
Es war schon lange nicht mehr eine Frage des „Ob“, sondern nur noch eine des „Wie“: Seit Wochen war klar, dass Spaniens Banken ohne Milliardenhilfen des Staates nicht überleben würden. Offen war nur, woher das Geld kommen würde. Die Regierung des Mittelmeerlandes allein konnte die Sache nicht mehr stemmen. Jetzt gibt der Euro-Rettungsschirm bis zu 100 Milliarden Euro, um die Geldinstitute mit neuem Kapital auszustatten.
Die Banken einfach sterben zu lassen, war keine Option - denn zu wichtig sind sie für die Stabilität des Finanzsystems und der Realwirtschaft. In der Finanzbranche sind die Gesetze der Marktwirtschaft damit weitgehend außer Kraft gesetzt: Normale Unternehmen gehen pleite, wenn sie schlecht wirtschaften; Banken werden vom Staat gerettet.
Das größte deutsche Finanzhaus war Ende März laut Geschäftsbericht mit netto insgesamt 13,7 Milliarden Euro in Spanien engagiert. Rund die Hälfte der Summe (6,6 Mrd.) steht als Unternehmenskredite in den Büchern. Staatsanleihen und Kredite an die öffentliche Hand beliefen sich auf rund 1,4 Milliarden Euro. Weitere 3,6 Milliarden Euro verlieh die Bank an spanische Finanzinstitute. Hinzu kamen 1,9 Milliarden für den Bereich Retail.
Die Bank bezifferte ihr Engagement Ende März auf mehr als 14 Milliarden Euro. Mit 2,9 Milliarden Euro standen Staatsanleihen in den Büchern. Gewerbliche Immobilienkredite beliefen sich auf 4,0 Milliarden Euro, Kredite an Unternehmen und sonstige auf 3,0 Milliarden. Auf 4,4 Milliarden Euro beliefen sich die Forderungen gegenüber Finanzinstituten.
Das genossenschaftliche Institut hatte Ende 2011 Forderungen von 7,6 Milliarden Euro gegenüber der öffentlichen Hand sowie Unternehmen und Banken in Spanien. Rund 3 Milliarden entfielen auf Staatsanleihen. Der größte Teil mit rund 4 Milliarden Euro waren Wertpapiergeschäfte im nichtöffentlichen Bereich. Hinzu kamen Kredite an Unternehmen und die öffentliche Hand.
Das Institut war zum 31. Dezember 2011 mit insgesamt 1,35 Milliarden Euro in Spanien engagiert. Auf rund 0,5 Milliarden Euro beliefen sich Forderungen gegenüber Banken und auf etwa 0,1 Milliarden Euro gegenüber den Staat. Der Rest entfiel im Wesentlichen auf Unternehmenskredite.
Die verstaatlichte Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) hält keine spanischen Staatspapiere, aber Papiere etwa von Kommunen oder staatsnahen Unternehmen im Wert von rund 4,5 Milliarden Euro. Dazu kommen 600 Millionen Euro für die Finanzierung gewerblicher Immobilien.
Bei der Bad Bank der HRE sieht es anders aus: Die staatliche FMS Wertmanagement verfügt noch über spanische Papiere im Wert von 10,5 Milliarden Euro. In die Bad Bank wurden im Herbst 2010 Altlasten der HRE in Höhe von 173 Milliarden ausgelagert.
Die Allianz hatte zum Ende des ersten Quartals spanische Staatsanleihen im Wert von rund 4,3 Milliarden Euro in den Büchern stehen.
Der weltgrößte Rückversicherer ist laut Quartalsbericht in dem Land mit rund 1,4 Milliarden Euro in Staatspapieren engagiert. Weitere 4,6 Milliarden Euro stecken in Pfandbriefen. Bei spanischen Banken ist der weltgrößte Rückversicherer nur mit 14 Millionen Euro engagiert. Zur Höhe der Beteiligung etwa an spanischen Unternehmensanleihen, macht die MunichRe keine Angaben.
Die Bayerische Landesbank hat keine spanischen Staatsanleihen in den Büchern. Allerdings summieren sich dem Geschäftsbericht 2011 zufolge die nach Spanien insgesamt vergebenen Kredite auf knapp 5,8 Milliarden Euro.
Die Norddeutsche Landesbank war zum Ende des ersten Quartals (31. März) noch mit 499 Millionen Euro in Spanien engagiert. Details sollen voraussichtlich bei der Vorstellung der Geschäftszahlen am Donnerstag bekanntgegeben werden.
Die Engagements der WestLB in Spanien (Staatsanleihen) liegen bei 727 Millionen Euro, bei der Ersten Abwicklungsanstalt EAA in Düsseldorf sind es für den gesamten öffentlichen Bereich (public finance, also Staat, Gebietskörperschaften, Kommunen) 1,18 Milliarden Euro.
Die HSH Nordbank ist per Stichtag 31. März mit insgesamt 176 Millionen Euro in spanischen Staatspapieren engagiert. Das umfasst laut Bank klassische Staatsanleihen ebenso wie staatlich abgesicherte Kredite an staatsnahe Betriebe.
Dieser unausgesprochene staatliche Rettungsschirm ist für die Institute Milliarden wert - das zeigt eine jetzt veröffentlichte Studie der ehemaligen Wirtschaftsweisen Beatrice Weder di Mauro und Kenichi Ueda, Ökonom im Forscherstab des Internationalen Währungsfonds (IWF). „Geldinstitute mit staatlicher Rückendeckung sind sicherer“, schreiben Weder di Mauro und Ueda. „Investoren verlangen von ihnen daher niedrigere Risikoaufschläge.“
Die Studie erhält besonderes Gewicht dadurch, dass sie als Arbeitspapier des IWF erschienen ist. Solche Studien spiegeln zwar nicht zwangläufig die offizielle Position des IWF wider, unterliegen aber einer strengen wissenschaftlichen Qualitätskontrolle.

