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Wirtschaftswissenschaften: Das große Zittern

Selten war die Unsicherheit über den Konjunkturausblick so groß wie derzeit. Die Ungewissheit selbst wird dabei zunehmend zu einer Gefahr für die Wirtschaft, zeigen neue Studien.

Trübe Prognosen: Für die Industrie wachsen dadurch die Unsicherheiten. Quelle: dpa
Trübe Prognosen: Für die Industrie wachsen dadurch die Unsicherheiten. Quelle: dpa

Frankfurt/LondonWenn der Internationale Währungsfonds (IWF) am kommenden Dienstag seinen aktualisierten World Economic Outlook vorlegt, ist ihm weltweit wieder große Aufmerksamkeit gewiss. Wie viel die Prognosen aber tatsächlich aussagen, ist dabei derzeit so unklar wie selten. Nicht nur die Akteure auf den Finanzmärkten sind stark verunsichert – auch die Ökonomen. Um die künftige wirtschaftliche Entwicklung zu prognostizieren, orientieren sie sich an Erfahrungen aus der Vergangenheit. Europa jedoch hat längst unbekanntes Terrain betreten. „Die Euro-Krise hat ein ganz neues Niveau an weltweiter Unsicherheit geschaffen“, sagt Stephen King, Chefvolkswirt der britischen Großbank HSBC.

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Diese Situation ist für die Weltwirtschaft hochgefährlich. Denn einiges spricht dafür, dass die Unsicherheit selbst immer mehr zu einem entscheidenden Hemmschuh für die Konjunktur wird. Darauf deuten mehrere neue wissenschaftlichen Studien hin. „Unsicherheit ist eine wichtige Triebfeder von Konjunkturzyklen“, lautet das Fazit einer Arbeit eines Forscherteams um den Stanford-Professor Nick Bloom, die Anfang Januar auf der Jahrestagung der American Economic Association in Chicago vorgestellt wurde.

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Die Forscher haben für 60 Länder und die Jahre ab 1970 untersucht, welche Folgen unvorhergesehene Ereignisse wie Naturkatastrophen, Terrorangriffe und politische Unruhen für die Wirtschaft hatten. Als Indikator für die Unsicherheit ziehen sie das Ausmaß der Kursausschläge an den Aktienmärkten heran – ein in der Forschung inzwischen akzeptiertes Maß für das Phänomen.

Bloom und seine Koautoren stellen fest: Je größer die Unsicherheit nach einem wirtschaftlichen Schock, desto stärker bricht in der Zeit danach die Wirtschaftsleistung ein. Oft sind die konjunkturellen Schäden, die die höhere Unsicherheit anrichten, sogar größer als die unmittelbaren negativen Folgen, die ein Erdbeben oder ein Terroranschlag für die Wirtschaft mit sich bringt.

  • 22.01.2012, 11:13 UhrAnonymer Benutzer: Andreas

    Studien haben gezeigt, wie stark Unsicherheit unter Marktteilnehmern zu volkswirtschaftlichen Problemen führen können. Daraufhin fordert Kommentator nanoflo, nun müsse doch endlich mal Sicherheit hergestellt werden. Die Aussage zeigt wie häufig bei Leserbriefen, dass der Schreiber kein Wissen darüber hat, wie eine Volkswirtschaft funktioniert und das Unsicherheit bei Marktteilnehmern ein Bestandteil des Marktverhaltens ist. Wer soll denn Sicherheit herstellen und wie? Wenn Unternehmen Sicherheit hätten, gäbe es z.B. keine Schwankungen am Arbeitsmarkt. Hinter dem Kommentar steckt vermutlich wieder der Gedanke, dass der Staat es mit Regeln richten möge. Aber auch der Staat hat keine Gewissheit über die Zukunft und deshalb ist es unvorstellbar, dass er die Risiken auf sich nimmt, die Firmen nicht tragen können. Unsere Gesellschaft hat es nun vierzig Jahre so versucht, die nicht mehr finanzierbare Höhe der Staatsverschuldung zeigt aber doch gerade, dass es so nicht funktioniert.

  • 22.01.2012, 09:25 UhrAnonymer Benutzer: nanoflo

    Die Ungewissheit selbst wird dabei zunehmend zu einer Gefahr für die Wirtschaft, zeigen neue Studien.
    Das finde ich gut!!!!!!!!!!
    Dann ergeht es den Unternehmen mal ähnlich wie den Millionen Arbeitern die von Job zu Job "tingeln" weil sie entweder befristet sind oder in der " Sklavenbranche"(Leiharbeit)arbeiten sollen. Alles gefördert von der Arbeitsagentur.Die wir im übrigen bezahlen.
    Vielleicht kapieren es dann mal die AG das unser System so wie es derzeit ist keine Zukunft bietet!!!!!!Ohne Sicherheit kein Nachwuchs, ohne Nachwuchs keine Kunden von Morgen!!!!!!!!Denkt mal darüber nach!!!

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