„Die Krise ist noch nicht vorbei“

Top-Ökonom Rajan
„Die Krise ist noch nicht vorbei“

Der ehemalige IWF-Chefvolkswirt Raghuram Rajan erklärt, warum Angela Merkels Sparkurs richtig ist, die wahren Probleme außerhalb des Finanzsektors liegen und der Weltwirtschaft eine neue Krise droht.
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Handelsblatt: Angela Merkel bekommt für ihre Wirtschaftspolitik und ihr Verhalten in der Euro-Krise international viel Prügel. Auch von Ihnen?

Nein, ganz im Gegenteil. Ich halte Deutschland für den stabilisierenden Faktor in Europa. Es gibt wenigstens eine Regierung, deren Finanzpolitik die Menschen vertrauen.

Aber gefährden Merkels Sparpläne nicht die Konjunkturerholung?

Das glaube ich nicht. Ich bin keiner von denen, die fordern, dass Deutschland mehr Geld ausgeben sollte. Die deutschen Sparprogramme sind vernünftig. Sie haben einen mittelfristigen Horizont und greifen nicht sofort. Wir reden über ein Land mit einer jährlichen Wirtschaftsleistung von 2400 Milliarden Euro - Merkel will bis 2014 80 Milliarden einsparen. Das ist nicht übertrieben.

Aber die Konjunktur ist doch noch sehr wackelig ?

Die Krise ist noch nicht vorbei, das stimmt. Aber es hilft nichts, die gesamtwirtschaftliche Nachfrage auf alte Art und Weise aufzupumpen.

Was ist daran falsch?

Na ja, wir haben nicht nur ein Problem auf der Nachfrage- sondern auch auf der Angebotsseite. In den Jahren vor der Krise ist ein Überangebot in bestimmten Bereichen entstanden - wir haben zum Beispiel viel zu viele Häuser in den USA und viel zu viele Immobilienmakler. Was wir brauchen ist eine Neu-Verteilung der Ressourcen in der Wirtschaft.

Also sollte die Politik die Krise einfach geschehen lassen?

Ganz so weit würde ich nicht gehen. Es gibt durchaus einige Dinge, die die Regierungen tun können. In den Vereinigten Staaten wäre es zum Beispiel sinnvoll, Langzeitarbeitslosen länger Arbeitslosengeld zu bezahlen - dort gibt es einfach im Moment zu wenig Jobs. Aber der Handlungsspielraum für die Politik ist viel geringer, als Politiker und Wähler wahrhaben wollen.

Warum sind Sie so pessimistisch?

Vor dem Ausbruch der Krise war die Nachfrage zum Teil auf Sand gebaut - finanziert mit billigem Geld und leicht verfügbaren Krediten. Dieses Wachstum war nicht nachhaltig. Jetzt fallen wir in alte Verhaltensmuster zurück. Wir versuchen wieder einmal, die US-Bürger davon zu überzeugen, noch mehr zu konsumieren. Damit schaffen wir aber kein nachhaltiges Wachstum.

Aber dauert die Krise ohne Konjunkturprogramme nicht noch viel länger?

Davon bin ich nicht überzeugt. Fakt ist, dass die Wirtschaft Zeit braucht, um sich anzupassen. Ob da Konjunkturprogramme helfen, weiß ich nicht. Schauen Sie sich Japan an ?

? dort ist Anfang der 90er Jahre eine Spekulationsblase geplatzt, es folgten fast zwei Jahrzehnte Dauerkrise.

Genau. In Japan folgte Konjunkturpaket auf Konjunkturpaket, und die Leitzinsen waren bei Null. Trotzdem ist nichts passiert, weil die Politik in Japan die fundamentalen Probleme der Volkswirtschaft nicht angepackt hat. Die Konjunkturprogramme haben Japan eingelullt. Es gab eine Illusion des Handelns, die die wirklich notwendigen Reformen verzögert hat. Wir müssen aufpassen, dass uns nicht der gleiche Fehler passiert.

Sind also all die Milliarden, die die Industrieländer bislang für Konjunkturprogramme ausgegeben haben, verschwendet?

