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Tagung: Volkswirte überdenken ihre Theorien

Welche Lehren muss die Ökonomie aus der Krise ziehen? Auf der Tagung der Royal Economic Society zeichnet sich die VWL der Zukunft ab, denn Experten halten ein Umdenken in der Makroökonomie für unausweichlich. Analytischen Modelle sollen realitätsnäher und komplexer werden.

Auf der Tagung der Royal Economic Society wühlen sich Volkswirte durch die Trümmer ihrer Theorien. Quelle: Klaus Meinhardt
Auf der Tagung der Royal Economic Society wühlen sich Volkswirte durch die Trümmer ihrer Theorien. Quelle: Klaus Meinhardt

GUILDFORD. Aus der ganzen Welt waren die führenden Makroökonomen Mitte September 2007 nach London gereist. Auf Einladung der Bank of England zerbrachen sie sich zwei Tage lang den Kopf über eines der heißesten Themen ihres Fachs: über die goldenen Zeiten, in denen sich die Weltwirtschaft seit den 80er-Jahren befand. Warum hatte damals ein neues wirtschaftliches Zeitalter begonnen, in dem das Wirtschaftswachstum höher und die Inflation niedriger war? Was waren die Ursachen für diese Epoche, die Ökonomen die Ära der "Great Moderation" nannten?

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Tatsächlich wurden die Forscher von der Realität überholt. "Am zweiten Tag der Konferenz begann der Bank-Run auf Northern Rock", erinnert sich Athanasios Orphanides, Gouverneur der zypriotischen Notenbank und Teilnehmer der denkwürdigen Tagung. Zwar rettete die britische Regierung die kriselnde Hypothekenbank, doch bald stand die Weltwirtschaft am Rande einer zweiten großen Depression. Und die "Great Moderation" wurde ein Fall für die Wirtschaftshistoriker.

Von der Realität überholt

Wie in einem Brennglas bündelt die Londoner Konferenz das Versagen der modernen Makroökonomie: Während die Akademiker in der Zentrale der englischen Notenbank noch über die "Quellen der Finanz-Stabilität" diskutieren, bricht draußen das Bankensystem des Landes zusammen. "Die Finanzkrise hat eine Reihe von fundamentalen Schwächen in unserem analytischen Gerüst offengelegt", betonte Orphanides in dieser Woche auf der Jahrestagung der Royal Economic Society (RES) in der südenglischen Universitätsstadt Guildford.

Wie bereits auf der Konferenz der American Economic Association vor drei Monaten in Atlanta überschattet die Krise der Volkswirtschaftslehre auch das Treffen der wichtigsten Ökonomenvereinigung Europas. Welche Gründe sind für diese Krise der Makroökonomie verantwortlich? Und welche Lehren sollte das Fach aus dem wissenschaftlichen Desaster ziehen? Drei Tage lang diskutierten europäische und amerikanische Ökonomen auf der RES-Konferenz über diese Fragen.

  • 07.04.2010, 17:51 UhrAnonymer Benutzer: Unwissender

    Sehr guter Kommentar Herr Paus. ich stimme ihnen zu. ich kann diese selbsternannten Experten nicht mehr ertragen. ihren gesunden Menschenverstand haben diese "Volkswirte" an der Uni scheinbar abgegeben. in vielen Wirtschaftsbereichen haben sich Monopole gebildet. Daher werden z.b. Zinssenkungen und niedrigere Preise nicht entsprechend weitergegeben. So einfach ist das. Die Gier frisst sich durch diese Köpfe immer weiter und hat scheinbar Geist und Moral aufgezehrt. Einziger Trost: Auch für Euch Schlaumeier hat das letzte Hemd keine Taschen.

  • 02.04.2010, 21:19 UhrAnonymer Benutzer: Erich Paus

    Die Volkswirtschaftslehre benutzt bei ihrem Trial-and-Error-Gestümper ganze Zivilisationen als Test- und Experimentierfeld. Sie weigert sich standhaft, mathematisch sauber fundierte analytische Methoden zu verwenden. Da sie sich mit Wirtschaft und Kapital befaßt, wird sie vom Kapital vereinnahmt, korrumpiert und für seine interessen genutzt unter Hintanstellung von Wahrheit und Klarheit. Mittlerweile ist die Verschmutzung der Wirtschaftswissenschaften so gigantisch, daß sie nicht einmal mehr den bezug zu ihren ewigen fundamentalen Paradigmen findet.

