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Mitarbeiterführung: Wie Unternehmen Profit verschenken

Unzufriedenheit, Misstrauen, innere Emigration: Obwohl es kaum etwas kostet, Mitarbeiter so zu führen, dass sie sich für die Unternehmensziele engagieren, tun es nur wenige Unternehmen. Ökonomen sind den Gründen für das Paradox auf der Spur.

Miese Stimmung im Büro - die Folge sind vergeudete Potenziale. Foto: dpa
Miese Stimmung im Büro - die Folge sind vergeudete Potenziale. Foto: dpa

FRANKFURT. Für Jeffrey Pfeffer ist die Diagnose klar: "Die Arbeitsplätze in den USA und andernorts sind geprägt von grassierender Unzufriedenheit, Misstrauen und innerer Emigration", stellt der renommierte Betriebswirtschaftler der Stanford-Universität und Buchautor fest und setzt noch eins drauf: "Es wird immer schlechter statt besser."

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Nach einer Studie des amerikanischen arbeitgebernahen Instituts Conference Board von 2004 identifizieren sich zwei Drittel der Beschäftigten nicht mit den geschäftlichen Zielen ihrer Arbeitgeber und haben keine Motivation, zum Erreichen dieser Ziele beizutragen. Die Hälfte empfindet eine Kluft zwischen sich und dem Arbeitgeber, und ein Viertel gab an, ausschließlich zur Arbeit zu erscheinen, um den Lohnzettel zu bekommen.

Für die betroffenen Unternehmen ist dieser Befund gleichbedeutend mit vergeudeten Potenzialen, so der Wissenschaftler, denn: "Wie das Personal gemanagt wird und wie hoch die Arbeitszufriedenheit und wie gut die Arbeitseinstellung sind, hat einen statistisch gut nachweisbaren Einfluss auf den Unternehmenserfolg." Auch unter Praktikern ist diese Einsicht Gemeingut. Towers Perrin, eine der weltweit führenden Managementberatungen, begründet mit dem gleichen Argument, warum sie regelmäßig in ihrer aufwendigen "Global Workforce Study" solche Kriterien erhebt. "Mitarbeiterengagement ist ein Erfolgsfaktor für Unternehmen, der in Zeiten globalen Wettbewerbs und immer austauschbarer Technologien zu einem der wichtigsten Wettbewerbsvorteile avanciert", schreiben die Experten.

Diese Studie zeigt auch, dass es in Deutschland nicht besser darum bestellt ist als in den Vereinigten Staaten. Der Anteil der hoch engagierten "Mitreißer" liegt mit 17 Prozent um ganze zwölf Prozentpunkte niedriger als in den USA.Nimmt man die 47 Prozent moderat engagierter "Mitmacher" hinzu, so liegt der Anteil der engagierten mit knapp zwei Dritteln immer noch acht Punkte niedriger. Fast jeder Zehnte fällt in Deutschland in die Kategorie "schon weg", und weitere 28 Prozent sind gering engagierte "Zaungäste".

Auch für Deutschland ergab die Studie durch Towers Perrin, dass das Engagement der Belegschaften abnimmt. Durch Analyse der Unternehmensergebnisse der beteiligten Unternehmen fanden die Berater heraus: dass Unternehmen mit überdurchschnittlich hoch engagierter Arbeitnehmerschaft drei Jahre später eine deutlich überdurchschnittliche Umsatzrendite hatten, die Unternehmen mit gering engagierten Arbeitnehmern eine entsprechend unterdurchschnittliche.

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