Nein, das würde ich nicht sagen. Nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers gab es einen massiven Einbruch der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage. Es war richtig, dass die Staaten vorübergehend eingesprungen sind, um Schlimmeres zu verhindern. Auch aus humanitären Gründen - ein Teil der Gelder ist ja Leuten zugute gekommen, die ihre Jobs verloren hatten und deren Arbeitslosengeld auszulaufen drohte. Auch Infrastruktur-Projekte sind nicht eine vollkommen schlechte Idee. Damit schafft man Jobs für niedrig qualifizierte Arbeiter. Aber wir haben jetzt die Grenze erreicht. Es gibt nicht mehr viele Projekte, die sinnvoll sind und schnell umgesetzt werden können. Außerdem reicht es nicht, nur die Nachfrage anzukurbeln. Was wir zusätzlich brauchen sind Reformen und Anpassungen auf der Angebotsseite.

Woran denken Sie konkret?

Wir müssen alles tun, was das Wachstumspotenzial unserer Volkswirtschaften stärkt. Länder, die starre Arbeitsmärkte haben, sollten diese deregulieren. Auch ein Abbau von Wettbewerbsschranken in der Dienstleistungsbranche würde helfen. Die USA sollten zudem versuchen, die Wettbewerbfähigkeit ihrer Exportwirtschaft zu stärken - am besten über das Bildungssystem. Die US-Ausfuhren sind sehr wissensintensiv. Daher macht es Sinn, für mehr gut ausgebildete Arbeitnehmer zu sorgen.

Was kann Deutschland tun?

Deutschland sollte mehr darüber nachdenken, wie es die Wettbewerbsfähigkeit seiner Binnenwirtschaft stärkt. Das bedeutet zum Beispiel weniger staatliche Vorschriften, vor allem im Service-Sektor.

Aber wenn die Wachstumsraten der Vergangenheit überzogen waren, können wir sie überhaupt je wieder erreichen?

Wenn wir die richtigen Entscheidungen treffen, dann ist das möglich. Kurzfristig wäre solch ein Weg vielleicht schmerzhafter - langfristig hätten wir aber viel zu gewinnen.

Zieht die Politik generell die richtigen Lehren aus der Finanzkrise?

Die Politiker tun das, was notwenig ist, damit sie aus dem Schussfeld kommen. Sie versuchen die Konjunktur schnell wieder anzukurbeln und den Finanzsektor so einzuschnüren, dass er nicht wieder zu einem Problemfall wird. Ich fürchte, das reicht nicht, um die Weltwirtschaft auf die Dauer stabil zu machen.

Was läuft falsch?

Wir schauen zu einseitig nur auf den Finanzsektor - und übersehen wichtige fundamentale Ursachen der Krise, die außerhalb der Finanzszene liegen. Es gibt mindestens drei Sollbruchstellen, die zur nächsten Krise führen können.

Und zwar?

Ein Kernproblem ist die wachsende Ungleichheit in den Vereinigten Staaten. Es gibt eine riesige Zahl von Amerikanern, deren Einkommen schon lange nicht mehr gestiegen oder sogar gesunken ist. Das führt zu einem enormen politischen Druck, etwas gegen diese Ungleichheit zu tun.

Aber was hat das mit der Finanzkrise zu tun?

Die US-Politik hat bis 2007 versucht, die Ungleichheit über billiges Geld und einfach verfügbare Kredite zu lösen. Das hat lange scheinbar wunderbar funktioniert: Die Leute konnten sich mit geliehenem Geld Häuser kaufen, die im Wert stiegen und als Sicherheit für neue Kredite dienten - dieses Geld konnten sie dann in ihren Konsum stecken. Außerdem sind so in der Bauwirtschaft viele neue Jobs entstanden. Das tiefer liegende Problem der wachsenden Ungleichheit wurde so lange zugedeckt.

Was ist die zweite Sollbruchstelle?

Der veränderte Charakter der Konjunkturzyklen in den Vereinigten Staaten. Früher waren die Abschwünge kurz und die Aufschwünge kräftig. Die Jobs, die verschwanden, waren im Schnitt nach acht Monaten wieder da. 1991 dauerte es aber schon 23 Monate, 2001 vergingen sogar 38 Monate. Diesmal wird es wahrscheinlich vier oder fünf Jahre dauern. Das führt zu großen politischen Druck, schnell die Konjunktur über niedrige Zinsen und höhere Staatsausgaben wieder anzukurbeln.

