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Staatsverdrossenheit: Mitspracherecht erhöht Lebenszufriedenheit

Wer gefragt wird, ist glücklicher. So lautet das Ergebnis einer aufwendigen Feldstudie in Indonesien. Bei politischen Entscheidungen sind Menschen mit dem Ergebnis zufriedener, wenn sie selbst entscheiden dürfen.

Menschen sind zufriedener, wenn sie nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden, sondern mitentscheiden dürfen. Quelle: dapd
Menschen sind zufriedener, wenn sie nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden, sondern mitentscheiden dürfen. Quelle: dapd

DüsseldorfAngekettete Menschen, Massenproteste, Wasserwerfer: Im Stuttgarter Schlossgarten konnte man 2011 monatelang beobachten, wie Menschen reagieren, wenn sie sich übergangen fühlen. Aus friedlichen Schwaben machte das Gefühl, die Politik habe über ihren Kopf hinweg entschieden, aggressive Wutbürger. Erst nach einer Volksabstimmung, bei der die Bahnhofsgegner den Kürzeren zogen, beruhigte sich die Lage in der Landeshauptstadt wieder.

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Die wilden Proteste gegen Stuttgart 21 und ihr rasches Abflauen nach der Volksbefragung - für Ökonomen, die untersuchen, was Menschen glücklich macht, ist all dass nicht überraschend. In einer Reihe von Studien haben sie festgestellt: Menschen sind zufriedener, wenn sie nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden, sondern mitentscheiden dürfen und zwischen Alternativen auswählen können.

Kretschmann akzeptiert Volksentscheid

Politik Kretschmann akzeptiert Volksentscheid

Eindrucksvoll vor Augen führt das eine aufwendige Feldstudie in dem asiatischen Inselstaat Indonesien. In 640 Dörfern testete ein Forscherteam aus Weltbank-Ökonomen und Wissenschaftlern amerikanischer Elite-Universitäten verschiedene Verteilmechanismen für Sozialhilfe.

In manchen Dörfern legten die Forscher selbst fest, wer Sozialtransfers bekam - sie orientierten sich an den offiziellen Einkommensstatistiken und zahlten die Hilfe an Menschen, die laut der Daten am bedürftigsten waren. In über 200 zufällig ausgewählten Dörfern dagegen versammelten sich die Bürger und stimmten gemeinsam darüber ab, an wen das Geld gezahlt wird.

Die Forscher stellten fest: "Die Menschen sind viel zufriedener mit dem Ergebnis, wenn sie selbst entscheiden dürfen." Bei der bürgernahen Methode war die Akzeptanz des Sozialprogramms deutlich größer; und es gab später 60 Prozent weniger Beschwerden.

  • 28.01.2012, 16:49 UhrAnonymer Benutzer: norbert

    Na so eine Überraschung ! Ernsthaft den Bürger fragen ? Und womöglich das noch machen, was der Bürger sagt ? Wo kämen wir denn da hin ?

    Btw.:
    Mitsprache wurde immer mit viel Blut erkämpft, das gab es NIE als Geschenk.

  • 28.01.2012, 16:15 UhrAnonymer Benutzer: Wutbuergerin

    Dem ist nichts hinzuzufügen.
    Wir haben doch nicht das Interesse an unserem Gemeinwesen verloren, sondern verlieren langsam die Geduld mit der Politikerkaste - siehe Entscheidungen zur Eurokrise, zu Griechenland oder dem "blinden rechten Auge".

  • 28.01.2012, 15:42 UhrAnonymer Benutzer: Politikerverdrossen

    Ich höre immer "politik- oder staatsverdrossen". Da sind wir Bürger doch garnicht; wir sind POLITIKERverdrossen!

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