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Wirtschaftswissenschaften: Die Logik der iPhone-Ökonomie

Forscher zeigen am Beispiel des Apple-Telefons, wie der Welthandel funktioniert und warum Wechselkurse unwichtig sind. Mit ihren Erkenntnissen bringen sie traditionelle Vorstellungen über den Welthandel ins Wanken.

Am Beispiel des iPhones lässt sich der Welthandel nachzeichnen. Quelle: dpa
Am Beispiel des iPhones lässt sich der Welthandel nachzeichnen. Quelle: dpa

LONDON . Es sind acht Worte, die die Globalisierung beschreiben und die gewaltigen Probleme, unter denen die Weltwirtschaft seit Jahren leidet. Acht Worte, die die Schwächen der traditionellen Außenhandelstheorie offenlegen. In winzigen, silbernen Buchstaben stehen sie auf der Rückseite jedes iPhones: "Designed by Apple in California - Assembled in China".

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Zwei Volkswirte der Asiatischen Entwicklungsbank und einer Denkfabrik aus Tokio haben in einer faszinierenden Fallstudie untersucht, welche Folgen die räumliche Trennung von Erfindung und Produktion des iPhones für die Weltwirtschaft hat.

Paradoxien der Globalisierung

Yuqing Xing und Neal Detert haben die Wertschöpfungskette des Telefons analysiert und daraus erstaunliche Schlüsse für die Handels- und Währungspolitik abgeleitet. Ihr wichtigstes Fazit: Alle Versuche, das US-Handelsdefizit mit China über eine Aufwertung der chinesischen Währung zu schließen, sind zum Scheitern verurteilt. Die Bedeutung von Wechselkursen für die Struktur des Welthandels werde massiv überschätzt.

Schonungslos führt die Studie mit dem Titel "How the iPhone Widens the United States Trade Deficit with the People?s Republic of China" eine Paradoxie der Globalisierung vor Augen: Industrieländer wie die USA sind weltweit vorne bei der Entwicklung von innovativen IT-Produkten, lassen die Geräte dann aber in Entwicklungs- und Schwellenländern produzieren und importieren sie. "High-Tech-Produkte wie das iPhone helfen daher nicht, die US-Exporte zu erhöhen, sondern tragen im Gegenteil dazu bei, dass das Handelsbilanzdefizit wächst", so Xing und Detert.

Allein 2009 habe das iPhone ein Loch in Höhe von 1,9 Milliarden Dollar in die US-Handelsbilanz gerissen. Das Telefon sei damit für fast ein Prozent des US-Handelsdefizits mit China verantwortlich. Das gewaltige Loch in der US-Handelsbilanz ist die wichtigste Zutat der globalen Ungleichgewichte, die nach Ansicht vieler Ökonomen die Stabilität der Weltwirtschaft bedrohen.

Xings und Deterts Analyse bringt die traditionelle Handelstheorie in Erklärungsnöte. Wäre die Welt so, wie sie David beschrieben haben, müssten die USA High-Tech-Produkte nach China exportieren. Schließlich haben die USA bei moderner Technik gegenüber China die Nase vorne - die Amerikaner haben, wie es die Volkswirte formulieren, sowohl komparative als auch absolute Kostenvorteile.

Doch solche pauschalen Urteile gelten nicht mehr. Das Gesicht des Welthandels hat sich in den vergangenen Jahrzehnten komplett verändert - internationale Direktinvestitionen, wachsende weltweite Arbeitsteilung und globale Produktionsnetze haben das Muster des Welthandels umgekrempelt. High-Tech-Produkte haben nicht mehr ein, sondern viele Herkunftsländer, Einzelteile werden aus aller Welt zugeliefert und in Billiglohnländern zusammengeschraubt. Die Handelsstatistiken spiegeln die komplexe Realität nicht mehr wider.

  • 10.02.2011, 16:47 UhrAnonymer Benutzer: nachhaltig

    das zeigt die Gier der Reichen in den USA, die als Aktionäre von der etwas höheren Marge profitieren.

    Der Handelüberschuss von China zum Rest der Welt lässt sich jedoch nicht wegdiskutieren. China hat gegenüber dem Euro und dem Yen in den letzten Jahren absolut abgewertet und dagegen nur über innere inflation aufgewertet.

    Die USA muss entweder Geld drucken oder abwerten oder beides gegenüber allen anderen Währungen.

    Gegenüber dem Euro sind es 50% gegenüber dem Jahr 2000.

    Nun ein weiteres Grundproblem der USA im Handelsdefizit ist der unnötige import von Öl von über 300 Milliarden Dollar und damit von 50% des Handelsdefizit. Mit europäischem Verbrauchsniveau müssten die USA keinen barrel Öl importieren.

    Das würde dazu den aktuellen Ölpreis selbst halbieren. Das heißt die Amerikaner müssten nur noch ein Viertel zahlen, wenn sie nur die Hälfte brauchen mit sparsameren Autos und Häusern.

    Und Europa würde von einem halbierten Ölpreis auch profitieren. Dazu käme das Atombombenprogramm des iran unter großen Finanzierungsdruck.

    Fazit: Die USA müssen ihren Lebensstil ändern. Dies führt dann zu viel geringeren importen auch von Rohstoffen. Nur Geld drucken reicht nicht.

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