    Einer dieser Fehler mit einer gigantischen Spur von geistiger Umweltverschmutzung ist die Geldzentrierung der Volkswirtschaftslehre. Die Verwalter des Geldes, die banker, haben im Rahmen der Machtkonzentration aufgrund von Geldkonzentration die Volkswirtschaftslehre dahingehend umgeschrieben, daß sie Wirtschaftswachstum auf Geld, Kredit und Zins zurückführten, obwohl Volkswirtschaft gar kein Geld benötigt, um zu funktionieren und wachsen zu können, sondern Geld allein der Effizienzsteigerung der Volkswirtschaft dient. Maßstab und Angelpunkt aller wirtschaftlichen Erscheinungen und allen wirtschaftlichen Handelns ist und bleibt die Ressourcennutzung. Sie ist sowohl Zweck als auch Mittel des Lebens des individuums. Und alles Kapital dient nur dazu, diese den Menschen effizient verfügbar zu machen.

    Und einer der größten Schwächen der Volkswirtschaftslehre ist die Außerachtlassung der Physik der Nutzung nicht-regenerierbarer Ressourcen. Denn eine Zivilisation, die auf basis nicht-regenerierbarer Ressourcen wirtschaftet und mit ihrer bevölkerung die Anzahl überschritten hat, die ihr ein Leben im Gleichgewicht mit der Natur erlauben würde, kann Wirtschaftswachstum nicht mehr vermeiden, ohne daß ihre Mitglieder verarmen oder, schlimmer, abtreten, oder, noch schlimmer, sterben müßten. Das liegt an der Ressourcennutzung selbst. Denn die Ressourcen bestehen aus genau zwei Teilen, erstens Ressourcen, die zur Gewinnung der Ressourcen selbst notwendig sind, ihrem Selbstzweckanteil, zweitens Ressourcen, die für die eigentlichen Verwendungszwecke der Ressourcen benötigt werden, ihrem Nutz- oder Fremdzweckanteil. Die beendigung des Wirtschaftswachstums bedeutet das Ende des Wachstums der Ressourcengewinnung. Da aber der Selbstzweckanteil dabei trotzdem unaufhaltsam zunimmt, nimmt der Nutzzweckanteil in gleichem Umfang ab. Der Nutzzweckanteil ist aber der Anteil, der den Wohlstand ausmacht, und der überhaupt die hohen bevölkerungsdichten über der Gleichgewichtsdichte erlaubt. Ohne die Nutzung nicht-regenerierbarer Ressourcen, also im Gleichgewicht mit der Natur, könnten z. b. auf deutschem boden dauerhaft höchstens 10 Mio. Menschen leben. Das Leben aller weiteren 80 Mio. wird erst durch den Nutzzweckanteil der gewonnenen nicht-regenerierbaren Ressourcen ermöglicht. Das Wirtschaftswachstum dem Geld als Ursache zuzuschreiben ist also Anmaßung. Aber die Geldmenge wächst mit dem Wirtschaftswachstum, geht also konform mit der Nutzung nicht-regenerierbarer Ressourcen.

    Die Nutzung nicht-regenerierbarer Ressourcen ist aber nicht nur unausweichliche Ursache für Wirtschaftswachstum sondern auch die von inflation. Die inflation wächst mit dem Aufwand der Gewinnung nicht-regenerierbarer Ressourcen und ihrer Verfügbarmachung für ihre Zwecke. Die Preiserhöhungen der Marktteilnehmer sind nur die Folgen des zunehmenden Aufwandes für die Gewinnung nicht-regenerierbarer Ressourcen. Sie sind also nur die bedienung dieses Zusammenhangs.

    Die Nutzung nicht-regenerierbarer Ressourcen ist also äquivalent zu dem begriff Wachstumswirtschaft und der ist äquivalent zu unablässiger inflation. Es gibt zwar andere weitere Kräfte, die inflation mehren oder mindern, aber die Nutzung nicht-regenerierbarer Ressourcen ist die absolut unausweichliche, denen die anderen untergeordnet sind, und der die Wirkungen der anderen früher oder später folgen müssen.

  • 02.04.2010, 18:43 UhrAnonymer Benutzer: W. Fischer

    Volkswirte überdenken ihre Theorien! ist es nicht bedenklich, dass Volkswirte erst über ihre Theorien nachdenken wenn das Kind in den brunnen gefallen ist? Nach meiner Erfahrung muß man die sogenannten Theorien mit Vorsicht genießen. Dasselbe gilt für die sogenannten Experten. Für beides gilt, sie wollen alle nur dein bestes dein Geld.
    Danke

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