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Wirtschaftswissenschaft: Theorien für die Bekämpfung der Euro-Krise

Viele Wirtschaftswissenschaftler haben sich 2010 mit der Finanzkrise beschäftigt. Mit konkreten Empfehlungen beeinflussten sie die Debatte zur Euro-Schuldenkrise. Die Politik griff diese Ideen auf - und sorgte mitunter für Furore.

Markus Brunnermeier: Vertreter der neuen Generation von Makroökonomen. Quelle: Princeton
Markus Brunnermeier: Vertreter der neuen Generation von Makroökonomen. Quelle: Princeton

Markus Brunnermeier

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Der 41-Jährige ist einer der führenden Vertreter einer neuen Generation von Makroökonomen. Der deutsche Volkswirt, seit 2006 Professor an der amerikanischen Elite-Uni Princeton, sucht nach Wegen, moderne Finanzmärkte in die herkömmlichen theoretischen Modelle der Makroökonomen zu integrieren. Zudem erforscht Markus Brunnermeier Spekulationsblasen auf Immobilien- und Anleihemärkten. Seine Forschung ist extrem einflussreich.

Als US-Notenbankchef Ben Bernanke im Herbst 2010 eine Liste mit der wichtigsten Literatur zur Finanzkrise für den US-Kongress zusammenstellte, stammten zwei der vier Empfehlungen aus Brunnermeiers Feder. In einer Rede über den Zustand der Volkswirtschaftslehre war Brunnermeier der einzige Ökonom, den Bernanke erwähnte – als Beispiel für einen Forscher, der die richtigen Lehren aus der Finanzkrise gezogen hat.

  • 15.01.2011, 00:14 UhrAnonymer Benutzer: Marc Unganz

    @ broeselmeyer: Guter beitrag. Vor allem die Erkenntnis, dass die EURO-Krise nicht im geringsten etwas mit der immobilienblase, der bankenkrise oder Wirtschaftskrise zu tun hat. Die EURO-Krise war schon vor Einführung des EURO absehbar. Das mag jetzt alles irgendwie großkotzig klingen. Aber ich studiere derzeit immobilienwirtschaft in Freiburg. Einer unserer Dozenten ist der Prof. Dr. Dr. Hans-Hermann Francke, der schon damals vor der Einführung des EURO warnte. Übrigens nicht als Einziger, wie man schon am damaligen Einwand beim Verfassungsgericht ablesen konnte. Schon damals war absehbar, dass die einzelnen Staaten nicht die Konvergenzkriterien einhalten konnten. Somit war die No-bail-Out-Klausel nur Augenwischerei. Das Ergebnis haben wir nun. Eine wirkliche Patentlösung, wie man mit der Krise nun umgehen soll, gibt es nicht. Fest steht, dass alle möglichen Lösungen sauteuer werden. Vor allem für uns Deutsche. Und das ist es, was mir Angst macht. ich habe keine Lust auf eine Transferunion, bei der wir nur verlieren und unseren Nachfahren einen bombatischen Schuldenberg hinterlassen, der eh nicht mehr abzubauen ist. Es wird nicht mehr lange dauern, dann wird auch Deutschland bei den Rating-Agenturen herabgestuft, da man sich mit Risikoübernahmegarantien völlig verhoben hat. Kommt es soweit, wird eine inflation eintreten, die spätestens dann das EURO-System zerstört, da wir als mit Abstand größter Geldgeber uns nur noch zu erhöhten (wer weiss schon wie hoch) Zinsen am Markt refinanzieren können. ich muss zugeben, dass mich die aufgezeigten Schreckenszenarien doch sehr nachdenklich machen.

    Was passiert mit den Ländern, die jetzt von China finanziell gerettet werden, indem Staatsanleihen aufgekauft werden ? Die Chinesen machen dies ja nicht aus reinster Nächstenliebe, sondern wollen ihren Fuß in Europa´s Tür setzen, um auch hier mitbestimmen zu können. De facto werden irgendwann ganze Länder (Griechenland, Portugal usw.) finanziell gesehen eine Kolonie der Chinesen. Doch wie reagieren dann die Einwohner dieser Länder ? Lassen sie sich fremdregieren oder proben sie den Aufstand ? ich tippe auf Letzteres.

