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Ulrich Lichtenthaler: Der Junge, der alles richtig macht

Ein "Workaholic" ist er nicht, trotzdem hat Ulrich Lichtenthaler es im Handelsblatt-Ranking der forschungsstärksten Betriebswirte unter 40 Jahren ganz nach oben geschafft. Der 30-jährige Innovationsforscher hat bereits früh begonnen und forscht mit akademischer Begeisterung.

Ulrich Lichtenthaler ist im Handelsblatt-Ranking bis an die Spitze gestürmt. Quelle: Pressebild
Ulrich Lichtenthaler ist im Handelsblatt-Ranking bis an die Spitze gestürmt. Quelle: Pressebild

VALLENDAR. Einige Nachwuchswissenschaftler haben sich geärgert, als das Handelsblatt vor wenigen Wochen die Liste der forschungsstärksten Betriebswirte unter 40 Jahren veröffentlichte. Manche hatten einfach ein paar Tage zu früh ihren 40. Geburtstag gefeiert, um noch in dieser Rangliste zu erscheinen. Ulrich Lichtenthaler kann sich dagegen entspannt zurücklehnen. Mit gerade einmal 30 Jahren führt er diese Liste an und liegt im Gesamt-Ranking der Forschungsleistung seit 2005 auf Platz zwei.

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„Dabei bin ich überhaupt kein Workaholic“, sagt der schmale junge Mann, der seinen grauen Anzug und seine korrekt gebundene Krawatte so selbstverständlich trägt wie seine Brille. So um die 40 Stunden arbeitet er pro Woche als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Technologie- und Innovationsmanagement der WHU in Vallendar bei Koblenz. Die allermeiste Zeit kann er dort forschen, gerne auch in Jeans und Polohemd, wie Kollegen versichern. Nach Feierabend liebt Lichtenthaler es, am Rhein entlangzujoggen. Manchmal hat er auch Zeit, Klavier zu spielen, und am Sonntag denkt er nie an wissenschaftliche Artikel.

Dennoch ist die Liste seiner Publikationen beachtlich. Lichtenthaler interessiert sich vor allem dafür, wie Unternehmen ihre Innovationskraft steigern können, indem sie externe Technologien zukaufen und später diese in eigene innovative Produkte umsetzen, zum Beispiel wenn Pharmaunternehmen Medikamente aus Wirkstoffen produzieren, die andere Firmen entwickelt haben. Er hat sich mit der Zeit an die wichtigsten Journals rangepirscht und viel mit seinem Chef Holger Ernst zusammen publiziert.

„Ich habe einfach früh mit dem Publizieren angefangen“, resümiert er, „und manchmal auch ganz schön was auf die Mütze bekommen, wenn der eingereichte Beitrag noch nicht den Ansprüchen der Gutachter entsprach.“ Der Kernartikel aus seiner Doktorarbeit ist immer noch im Begutachtungsprozess. Lichtenthaler beschreibt seinen bisherigen Weg durchaus als steinig, aber es ging „fast immer bergauf“. Zurzeit arbeitet er an einem Projekt, in dem er gemeinsam mit den beiden WHU-Professoren Martin Högl und Holger Ernst untersucht, wie sehr negative Einstellungen von Mitarbeitern gegenüber Technologien von externen Partnern Innovationsstrategien beeinflussen.

  • 19.07.2012, 15:53 UhrZion

    naja, die Masse macht´s halt, auch in der Wissenschaft.
    Viel hilft viel.
    Lächerlich, aber wahr.

  • 19.07.2012, 14:52 Uhrsven.schertz

    Sehr wahr. Als Student in Mannheim erscheint einem so etwas doch mehr als fragwürdig. Es wird keine Gelegenheit ausgelassen, uns zu predigen, mit welchen Konsequenzen wir zu rechnen haben, wenn wir auch nur minimal gegen Copyrights verstoßen (was grds. richtig ist!). Dann solche Fälle zu lesen, tut schon weh!

  • 18.07.2012, 17:52 Uhrhayek

    Na ja alles richtig gemacht hat er offensichtlich nicht. Sonst müsste er jetzt ja kaum reihenweise Paper zurückziehen die vor Fehlern nur so strotzen. Da zeigt sich einmal wie leicht man auch beim Handelsblatt-Ranking als Schaumschläger eine Spitzenposition erreichen kann.

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