Bei der Commerzbank werden nach wie vor kleine Brötchen gebacken. Nach einem Plus von 316 Millionen im vierten Quartal 2011 machte die teilverstaatlichte Bank zum Jahresauftakt 369 Millionen Euro Gewinn.

Die französische Großbank BNP Paribas hat dank eines Beteiligungsverkaufs ihren Gewinn zu Jahresanfang trotz der Schuldenkrise in Europa gesteigert. Der Überschuss legte im ersten Quartal binnen Jahresfrist um 9,6 Prozent auf 2,87 Milliarden Euro zu.

Die Société Générale weißt für das erste Quartal einen überraschend großen Rückgang des Nettoergebnisses um 20 Prozent auf 732 Millionen Euro aus. Analysten hatten im Schnitt mit 748 Millionen Euro gerechnet. Die Einnahmen sanken dagegen weniger stark wie von den Experten befürchtet um 4,7 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro.

Die Banco Bilbao Viscaya Argentaria (BBVA), Spaniens zweitgrößte Bank, übertraf im ersten Quartal die Erwartungen. Die Großbank (im Bild Bankchef Francisco Gonzalez) erzielte ein Nettoergebnis von mehr als einer Milliarde Euro. Das sind zwar 12,6 Prozent weniger als im Vorjahr, doch Analysten hatten zuvor eine sehr viel pessimistischere Prognose gestellt. Verantwortlich für das gute Ergebnis waren in erster Linie exzellente Ergebnisse in Lateinamerika, die mehr als die Hälfte zum Gewinn beitrugen.

Grund zur Freude hat auch Emilio Botin, der Chef der Banco Santander. Das Institut, das zum Jahresschluss schwächelte, hat im ersten Quartal 2012 einen Nettogewinn von 1,6 Milliarden Euro erzielt. Das waren aber 24 Prozent weniger als zum Jahresauftakt 2011.

Entspannt hat sich die Situation auch bei den Schweizer Instituten. Nach einem Verlust von mehr als einer halben Milliarde Euro im Schlussquartal 2011 hat Credit Suisse im ersten Quartal 2012 wieder schwarze Zahlen geschrieben und einen kleinen Gewinn von umgerechnet rund 39 Millionen Euro erzielt.

Der Gewinn der Schweizer Großbank UBS ist im ersten Quartal wegen Verlusten auf eigene Verbindlichkeiten rund eine Milliarde Franken tiefer ausgefallen als ein Jahr zuvor. Die größte Bank der Schweiz schaffte einen Reingewinn von 827 Millionen Franken (688 Millionen Euro) nach 1,8 Milliarden Franken ein Jahr zuvor. Analysten hatten mit einem Reingewinn von 1,1 Milliarden Franken gerechnet.

