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„Die Idee der Euro-Zone war falsch“

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„Der Euro basiert auf einer falschen Grundannahme“

Zurück zum Euro: Für die Abwertung brauchen wir einen Euro A und einen Euro B.

Absolut.

Aber wenn wir das durchspielen: Sobald es ernsthafte Gespräche über die Spaltung des Euros gäbe, würde das Kapital aus der Euro B-Zone abfließen.

Bevor es den Euro gab, hatten die Staaten Europas viel Erfahrung mit Abwertungen. Man trifft sich an einem Sonntag und dann sagt man, was man vor hat. So etwas diskutiert man nicht Wochen im voraus. Man macht das über Nacht: Ab morgen gibt es zwei Euros, einen schwachen mit blauem Papier und einen starken mit grünem Papier. Dann beginnt die Abwertung des blauen Euros, die Produktionskosten dieser Länder sinken und werden wieder wettbewerbsfähig mit Deutschland.

Dann sind wir zurück auf Start, dort, wo wir waren, bevor wir den Euro eingeführt haben.

Ja, und das müssen wir wieder tun.

Die Idee der Eurozone aber war...

...und sie war falsch!

...dass wir einen einheitlichen Wirtschaftsraum schaffen.

Jeder versteht doch heute, dass der Euro auf einer falschen Grundannahme basiert hat. Man konnte sich zwar auf eine geldpolitische Linie einigen, nicht aber auf eine fiskalpolitische. Und das war ein Fehler.

Richtig. Aber sind wir nicht gerade dabei, diesen Fehler zu korrigieren?

Ich befürworte eine gemeinsame Fiskalpolitik der Eurozone. Das brauchten wir. Aber das wird nicht die Probleme von Griechenland, Portugal, Italien und Spanien jetzt lösen. Ich würde diese Länder abwerten lassen. Und wenn sie wieder der harten Eurozone beitreten wollen, dann müssen sie den Bestimmungen der Fiskalunion zustimmen. Dann hätten wir einen stärkeren Euro als den, den wir jetzt haben.

Darf ich nochmal zurück kommen auf Spanien: Dort geht der Export nach oben, die Schulden sind niedriger als in Deutschland, das Zahlungsbilanzdefizit reduziert sich und die Arbeitskosten gehen auch zurück. Das sind gute Nachrichten...

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Ja, das ist alles positiv. Aber sie haben noch einen weiten Weg vor sich, bis sie wieder wettbewerbsfähig sind bei den Produktionskosten. Die Lohnstückkosten in Spanien sind 20 Prozent höher als in Deutschland. Wissen Sie, bei der Wirtschaft dreht sich im Kern alles um Preise und Kosten. Schulden sind wichtig, aber sie entscheiden nicht in erster Linie darüber, ob und wo ein Land Wachstum erzeugt. Und Preise und Kosten sind in Südeuropa völlig aus dem Ruder gelaufen.

  • 28.05.2012, 19:25 UhrRobertSchumansErben

    Mich würde nun wirklich mal interessieren wieviel Kohle der Prof. für sein Interview vereinahmen durfte. Soweit so gut, Wissen darf berechtigter Weise auch bezahlbar sein und verlangt werden.

    Jemand der über den Tellerrand hinausblickte, erlebte bereits im Jahre 1985, wie sich eine Dame von 80 Jahren, gezwungenermaßen, in einer Mall als Verkaufspersonal verdingte. Es war so unglaublich für mich, daß sie mir später ihren Ausweis zeigte. Es stimmte leider.

    Andere wiederum und das ist die große Schar der US-Wähler sind so demokratisch, daß in ihrer Art zu leben, notfalls Kriege angezettelt werden, um die Wirtschaft am Leben zu halten. Der Beispiele gibt es zur Genüge.

    Was wir noch nicht haben, Frankreich längst eingeführt, die Rentenversicherungspflicht, davon wollen in den USA nur ein Bruchteil der Bevölkerung etwas wissen. Ansonsten "money talks as long you're your own owner". Und die Krankenversicherung ist in den USA auch nicht gerade obligatorisch.