Und das dritte Problem?

Die enormen Ungleichgewichte in der Weltwirtschaft. Zu viele Länder sind zu sehr darauf angewiesen, dass der Außenhandel sie aus der Misere zieht. Voraussetzung dafür ist, dass es umgekehrt Länder gibt, die Leistungsbilanz-Defizite aufhäufen. Die Erfahrung seit, dass Defizit-Länder in der Regeln schlechte Politik machen - schauen sie sich Griechenland an oder auch die USA.

Wohin wird das führen?

Wenn wir diese Probleme nicht lösen, werden sie sich früher oder später an anderer Stelle erneut entladen. Wenn wir die Ungleichheit nicht in den Griff kriegen, könnten die sozialen Probleme zu einer Stimmung gegen den Freihandel und einer Handelskrise führen. Denkbar ist auch eine neue Finanzkrise, diesmal in einem anderen Teil der Welt.

Kommentare zu "„Die Krise ist noch nicht vorbei“"

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  • "Zu viele Länder sind zu sehr darauf angewiesen, dass der Außenhandel sie aus der Misere zieht. Voraussetzung dafür ist, dass es umgekehrt Länder gibt, die Leistungsbilanz-Defizite aufhäufen".

    Wenn das mal nicht nach dem deutschen Geschäftsmodell klingt.
    Wir verschenken unsere hochwertigen deutschen industrie-Exportprodukte gegen wertlose Greenbacks und Staatsanleihen und feiern uns dann selber als Vize-Exportweltmeister auf Pump, phantastische Wirtschaftspolitik.
    Gleichzeitig kackt unsere binnennachfrage immer weiter ab, stagnieren die Löhne u. Gehälter, boomt die Leiharbeit und der Niedriglohnsektor.
    Pervers sowas!

  • Leider muss die deutsche Wirtschaft eine Monsterbürokratie mit durchfüttern, die den arbeitenden Menschen ständig neue Hürden vor die Füsse wirft (in Form sinnloser Vorschriften etc) und es z. b. nicht einmal schafft, eine Gesundheitsreform hinzulegen, die den Namen verdient. Dies führt zu der absurd hohen Staatsquote von ca. 50 % mit steugender Tendenz. Hätten wir eine effektive Verwaltung, könnte die Wirtschaft bei gleichbeibender (internationaler) Konkurrenzfähigkeit höhere Löhne ud Gehälter zahlen, womit die verlangte binnennachfrage hätten.
    Aber dazu wird es nicht kommen, keine bürokratie lässt sich freiwillig auf Effizienz trimmen.

  • "Die Angst des weissen Mannes" (ersch. Ende 2009) , eine hervorragende Analyse und bestandsaufnahme des "Gestern, Jetzt und vermutl. Morgen" von Peter Scholl-Latour, beschränkt sich nicht auf die betrachtung der Welt-Finanz-Ökonomie bzw. die Focussierung auf das, was in Europa und USA passiert, denn die Neuorientierung der Völker dieser Erde ist eine Verschiebung von überholten, ausgebrannten "West-Kulturen" hin zu den sog. "Drittländern". Ja, die "Finanzmarkt-Regulierungen" und sog. "Wirtschafts-Reformen" sind zweifellos wichtige Steuerungselemente, aber sie haben für den Normalbürger und Konsumenten(!) in solch riesigen Völkermassen wie etwa indonesien oder Südamerika, China, indien und den früheren GUS-Staaten keinerlei bedeutung. Doch gerade dort - und vor allem in den islam-Kulturen - wird ganz anders "gedacht" als bei uns. Je frühere wir "Westler" das versuchen zu verstehen, ja zu lernen und mit diesen Menschen kooperieren, wo immer es geht - umso mehr werden wir "Krisenvorsorge" betreiben. Vollkommen richtig, Mit-Kommentator SiGi40, wenn immer mehr "West-Länder" kippen, dann geht die "Krise" erst richtig los! Wenn die bayernCSU mal drei oder dreissig Milliarden versenkt, ist das "bloß" Geld der "Steuerzahler" - was man mit solchen Geldmassen aber zur Konsumstärkung, infrastruktur-Verbesserungen und bildung zum beispiel in indien oder Südamerika anstellen könnte..! bP

