Ökonomie

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Twitter, Facebook, etc.: Wie Social Media die Kinobranche umkrempelt

Popcorn und Film reicht vielen nicht mehr. Immer mehr Zuschauer twittern direkt aus dem Kinosaal - und beeinflussen damit massiv den Erfolg von Filmen. Wie Twitter und Co. die Kino-Branche verändern, zeigt eine Studie.

Szene aus „John Carter“: Kinobesucher verrissen den Film bereits während der Aufführung via Twitter. Quelle: dapd
Szene aus „John Carter“: Kinobesucher verrissen den Film bereits während der Aufführung via Twitter. Quelle: dapd

LondonNur vier Zeichen brauchte @JaiiB007, um ihre Meinung zum Science-Fiction-Film „John Carter“ zusammenzufassen: ? „GÄHN“, schrieb die Londonerin bei Twitter. Unmittelbar nach dem Start der Disney-Produktion quollen die sozialen Netzwerke im Internet über mit solcher Kritik. „Ich war total enttäuscht“, twitterte Ryan alias @goindaeffoff, und Brian (@1BryBry1) schrieb: „Einfach nur eine riesige Ladung Schrott!“

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Der Film geht als einer der teuersten Flops aller Zeiten in die Kinogeschichte ein. Der Sturm der Kritik bei Twitter, Facebook und Co. dürfte einer der Gründe dafür sein - das zeigen drei Betriebswirte in einer neuen Studie. Demnach steht und fällt der Erfolg von Kinofilmen immer stärker mit den Kommentaren der Zuschauer im Internet.

Durch die sozialen Medien ändern sich die Gesetze in der Kinobranche gewaltig. Früher mussten Kinogänger bei einem neuen Film die Katze im Sack kaufen - ihre Meinung konnten sie sich nur auf der Basis von Vorschauen und Rezensionen bilden. „Heute ist das anders“, sagt der Münsteraner BWL-Professor Thorsten Hennig-Thurau. „Über Twitter und Facebook können Menschen ihre Meinung zu einem neuen Film schnell austauschen.“

Aktuelle Forschung

Dank des Siegeszugs internetfähiger Mobiltelefone würden viele Zuschauer Lob und Tadel direkt aus dem Kinosaal an ihre Freunde übermitteln: „Bleibt zu Hause“ oder „Einfach nur genial“. Diese Mundpropaganda beeinflusst das Verhalten anderer Kinogänger stark, zeigt die Studie.

Mit Caroline Wiertz von der Cass Business School und Fabian Feldhaus von der Uni Münster wertete Hennig-Thurau mehr als vier Millionen Twitter-Kurznachrichten zu 105 Filmen aus. Die Forscher konzentrierten sich auf das erste Wochenende, an dem eine neue Produktion in den USA in die Kinos kam. Das Ergebnis: Je besser das Urteil innerhalb der ersten 24 Stunden bei Twitter ausfällt, desto mehr Menschen strömen an den nächsten Tagen ins Kino. Dieser Effekt ist unabhängig von anderen Faktoren, die den Erfolg eines Films beeinflussen, zum Beispiel dem Star-Aufgebot, dem Produktionsbudget und Medienrummel.

  • 20.07.2012, 14:37 UhrOmarius

    ne die D habn das eher mit dem Streamen...
    alle filme die da gut wegkommen im kommentar bereich werdn auch im Kino hits wenn die hier anlaufen...
    war bei alen so

    ice age, spidermann avengers
    zudem ist n kino abend in D teuere als in zb den USA...
    ok hier wird man auch nich erschossen

  • 23.05.2012, 00:38 Uhrstereo

    "und die Kinogänger hätten eine größere Auswahl"
    Na endlich...!

    Vielleicht sieht es die Filmindustrie jetzt endlich ein, dass man mit Medienrummel und viel Pampam niemanden mehr ins Kino lockt. Eure Schwindelei hat euch niemand mehr abgekauft.
    Facebook- und Twitternachrichten sind auch nur positiv, wenn der Film qualitativ hochwertig ist.
    Wenn sie jetzt auch noch ein wenig weiterdenken, dann fällt ihnen ein, warum seit Jahren immer weniger Leute ins Kino gehen und sich sagen: "Na diese Gurke kann man sich auch aufm Laptop anschauen. Für 7,50 Euro kauf' ich mir 'n Kasten.", "Der Trailer sieht ja ganz nett aus, aber lass mal vorsichtshalber auf Kino.to anschauen, ob der Trailer wieder nicht nur die besten Szenen zeigt."
    Angebot und Nachfrage, meine Damen und Herren.

  • 22.05.2012, 22:23 Uhrmono

    Die Antwort der Konsumenten auf " einfach 10 Filme a 30 Mill" zu drehen ist leicht, einfach nicht mehr ins Kino gehen.

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