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VWL-Master: Ein gigantischer Feldversuch

Vergleichbarer, schneller, internationaler: Die Einführung von Bachelor und Master sollte das Studium der Volkswirtschaftslehre in ganz Europa durchlässiger gestalten, doch in der Praxis gibt es zahlreiche Hürden. Was der Wechsel auf einen Master VWL für Tücken mit sich bringen kann.

Auch Jahre nach der Einführung von Bachelor und Master ist eine vergleichbare Hochschulbildung immer noch Zukunftsmusik. Quelle: Lutz Widmaier
Auch Jahre nach der Einführung von Bachelor und Master ist eine vergleichbare Hochschulbildung immer noch Zukunftsmusik. Quelle: Lutz Widmaier

DÜSSELDORF. Wer sich an der renommierten Universität in Bonn zum "Master of Science - Economics" ausbilden lassen möchte - also zu dem, was früher einmal dröge "Volkswirt" hieß -, muss der Universität zunächst seine Klasse beweisen.

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Ein Bachelor-Abschluss mit einer Durchschnittsnote von mindestens 2,3 ist ebenso nötig wie überdurchschnittliche Englischkenntnisse laut Toefl-Test (Test of English as a Foreign Language). "Außerdem müssen die Studenten genug Mathe können", erklärt Vera Häckel, Studienmanagerin an der Uni Bonn. "Das bedeutet im Klartext, dass sie zwei Mathe-Scheine aus unserem VWL-Bachelor oder etwas Vergleichbares bestanden haben müssen."

Die angestrebte Durchlässigkeit der Universitäten in ganz Europa funktioniert offensichtlich noch nicht überall. Seit 1999 europaweit der sogenannte Bologna-Prozess gestartet ist, arbeiten Universitäten in 46 Staaten daran, ihre Hochschulbildung vergleichbar zu machen, die Curricula zu straffen und den Studenten einen Wechsel an andere Unis und ins Ausland zu erleichtern. Vorläufiger Höhepunkt in Deutschland ist die Einführung der sogenannten Master-Studiengänge.

Statt eines Vordiploms oder eines Zwischenexamens erwerben die Studenten nun nach drei Jahren einen Bachelor, der bereits als abgeschlossenes Studium gilt. Wer danach noch weiter studieren möchte, kann zwei Jahre dranhängen, um sich als Master ausbilden zu lassen. Das Ziel: Die Studenten können sich dabei noch einmal völlig neu orientieren. Sie können die Hochschule, die Sprache oder den Schwerpunkt wechseln.



Diese Zahlen sind jedoch nicht allein Resultat des Bologna-Prozesses. Denn ebenso wie einige Konkurrenten haben die Mannheimer die organisatorische Umstellung genutzt, um eine weitere grundlegende Änderung einzuführen: Der VWL-Master ist dort ein ausschließlich englischsprachiges Studium. Auch sind die Mannheimer bei den geforderten Grundlagen weniger pingelig. "Natürlich müssen unsere Bewerber eine gute volkswirtschaftliche Grundbildung haben", sagt von Thadden. Allerdings müssen alle Studenten im ersten Master-Semester noch einmal an Grundlagenkursen teilnehmen, "um alle auf das gleiche, hohe Niveau zu bringen", wie von Thadden anfügt.

Angehende Top-Volkswirte müssen bei den neuen Master-Angeboten aber nicht nur die Sprache und das geforderte Bachelor-Profil beachten, sondern auch das Ziel der Ausbildung im Auge behalten. Grundsätzlich betonen alle Universitäten, dass der Master die Studenten tendenziell fokussierter auf eine mögliche Promotion und akademische Karriere vorbereitet. Dennoch gibt es bei der Ausrichtung auch deutliche Unterschiede. So betont die Universität Bonn, dass ihre Volkswirte sehr forschungsnah ausgebildet werden. Die Uni Frankfurt hat dagegen sowohl forschungs- als auch anwendungsorientierte VWL-Masterprogramme im Angebot. So richtet sich der Master "International Economics & Economic Policy" eher an diejenigen, "die nicht unbedingt in Richtung Promotion gehen wollen", sagt Alfons Weichenrieder, Programmdirektor für den Master an der Uni Frankfurt. Für angehende Doktoranden haben die Frankfurter ein eigenes Programm. Der "Master in Quantitative Economics" ist dagegen Bestandteil des Doktorandenprogramms.

Ebenfalls beliebt sind Doppelmodelle, wie es sie etwa an der TU München oder in Mannheim gibt: Ein offiziell eingleisiges Master-Programm teilt die Studenten trotzdem frühzeitig in forschungs- und anwendungsaffine Gruppen ein.

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