  • im Großen und Ganzen laufe ich d'accord...


    dass man die 2,5bio biP nicht so einfach gegen die 80Mrd stellen kann
    (schliesslich erzeugen 80mrd staatsausgaben wesentlich mehr biP als 80 Mrd)
    möchte ich mal außer Acht lassen...

    ... ebenso den Verweis auf die fehlenden Reformen in Japan,
    wo sich mir sofort die Frage stellt: "ja, welche Reformen denn?" ...


    Aber der alles entscheidende Punkt,
    die eigentliche Misere und das Problem des Systems
    wird hier wenigstens einmal angeschnitten:
    Die nationalen und internationalen UNGLEiCHGEWiCHTE.

    Die internationale Problematik,
    welche sich ganz einfach an den Handels- und Leistungsbilanzen ablesen lassen -und in jüngster Vergangenheit endlich einmal öffentlich diskutiert werden- sind der eine Punkt;

    Die nationalen Ungleichgewichte der Einkommen, das Auseinanderdriften der einzelnen Gesellschaften ist hierbei jedoch sehr viel brisanter.
    Mit der Forderung, den Arbeitslosen in den USA ein Arbeitslosengeld
    geben zu wollen, quasi ein "Tittytainment zur Ruhigstellung der Massen"
    geht dabei -wenigstens ein Stück- in die richtige Richtung.


    Wenn aber selbst Japan mit seiner Exportstärke noch nicht mal vor dem Hintergrund einer stark wachsenden Weltwirtschaft es in 20 Jahren herausschafft aus der Misere - wie sollen es die USA dann jemals schaffen?

    Ohne Jobs und ohne "Arbeitslosenhilfe" fehlt das Geld für den Konsum;
    und ohne steigende Nachfrage (d.h.: oberhalb der beschäftigungssschwelle)
    gibt es auch keine neuen Jobs.

    im Gegenteil:
    es werden Arbeitsplätze abgebaut, es wird Outgesourced, und die niedrige Kapitalverzinsung macht die Automation nochmals in vielen bereichen erschwinglicher...

    ... was früher Löhne und Einkommen waren, und für Millionen von Menschen zum Konsum zur Verfügung stand
    sind heute Kapitalerträge - welche sich bei einigen wenigen anhäufen und gespart werden.

    Na klar: "Sparen = invest.";
    aber: in was wird denn investiert?

    Richtig: das Geld fliesst zum Großteil in diverse "Finanzprodukte"
    und dreht -zum Wohle der bankster- dort seine Kreise.

    Nachfragewirksam nach Produkten der Realwirtschaft werden diese Kapitalerträge somit nicht, da die Gewinne sogleich wieder re-"investiert"
    werden, und diesen Wasserkopf immer weiter anschwellen lassen.

    Erst wenn dieser Kapitalfluss so umgeleitet wird,
    daß er wieder nach realen Produkten nachfgragewirksam werden kann,
    erhalten wir wieder einen WirtschaftsKREiSLAUF.