Ähnlich gut präsentiert sich das englische Geldhaus Barclays. Der bereinigte Gewinn nach Steuern ist um ein Viertel auf umgerechnet 2,3 Milliarden Euro gestiegen.

Die Deutsche Bank hat den Bilanzreigen der heimischen Institute eröffnet. Das größte deutsche Geldhaus hat sich im letzten kompletten Vierteljahr unter der Regie von Konzernchef Josef Ackermann zum Jahresauftakt zwar wacker geschlagen, die Erwartungen mit einem Nettogewinn von 1,4 Milliarden Euro aber verfehlt. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 2,1 Milliarden gewesen, was jedoch auch an Sondereinflüssen lag.
Bei der Commerzbank werden nach wie vor kleine Brötchen gebacken. Nach einem Plus von 316 Millionen im vierten Quartal 2011 machte die teilverstaatlichte Bank zum Jahresauftakt 369 Millionen Euro Gewinn.
Pikant ist zudem, dass Weder di Mauro seit kurzem dem Verwaltungsrat der Schweizer Großbank UBS angehört. Die Arbeiten an der Studie seien schon länger abgeschlossen gewesen; beim IWF habe sich die Veröffentlichung in die Länge gezogen, sagte sie dem Handelsblatt. Mit Blick auf ihre Funktion bei der UBS lehnte Weder di Mauro jeden Kommentar zu der Studie ab.
Um den Wert der unausgesprochenen Staatsgarantien zu ermitteln, griffen Weder di Mauro und Ueda auf Einschätzungen der Ratingagentur Fitch zurück. Die bewertet nicht nur die individuelle Finanzkraft der jeweiligen Bank, sondern auch das Ausmaß der staatlichen Rückendeckung. Je größer ein Geldinstitut, desto wahrscheinlicher ist es laut Fitch, dass es im Fall der Fälle von der Regierung aufgefangen wird.
Mit komplexen statistischen Verfahren berechneten die Forscher, wie die staatliche Rückendeckung und auch die Finanzkraft der Regierung des jeweiligen Heimatlandes das Gesamtrating einer Bank beeinflussen. Die Ergebnisse sind beachtlich: Deutsche Banken würden vier bis fünf Ratingstufen schlechter bewertet, wenn es keine unausgesprochenen staatlichen Garantien gäbe. Deutsche Bank und Commerzbank, derzeit von Fitch mit „A+“ bewertet, würden dann auf „BBB“ oder gar „BBB-“ abrutschen.

Noch nie hat es eine Bank gegeben,
die ihre Aktionäre/ Anteilseigner angeschrieben hat
Geld an die bank zu überweisen.

es gibt hier nur eine Möglichkeit...wenn der Steuerzahler sie Banken finanziert, dann müßen die Banken dem Steuerzahler auch gehören, also "Verataatlichungen der Banken!"

Die Behauptung, daß Banken so bystemrelevant sind, daß sie nicht pleite gehen dürfen, halte ich für eine faule Ausrede!
Das riecht eher danach, daß die politische Kaste und die Banker recht intim miteinander sind, um nicht von bilateraler Korruption zu reden.
Jeder, der nur Ausschuß produziert, sollte das Recht haben, pleite zu gehen!!!
Ich werde den Verdacht nicht los, daß die Partnerschaft zwischen Politik und Banken in erster Linie mit der Kontrolle der Bevölkerung zu tun hat. Banken sind weniger für die Realwirtschaft als die finanzielle Überwachung der Bevölkerung da! Da die sowieso im Hinterkopf haben, das Bargeld am Liebsten ganz abzuschaffen, könnte man dann die Menschen ganz einfach "steuern", indem man nach Lust und Laune das Plastik"geld" (durch einen vorgetäuschten Fehler)sperrt; davon, daß man das Konsumverhalten überwacht, ganz abgesehen!!!
Und weil es so schön bequem (=faulheitsunterstützend) ist, wird es auch vom dämlichen Michel freudig angenommen!
Keiner geht - um der persönlichen wirtschaftlichen Freiheit wegen - für einen höheren Barfaktor und mehr Barzahlungskassen auf die Straße!!!
Die Bevölkerung könnte sich schon wehren, indem sie alle Plastikkarten wegwirft und die Banker nach Hartz IV schickt!
Die einzigen, die auch ein bargeldloses System unterlaufen werden, sind die kriminellen Banden, gegen die es angeblich gerichtet sein soll - das ist nur die faule Ausrede für die (naive) Bevölkerung.
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