Aber nicht nur monetäre Faktoren fördern die Scheu vor Krediten - auch die Lebenserfahrung spielt eine enorme Rolle. So machten Manager, die die Weltwirtschaftskrise in den 1930er-Jahren miterlebt haben, zeit ihres Lebens einen größeren Bogen um Kredite, fanden die Forscher John Graham (Duke Universität) und Krishnamoorthy Narasimhan (Universität von Pennsylvania) heraus.
Diese Manager hätten aus erster Hand mitbekommen, wie Firmen damals unter der Schuldenlast reihenweise zusammenbrachen - das prägte ihr Verhalten nachhaltig.
Sogar auf Kinder und Jugendliche wirkte die Große Depression traumatisierend, fand ein Forscherteam um die Berkeley-Professorin Ulrike Malmendier heraus: Unternehmenschefs, die zur Zeit der ersten Weltwirtschaftskrise im Jugendalter waren, nahmen Jahrzehnte später nur sehr zurückhaltend Kredite auf. „Wer die Große Depression erlebt hat, vertraut den Märkten für fremdes Kapital generell weniger", schreiben die Ökonomen.
Das spricht dafür, dass die derzeitige Finanz- und Wirtschaftskrise ebenfalls eine risikoscheuere Generation von Managern hervorbringt - und eben das könnte den aktuellen Trend zum schuldenfreien Wirtschaften verstärken, vermuten Ökonomen. Schließlich haben die vergangenen Jahre gezeigt, wie gefährlich ein überdimensionierter Kredithebel sein kann. Schuldenfreie Unternehmer genießen es hingegen, nicht von Bankern abhängig zu sein.

naja, die am Anfang des Artikels genannten "Theoretiker" haben da aber offensichtlich nicht zu Ende gedacht und ihre Sache nur halb gemacht: Wenn man nur die Rendite betrachtet, aber das Risiko außen vorlässt, erscheint ein großer Kredithebel sinnvoll, weil er (in guten Zeiten) höhere Rendite bringt.
Da aber die Konjunktur und damit die Märkte und damit die Umsätze im echten Leben nun mal schwanken, bekommen die Unternehmen mit hohem Fremdkapital ein Problem, da die Zinskosten gleich bleiben, und dann nicht mehr gedeckt sind. Dagegen können Dividenden einfach mal entfallen wenn's nicht gut läuft.
Und da die meisten reale Werte produzierende Unternehmen eben keine systemrelevante Banken sind, werden ihre Verluste eben auch nicht sozialisiert.
Damit ist klar, warum geringere Fremdkapitalquoten geringeres Risiko und ein nachhaltigeres Geschäftsmodell darstellen. Die Steuerfrage ist da m.E. nur sekundär.

Der letzte Satz im Artikel bringt es auf den Punkt. Wer einmal erlebt hat, wie Banken in einer Unternehmenskrise reagieren, will nie mehr von solchen Geldgebern abhängig sein. Das prägt.

Richtig, mit dieser Einstellung kann ich heute die Früchte meiner Arbeit genießen. Wir haben unsere Firma in Hochzinszeiten gegründet. Dispo 18%, Hypozins bei 11%. Dieses Geld haben wir lieber selbst verdient, und in unsere Mitarbeiter investiert.
Geliehenes Geld ist immer halbes Geld, in einer Flaute braucht man aber ganze Scheine.
Ist vielleicht auch eine Sache der Sozialisation, wie im Artikel angemerkt, Schulden machen war verpönt. Das prägt, auch später bei der eigenen Selbstständigkeit und Betriebsführung.
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