  • PAPPERLAPAPP - GRiECHENLAND iST PLEiTE !
    Faktisch faßt Herr Rajan es logisch und schlüssig zusammen. Als Deutscher weiß ich nationale und internationale Wirtschaftskonsequenzen jedoch differenzierter aufzuschlüsseln.
    Das wachsende Ungleichgewicht innerhalb der USA betrifft Deutschland nicht minder. Die Vermögensumverteilung hierzulande bei alternder Gesellschaft sind staatszerstörend langwierig wirksam. Wie in den USA wird sich eine auf lange Zeit "antidemokratische" Entwicklung schon jetzt nicht mehr aufhalten lassen.
    Den zweitens benannten Revitalisierungszeitraum nach Krisen bezüglich verlorener Arbeitsplätze von 60 Monaten kann man ebenfalls nicht so allgemeingültig stehen lassen. Man muß schon zwischen hochqualifizierter, innovativer und ausbildungsabhängiger beschäftigung und produktiver Tätigkeit in der Masse unterscheiden. So lügt Statistik, in der abgehobenen Welt von New York gemacht.
    Das älteste nicht behebbare Problem (wie die uneindämmbare Zunahme von verhungernden Kindern der dritten Welt) ist das Ungleichgewicht der Weltwirtschaft. Das hier namentlich Griechenland und die USA genannt werden zeugt von Weitsicht!
    Man kann einmal stattgehabte insolvenz eines Staates nicht rückgängig machen. Dies gilt sehr wohl auch für einzelne Staaten der USA! Es ist eine ausschließliche Frage der Zeit, wann Staaten wie illinois oder Pensylvania in den Staatsbankrott entlassen werden m ü s s e n. Je f r ü h e r um so b e s s e r. Es helfen Ratings einer FiMOSTAPO definitiv nicht weiter.

  • Der erste Kommentar eines Ökonomen, der mit meinen Kommentaren konform ist und der über den Tellerrand blickt. Herr Rajan ist Diplomat, weil er die Probleme nur umschreibt.

    Gibt es eine Lösung? in den letzten 20 Jahren haben die Amis auf Pump konsumiert und damit die Weltwirtschaft am Laufen gehalten. Seit Mitte 2007 ist Schluß mit lustig. China und die Schwellenländer können diesen Ausfall nicht kompensieren. Dass wir in D die Krise besser „überwinden“, hatte ich bereits vor 2 Jahren kommentiert. Der Grund dafür liegt in unserem Fahrzeug- Maschinen- und Werkzeugbau, Made in Germany! Weltweit führend! Noch. bei dem Arbeitsspektrum das nachwächst, ist Hopfen und Malz verloren. Die meisten haben sich schon auf ein Leben am Subventionstrog eingestellt, mit a bissl Schwarzarbeit nebenher. Zumindest in der DDR.

    Die banksterrettungs- und Konjunkturstrohfeuerpakete in den letzten zwei Jahren in Höhe von 30 billionen Dollar haben keinen selbsttragenden Aufschwung ausgelöst. im Gegenteil. Die Schuldenlawine droht bereits jetzt das Finanzsystem der meisten westl. industriestaaten lahm zu legen. Eine Zinserhöhung um 2% reicht aus, um alles lahm zu legen!!
    Und wie wollen wir in den westl. industriestaaten mit Produktionsstandards konkurrieren, die mit Kinderarbeit und Verzicht auf jegliche Umweltauflagen einhergehen? Giftspielzeug aus China zu 20 Cent. Solchen Ramsch brauchen wir nicht. Und China braucht uns nicht. 1,3 Mrd. Menschen, ca. 1/3 davon ohne Strom, das ist das beste Konjunkturprogramm für China, parallel dazu für indien. Noch partizipieren wir in D von derem Aufschwung. Aber was machen all die anderen westl. industriestaaten? Auch das UK druckt schon lange das Geld, um sich die Staatsanleihen selbst abzukaufen.

    Wenn immer mehr Länder kippen, dann fängt die Krise erst richtig an. bis jetzt sind vor allem wir in D fast überhaupt nicht damit konfrontiert worden. Doch alle beten um unseren Export. Die Erlöse davon haben die Finanzminister der anderen europ. Staaten schon fest in ihrem Haushalt verplant.

  • "Merkels Sparkurs ist richtig"? Liebes HANDELSbLATT, welcher Sparkurs? ich dachte, Merkel hätte gerade einen bundeshaushalt mit fast 60 Mrd. Euro NEUVERSCHULDUNG vorgelegt. Und ist es nicht Merkel, die in ihrem sozialistisch geformten Politikverständnis jede durchgreifende Reform blockiert? Die bevölkerung verarmt, weil die Politik unter Merkels Fuchtel ständig neue Abgaben einführt (Luftverkehr, brennstäbe) und bereits eingeführte Automatismen (EEG-Windstromzwangseinspeisungen, CO2-Diktat) immer stärker durchschlagen.

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