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Studie aus Norwegen: Eine Frauenquote darf nicht überstürzt werden

Unternehmen können von mehr Frauen in Führungspositionen profitieren - sofern der Staat eine Quote nicht zu schnell einführt. Überhastete Regelungen schaden der Wirtschaft sogar: Das zeigt eine Studie aus Norwegen.

Die Frauenquote kam für Norwegens Unternehmen zu schnell, zeigt eine Studie. Quelle: dapd
Die Frauenquote kam für Norwegens Unternehmen zu schnell, zeigt eine Studie. Quelle: dapd

LondonVierzig Jahre. So lange wird es dauern, bis Frauen in den Führungsetagen der europäischen Unternehmen auch nur annähernd die Hälfte aller Posten besetzen - wenn sich nichts ändert. Denn derzeit steigt der Anteil von Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten nur im Zeitlupentempo.

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Zwischen 2010 und 2012 kletterte er EU-weit gerade einmal von 11,8 auf 13,7 Prozent. EU-Kommissarin Viviane Reding und Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen ist das viel zu langsam - beide machen sich daher für eine gesetzliche Frauenquote stark. Ihr großes Vorbild ist dabei Norwegen. Dort müssen börsennotierte Unternehmen seit 2006 mindestens 40 Prozent Frauen im Verwaltungsrat haben. Norwegen, so ist Reding überzeugt, habe damit „gute Erfahrungen“ gemacht.

Genau das zweifelt ein amerikanisches Forscherteam in einer neuen Studie nachhaltig an. Die Frauenquote kam für Norwegens Unternehmen zu schnell, lautet das Fazit von Kenneth Ahern und Amy Dittmar, die beide an der University of Michigan tätig sind. Weil es zu wenig qualifizierte weibliche Kandidaten für die Führungspositionen gegeben habe, seien die Firmen gezwungen gewesen, jüngere und unerfahrenere Frauen in die Verwaltungsräte zu holen. Darunter habe die Performance der Unternehmen über Jahre gelitten. „Die norwegische Quotenregelung war zwar ein wirksames Instrument, um Geschlechtervielfalt zu erreichen“, schreiben Ahern und Dittmar. „Aber für die Aktionäre der Firmen ging sie mit beträchtlichen Kosten einher.“

Familienpolitik

Die Studie mit dem Titel „The Changing of the Boards“ ist in der aktuellen Ausgabe des „Quarterly Journal of Economics“ erschienen - einer der renommiertesten und anspruchsvollsten VWL-Fachzeitschriften der Welt. Die Ökonomen haben die Folgen der Frauenquote für die Unternehmen am Beispiel von 248 norwegischen Aktiengesellschaften analysiert. Dabei machten sie sich zunutze, dass nicht alle Unternehmen im gleichen Maß von diesen Folgen betroffen waren: Firmen, die vorher gar keine oder nur sehr wenige Frauen im Verwaltungsrat hatten, mussten ihre Führungsspitze deutlich stärker umbauen als andere.

Einst männerdominierten Unternehmen ging es durch die Quote wirtschaftlich mehrere Jahre lang erheblich schlechter, stellten die Forscher fest - diese Firmen wurden an der Börse deutlich abgestraft. In den Tagen unmittelbar nach der Ankündigung der Frauenquote brachen die Aktienkurse dieser Unternehmen im Schnitt um 3,5 Prozent ein. Bei Firmen, die mindestens eine Frau im Verwaltungsrat hatten, änderte sich die Bewertung dagegen so gut wie gar nicht. Die Effekte lassen sich weder mit der Größe der Unternehmen erklären noch mit der Branche, in der sie aktiv sind, stellen die Forscher fest.

  • 14.11.2012, 16:42 UhrMichaelKlein

    Es ist falsch, dass diversifizierte Teams bessere Ergebnisse produzieren als nicht-diversifizierte Teams, wie z.B. eine Studie von Øyvind Bøhren und Øyvind Strøm (2010) zeigt.
    Die Studie von Ahern und Dittmar hat Tobins Q also nicht nur den Marktwert, sondern auch den Buchwert berücksichtigt. Ergebnis war, dass nicht die Börse die Unternehmen einfach so abgestraft hat, sondern dass der Buchwert zuerste gesunken ist, weil unerfahrene Aufsichtsräte (die zwangsgegenderten) schlechtere Entscheidungen getroffen haben, dadurch die Schulden gestiegen sind und DESHALB Aktionäre ihre Anteile an den entsprechenden Unternehmen verkauft haben. Schließlich gibt es noch eine DEUTSCHE Studie von Ochsenfeld, die eindeutig zeigt, dass es in Unternehmen keine gläserne Decke gibt und wenn man alles zusammen nimmt, dann gibt es keinen Grund für eine Frauenquote: Sie schadet dem Unternehmen, sie beseitigt keine Diskriminierung, weil es keine Diskriminierung zu beseitigen gibt und sie nutzt nur Mittelschichtsfrauen und nicht etwa FRAUEN als solchen.

    Mehr dazu:
    http://sciencefiles.org/2012/10/02/alles-luge-feministisches-rent-seeking-durch-frauenquoten/

  • 10.09.2012, 20:35 UhrUliP

    Positive Wirkungen hin, negative Wirkungen her. Eine Einmischung des Staates in die Personalpolitik privatwirtschaftlicher Unternehmen sind für mich Methoden eines totalitären Regimes.

    Perfekt wird es dann durch die lächerliche Schizophrenie, dass die Unternehmen gezwungen werden sollen, Frauen einzustellen, aber gemäß dem Antidiskrimnierungsgesetz keine Stellen für nur ein Geschlecht ausschreiben dürfen.

    Ich als Diplom-Ökonom habe es mittlerweile aufgegeben, Politiker für voll zu nehmen. Leider sind es aber genau diese Nichtskönner, die die Entscheidungsmacht haben.

  • 16.03.2012, 00:57 Uhrksbs

    Voraussetzung "Frau weiß wie sich die Schraube dreht".

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