Bob Ravenelle aus Worcester etwa nahm an einem Sechsertausch teil, um seinem Bruder René zu helfen, dessen Nieren als Spätfolge einer Chemotherapie versagt hatten. Sämtliche Operationen fanden am 27. Februar vergangenen Jahres statt, alles ging gut. Die Beteiligten - zwei Frauen und vier Männer - trafen sich zwei Wochen später bei einer Pressekonferenz. "Es war eine sehr emotionale Situation", sagt der 45-jährige College-Direktor. "Ist es nicht wunderbar, was durch die moderne Wissenschaft möglich ist?"
Eine landesweite Nierentauschbörse scheiterte bislang an juristischen Bedenken. Das amerikanische Transplantationsgesetz verbietet Organspenden, wenn ihnen "wertgleiche Gegenleistungen" gegenüberstehen. Zwar zielt die Formulierung darauf, kommerziellen Organhandel zu unterbinden.
Es fehlte jedoch eine offizielle Bestätigung des Justizministeriums, dass Überkreuzspenden mit dem Gesetz vereinbar sind. Diese liegt jetzt endlich vor. Noch im Juni will der Vorstand des United Network for Organ Sharing (Unos) daher wahrscheinlich ein nationales Pilotprogramm beschließen. Die bisherigen Einzelinitiativen werden eingebunden. "Wir schätzen, dass 1 000 bis 2 000 zusätzliche Transplantationen im Jahr stattfinden können", sagt Elizabeth Sleeman von Unos.
Diejenigen, die an einer Überkreuzspende beteiligt waren, unterstützen die Ausweitung des Tauschgeschehens vorbehaltlos. "Ohne diese Möglichkeit würde ich immer noch auf eine Niere warten", sagt Richard Krafton. Sein Schwager und Spender Stephen Proulx hat seine Entscheidung nicht bereut: "Ich würde es wieder tun." Mit ihrem Gegenpart sind die beiden bis heute befreundet. Die New Yorkerin, die Proulxs Niere erhielt, zog vor kurzem nach Kalifornien. "Ein Teil von mir spaziert jetzt an der Westküste herum", sinniert Proulx. "Das ist schon ein witziger Gedanke."