Der Vorschlag den Organhandel zu "optimieren" ist typisch "Wohlstandsdenken". Die reichen Nationen und Menschen glauben im Ernst, für Geld kann man alles kaufen. Und wie schon in einem anderen Kommentar erwähnt gibt es sowieso einen Schwarzmarkt wo auf bestellung Kinder und arme Leute entführt und "ausgeschlachtet" werden damit ein bürger unserer Wohlstandgestellschaft, der durch seine Lebensweise seine Organe geschädigt hat, auf Kosten anderer seine Lebenspanne verlängern kann. im Grunde ist es wie mit der Umweltverschmutzung. Wir in den "reichen" Ländern leben auf Kosten der Armen. Anstatt aufzuhören die Umwelt zu verschmutzen, kaufen wir uns "Verschmutzungsrechte" von denen, die dringend das Geld brauchen und "nicht in der Lage sind" ihre Umwelt zu verschmutzen. (sinngemäß). Genauso wird nun propagiert, gibt den Markt für Organhandel frei damit wir reichen bürger weiter ungesund prassen können und bei bedarf dann von den "Armen" Organe kaufen. Denn eines ist klar, für jemand, der 1 Euro am Tag verdient, sind schon 1000 Euro viel Geld und dann wird es passieren, dass Organzwischenhändler günstig Organe einkaufen und teuer weiterverkaufen. Etwas was heute eh schon illegal passiert. Man würde solch eine unmoralische Handlung einfach nur legalisieren und das mit dem Argument, es rettet ja Menschenleben. Ganz hart: Sollen die, welche aufgrund falscher Lebensweise ihre Organe geschädigt haben lieber die Konsequenzen tragen, dann bleiben für die Fälle, wo der Patient keine Schuld hat, ausreichend Organe von toten Spendern übrig und die Menschen würden vielleicht etwas mehr darüber nachdenken, das Alkohol und Nikotin und "Fressen" eben dazu führt, dass früher oder später Organversagen eintritt und dass kein Geld der Welt die Folgen beseitigen kann. Wenn mir durch einen Unfall die Nieren oder die Leber zerquetscht wird oder ein Kind mit einem Herzfehler geboren wird ist das eine ganz andere Geschichte. in diesem Fall ist ärztliche Hilfe anders zu sehen als wenn ich meine Leber oder Niere "kaputtlebe". Natürlich ist das alles etwas zugespitzt formuliert aber ich bin gegen jeden Organhandel und würde es begrüßen, wenn man viel mehr in Aufklärung investiert.
    Dumm ist nur, alle verdienen an kranken Menschen. Zuerst verdient die industrie die Zigaretten, Alhohol und mit chemikalien vollgestopftes wertloses "Nahrungsmittel" verkauft. (man könnte 90% der im Supermarkt angebotenen Nahrungsmittel vom Markt nehmen, da diese alle gesundheitsschädlich sind, leider aber nur schleichend). Dann verdienen die, welche Diäten, Entzugskuren etc. anbieten. Und die welche Sport verkaufen. Als nächstes die Pharmaindustrie mit Abführmittel, Magenmittel und hunderten von Medikamenten die nur die Auswirkung falscher Lebens- und Essgewohnheiten kaschieren. Dann verdienen die Ärzte, dann wieder die Pharma, wenn der Patient chronisch krank wird und zum Schluss wieder die Ärzte und Krankenhäuser wenn transplantiert wird und natürlich auch die Pharma um die Dauermedikamentation zu liefern...... Und zahlen tut die Allgemeinheit über Steuern und Krankenkassenbeiträge. Wer aus dieser ganzen Kette möchte wirklich auf seinen Verdienst verzichten und arbeitslos werden? Niemand, also wird Aufklärung nicht gefördert sondern lieber die Werbung für ein weiter ungesundes leben. Sodbrennen, Übergewicht, Diabetes...? Medikament x, Nierenprobleme? Maschine y, Organversagen? Transplantation z... Marktwirtschaft ist alles.......

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