    Paradebeispiel für die eigene Überschätzung, geradezu ein politisches Desaster offenbart sich mit dem ESM und frei der Devis "weiter so Deutschland" bedient sich die cdu auch noch Kohl als Einheizer. Selbst Helmut Schmidt, der sich für den NATO-Doppelbeschluß stark gemacht, sah -zwar sehr spät- aber schlußendlich ein, daß seine Politik in dieser Richtung die Ziele verfehlte.

    Und wenn wir schon dabei sind, Helmut Kohl wollte als Einheitskanzler der blühenden Landschaft in die Geschicht eingehen. Er muß wohl etwas verwechselt haben. Richtig in Deutschland herrscht eine Klasse, denen der Schein lieber als Sein ist. Da schickten sich Armadas von 'Anglo-Amerikanern' an und solche die hier immer noch ihr Wesen als "willkommene Froinde" an den Tag legen und gebetsmühlenartig die Mär davon erzählen, wie gut es sei, solche Doitsche zu Freunden zu haben, die stets zu Diensten sind, wenn gerufen wird.

    Davon nimmt sich ein gradliniger Linkssozialist aus, seit er die politische Bühne betrat, Oskar Lafontaine.

  • 28.05.2012, 09:36 UhrPaul

    Es ist einfach dreist, wie die sog. Wirtschafts-"Wissenschaftler" neoklassischer Couleur trotz ihres unfaßbaren Versagens bei der Finanzkrise und i.ü. auch sonst hier ihre tollen Ratschläge erteilen.

    Die VWL ist und bleibt eine reine Herrschaftsrechtfertigungsideologie und erteilt immer nur Ratschläge, die die Kapitaleigner begünstigen sollen. Jede Verteilungslage, und sei sie noch so ungerecht und unzweckmäßig, wird von ihnen akzeptiert und zur Grundlage ihrer Vorschläge gemacht. Deswegen sind Lohnkürzungen für die derzeitigen Ökonomen immer "ökonomisch OK".

    Weswegen es Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrisen gibt, davon hat die neoklassische VWL keine Ahnung. Und das ist auch für jeden erkennbar. Die neoklassische Theorie des Arbeitsmarktes ist ein Witz. Wie kann man annehmen, daß es einen Reservationslohn gibt? Nimmt man an, daß die Arbeiter bei sinkendem Lohn weniger arbeiten, so wie es die herrschende neoklassische VWL tut, dann nimmt man bei niedrigen Löhnen praktisch an, daß die Arbeiter lieber in ihrer Freizeit verhungern als zu arbeiten.

    Es ist auch völlig unklar, wieso eine Erhöhung der Produktivität die Arbeitslosigkeit senken würde. Eine solche Sichtweise denkt nur aus Unternehmersicht in der Konkurrenz zwischen "Standorten", kann also nur die Verlagerung der Arbeit bzw. umgekehrt der Arbeitslosigkeit erklären. Sie kann aber nicht erklären, wieso es in praktisch allen Standorten Arbeitslosigkeit gibt.

    Der Weg aus der Wirtschaftskrise führt nur über eine Ignorierung der Ratschläge der neoklassischen Ökonomen und die Entwicklung einer neuen nicht neoklassischen Ökonomie.

  • 24.05.2012, 12:43 UhrBadener

    Was ist dieser Euro für ein Desaster!
    Viel schlimmer, als die wenigen totgeschwiegenen Kritiker von damals und heute prophezeiht hatten.
    Ein Desaster nicht nur für Griechenland, nein ein Desaster für alle Beteiligten und eine Gefahr für die ganze Weltwirtschaft.
    Warum lassen wir diesen Euro immer weiter vor sich hin vegetieren mit immer höheren Kosten für alle?
    Weil die politische Klasse, die uns diesen Euro eingebrockt hat ihr Gesicht wahren will.
    Um jeden Preis, koste es, was es wolle.
    Eher lassen sie die Welt untergehen, bevor sie zugeben würden: wir haben uns geirrt, wir haben einen Fehler gemacht, die Kritiker von damals hatten recht und wir hatten unrecht.

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