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Auszeichnungen: Mitarbeiter mit Ruhm und Ehre motivieren

Spornen Auszeichnungen wie "Mitarbeiter des Monats" zu höheren Leistungen an? Die Antworten der führenden Management-Berater gingen in diesem Punkt bisher auseinander. Ein dreiköpfiges Forscherteam um den Züricher Ökonomen Bruno Frey hat die Auswirkungen der Ehrungen nun in einer Fallstudie empirisch untersucht - und neue Antworten gefunden.

Mitarbeiter des Monats: Ehrungen spornen Mitarbeiter kurzfristig zu Höchstleistungen an. Quelle: ap
Mitarbeiter des Monats: Ehrungen spornen Mitarbeiter kurzfristig zu Höchstleistungen an. Quelle: ap

DÜSSELDORF. Der Mobilfunkkonzern Vodafone stellt es in seinen Mitarbeitergesprächen immer wieder fest: Beschäftigte, die Prämien für außergewöhnliche Leistungen erhalten, freuen sich nicht in erster Linie über das Geld - viel wichtiger ist den meisten die damit verbundene Anerkennung.

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In zahlreichen Unternehmen sind Preise, Auszeichnungen und Ehrungen für Mitarbeiter seit Jahren Usus - die Fast-Food-Kette McDonald's kürt in jeder Filiale regelmäßig den "Mitarbeiter des Monats", beim Handelsblatt gibt es freitags eine Flasche Champagner für den besten Artikel der Woche.

Aber haben solche Auszeichnungen messbare Folgen? Die Antworten von Management-Beratern gehen diametral auseinander. Der Amerikaner Bob Nelson propagiert Ehrungen und Preise in seinem Buch "1 001 Ways to Reward Employees" als kostengünstiges Instrument, um Mitarbeiter zu Höchstleistungen zu motivieren. Nelsons deutscher Berufskollege Reinhard Sprenger ist komplett anderer Meinung: "Man kann Motivation und Lust nicht von außen anstoßen."

Wer von beiden hat recht? Systematische, empirisch fundierte Antworten hatte die Betriebswirtschaftslehre bislang nicht zu bieten. Ein dreiköpfiges Forscherteam um den Züricher Ökonomen Bruno Frey hat jetzt die Effekte von Auszeichnungen in Unternehmen auf den Arbeitseinsatz erstmals untersucht - in einer Fallstudie und auf Basis außergewöhnlich detaillierter Daten aus einem Call-Center eines Schweizer Finanzdienstleisters.

Wie bei Telefon-Dienstleistungen üblich, evaluiert dort das Management kontinuierlich die Arbeit jedes einzelnen Mitarbeiters. Die von Kunden und Vorgesetzten beurteilte Qualität der Arbeit spielt die größte Rolle in einem ausgeklügelten Bewertungssystem. Aber auch quantitative Größen wie die durchschnittliche Länge der Telefongespräche fließen in die Leistungsbewertung ein.

Für besonderes Engagement, das über die normalen Aufgaben eines Call-Center-Mitarbeiters hinausgeht und der gesamten Abteilung zugute kommt, verleiht das Management regelmäßig Auszeichnungen - zum Beispiel an Mitarbeiter, die sich freiwillig für Urlaubsvertretungen melden, kurzfristig für kranke Kollegen einspringen oder Betriebsausflüge organisieren.

All diese Tätigkeiten, die bei der Beurteilung der eigentlichen Arbeitsleistung keine Rolle spielen, belohnt das Unternehmen mit einem sogenannten "Gold Reward". Der Empfänger bekommt eine Urkunde und eine kleine Bonuszahlung zwischen 100 und 250 Schweizer Franken. Im Vergleich zum durchschnittlichen Monatsgehalt der Call-Center-Mitarbeiter (4 500 Franken) handelt es sich um einen eher symbolischen Geldbetrag. Rund jeder zweite der 155 Mitarbeiter hat den Preis innerhalb von knapp vier Jahren mindestens einmal bekommen.

  • 27.04.2010, 01:42 UhrAnonymer Benutzer: Tomas

    Die Schlussfolgerung ist demnach nicht ganz richtig, denn im Grunde hat wohl Reinhard Sprenger mehr Recht als bob Nelson. Schliesslich wirkt sich der Leistungsschub nur auf die praemierte Person aus, nicht aber auf den Rest der Kollegen, letzteres sollte aber das Ziel des Managers sein. Darueberhinaus 'verpufft' der Effekt bereits nach zwei Monaten. Sprenger hat also Recht: die Motivation bringt man also doch mit und laesst sich dauerhaft mit Praemien nicht verbessern und schon garnicht damit andere an bord nehmen. Gruss.

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