    Das Wort Flickschusterei aus broeselmeysers beitrag trifft es ganz gut. Man flickt hier und da, wohlwissend, dass man die richtig harten Auswirkungen der Krise nur zeitlich verschiebt. Die Märkte wird auch ein Rettungsschirm von 100 billionen (auch wenn dies nie aufzutreiben ist) nicht ruhig stellen. Man hat dies an den Zinsen der Griechen gesehen, die kurz nach der Unterstellung beim Rettungsschirm kurzzeitig sich günstiger refinanzieren konnten als noch Ende April 2010. Keine 4 Wochen später kam dann der boomerang. Griechenland ist mit fast 12% quasi am Ende. Und die innenpolitischen Anstrengungen greifen nicht. ist ja auch logisch. Welcher bürger nimmt schon gerne einen Rückschritt hin ?

    Es wird spannend ...

  • 11.01.2011, 14:13 UhrAnonymer Benutzer: Herbert Broeselmeyer

    Zunächst sollte man die Euro krise und die weltwirtschaftskrise getrennt voneinander betrachten. Ursachen der EURO Krise sind sicherlich in dem Experiment EURO selbst zu suchenund auch zu finden.Die Stabilitäts und Konvergenzkriterien als finanzpolitisches "Gleichmacheristrument" haben sich wegen Nichteinhaltung als Papiertiger erwiesen. Somit dürfte das Experiment EURo wohl oder Übel gescheitert sein.Die Absicht der damaligen Politiker durch die Einführunt des EURO die politische Einheit der Europäischen Union voranzutreiben mag zwar sehr ehrenwert gewesen sein, aber aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht eben ein Experiment. die Schadensbegrenzung dieses Experiments beginnt nun wieder mit einer Flickschusterei. ich sage nur " Rettungsschirm". Es gibt sicherlich mehrere Lösungen ,wie sie oben ja angefährt werden. Die Lösung über den sogenannten Rettungsschirm, wobei man hier doch schon genau wissen muß, dass die jetzige Summe niemals ausreicht, oder EURo Anleeihen oder eine Aufspaltung der Eurozone in zwei lager, auch oft angeboten in Diskussionen von Olaf Henkel und Max Otte.Diese Lösungen sind lediglich Lösungen zur Schadensbegrenzung und dies hat auch unserer bundeskanzlerin sehr wohl erkannt. sie forderte nämlich neulich doch eine Anpassung der finanzpolitischen Systeme der Mitgliedsstaaten, will heißen u.a. gleiche Rentensysteme, gleich lohnsysteme usw. Sie hatte wohl gemerkt, dass man eine Neuauflage der Stabilitäts und Konvergenzkriterien wohl nicht mehr glaugwürdig verkaufen kann.Denn wer glaubt denn daran dass schärfere Stabilitäts und Konvergenzkriterien künftig von den Mitgliedsstaaten eingehalten werden. Man sollte nicht glauben die Wirtschaftswissenschaftler würden nicht wissen und verstehen was los ist. Man wil sich eben noch nicht eingestehen das das Experiment EURO gescheitert ist. Mein Vorschlag wäre, um den Euro zu retten,die Einführung von " Wirtschftszonen" und Erstellung von Regularien für die Wirtschaftszonen untereinander zur Ausgleichung der tatsächlichen Wechselkursdifferenzen, die es ja eigentlch bei einem Euro nicht geben darf. so jönnte man innerjalb des EURo eine Art künstliches Floaten entstehen lassen, mit dem Ziel natürlich diese Unterschiede wieder zu beheben.

  • 11.01.2011, 11:54 UhrAnonymer Benutzer: Stefan L. Eichner

    @ CrisisMaven

    Volle Zustimmung! Eigentlich kann niemand mehr daran zweifeln, dass die führenden Ökonomen keine geeignete Theorie mehr haben (eigentlich: nie hatten), um die Krise zutreffend zu erklären und Orientierung bei deren bewältigung zu geben. Was jetzt an Vorschlägen kommt, ist deswegen nicht wirklich besser. ihres theoretischen Fundaments verlustig gegangen, machen Ökonomen die Krise jetzt zu ihrem Versuchslabor.

    Das wird den meisten aber erst dann wieder auffallen, wenn die Krise mit aller Macht und natürlich "völlig überraschend" zurück kommt - und das wird sie wohl, angesichts all der ungelösten Probleme, die lediglich mit viel Geld übertüncht wurden.

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