
KÖLN. Mit Fußballwetten könnte Steven Kaplan gutes Geld verdienen. Der Ökonom von der Universität Chicago hätte von Anfang an gewusst, wer Deutscher Meister wird. Ein Blick auf die Trainerbank der Bundesliga-Clubs hätte ihm dafür genügt.
Beim FC Bayern saß dort mit Louis van Gaal ein Trainer, der gern hart durchgriff und auch mal verdiente Stars auf die Ersatzbank setzte. Der FC Bayern wurde am Ende der Bundesliga-Saison tatsächlich Meister und bestätigte Kaplans These, dass autoritäre Chefs den größten Erfolg haben.
Aufgestellt hat Kaplan seine These nicht beim Fußball, sondern in der Finanzwirtschaft. Mit den Charakterprofilen von 316 Kandidaten, die sich um einen Manager-Posten in einer Investmentgesellschaft bewarben, machten sich Kaplan und seine Kollegen Mark Klebanov und Morten Sorensen auf die Suche nach dem perfekten Chef.
Die Ökonomen wollten wissen, wer erfolgreicher ist: der Einzelgänger mit der harten Linie oder der kumpelhafte Team-Spieler, der seine Mitarbeiter gut motiviert? Dabei konnten die Forscher auf Daten einer Personalagentur zurückgreifen, die für Investmentfirmen Führungspersonal aussucht.
Der Allein-Entscheider macht die besseren Geschäfte
Die Agentur hatte aufwendige Interviews mit den 316 Bewerbern geführt, um ihre Charaktereigenschaften und Fähigkeiten möglichst genau zu messen. Die Ökonomen um Steve Kaplan verknüpften diese Daten mit dem Geschäftserfolg der Manager, also mit der Frage, ob sie in ihrem späteren Job für die Investmentfirmen Geld erwirtschafteten.
Dabei stellen die Forscher fest: Der Chef-Typ "Allein-Entscheider" macht die besseren Geschäfte. Steven Kaplan nennt ihn den "exekutiven Chef". Seine Kernkompetenzen sind es, unfähige Mitarbeiter zu entlassen, effizient zu arbeiten und schnelle Entscheidungen zu treffen.