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Auszeichnungen : Wenn Unternehmen ihr Personal mit Ruhm und Ehre bezahlen

Unternehmen können ihr Personal zu höheren Leistungen motivieren, ohne dass es Geld kostet - indem sie Preise und Auszeichnungen vergeben. Wie gut das funktioniert, führt eine faszinierende Feldstudie von Ökonomen aus Frankfurt und Mannheim vor Augen.

Der Brandenburgorden in der Herrenversion (links) und Damenversion (rechts) - damit ehrt das Bundesland Brandenburg verdiente Bürger. Auch in Unternehmen sind Auszeichnungen verbreitet. Zu Recht,  zeigen mehrere Studien. Quelle: dpa
Der Brandenburgorden in der Herrenversion (links) und Damenversion (rechts) - damit ehrt das Bundesland Brandenburg verdiente Bürger. Auch in Unternehmen sind Auszeichnungen verbreitet. Zu Recht, zeigen mehrere Studien. Quelle: dpa

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Bei McDonald's gibt es den "Mitarbeiter des Monats", in der DDR gab es den "Helden der Arbeit" - verdiente Mitarbeiter mit Preisen zu ehren, ist im Kapitalismus genauso üblich, wie es im Kommunismus war.

Aber welche Folgen haben Auszeichnungen für die Einsatzbereitschaft von Menschen? Diese Frage können Wirtschaftswissenschaftler bislang kaum beantworten.

Denn so allgegenwärtig Orden und Ehrungen im wirklichen Leben auch sind, Ökonomen haben sie bis vor kurzem fast vollständig ignoriert. Ihre Forschung kreist traditionell um monetäre Anreize - für weiche Faktoren wie Ruhm und Ehre war da lange kein Platz.

Das hat sich erst mit dem Züricher Professor Bruno Frey geändert - er war der erste Volkswirt, der vor wenigen Jahren das Thema entdeckt hat. Jetzt hat ein Forscherteam aus Frankfurt und Mannheim eine empirische Feldstudie zu den Anreizwirkungen von Ehrungen veröffentlicht. Michael Kosfeld (Uni Frankfurt) und Susanne Neckermann (ZEW Mannheimer), haben dabei mit der Schweizer Sektion der US-Hilfsorganisation "Hunger Project" zusammengearbeitet. Die Arbeit mit dem Titel "Getting More Work for Nothing? Symbolic Awards and Worker Performance" erscheint demnächst in der Fachzeitschrift "American Economic Journal: Microeconomics"

Der gemeinnützige Verein, der Spenden für Projekte gegen den Hunger in der Dritten Welt sammelt, hat 2008 eine Datenbank mit detaillierten Informationen über alle 1600 deutschsprachigen Gemeinden in der Schweiz aufgebaut.

Die beiden Wissenschaftler machten daraus ein Forschungsprojekt: Sie spannten 150 Studenten ein, die für das "Hunger Project" im Internet die Namen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen aller Bürgermeister und Gemeindevorsteher recherchierten.

Die Studenten wussten nicht, dass sie an einem ökonomischen Experiment teilnahmen - sie hatten sich auf eine Stellenanzeige gemeldet, die für zwei Stunden Internetrecherche 45 Schweizer Franken (circa 35 Euro) versprach. Das Geld erhielten die Studenten unabhängig von ihrer individuellen Leistung - auch wer zwei Stunden privat im Internet gesurft und keine Daten eingegeben hätte, wäre voll bezahlt worden.

Die eine Hälfte der Studenten erfuhr bei der Einweisung in die Aufgaben, dass die beiden fleißigsten Rechercheure an Ende eine Urkunde mit Dank erhalten. Die Kriterien, an denen die Leistung gemessen wurde, ließen die Forscher bewusst offen - machten aber deutlich, dass diese Ehrung keinerlei materiellen Wert besaß.

  • 21.03.2011, 15:13 UhrAnonymer Benutzer: Greenhold

    Sehr interessanter Artikel. Ich denke, generell ist der Mensch eher "geltungssüchtig", weshalb Auszeichnungen einen großen Einfluss haben können - auch im Berufsleben. Obwohl die Stärke dieses Einflusses natürlich auch davon abhängt, welcher Menschencharakter dahinter steckt. Hier sind wir alle unterschiedlich. Auf der anderen Seite wäre auch mal interessant zu erfahren, welchen Einfluss die Auszeichnung von ArbeitGEBERN eigentlich hat. Jobbewertungsportale wie www.jobvoting.de, arbeitgebercheck.at oder bizzWatch zeichnen seit Jahren Arbeitgeber aus. Vielleicht motiviert das auch?

  • 18.03.2011, 10:53 UhrErnst

    Das hatte die UDSSR auch schon mal eingeführt - Helden der Arbeit. Manche Unternehmen betreiben diesen Unfug bei uns ebenfallls ... da hängt dann im Autohaus eine Liste mit dem Verkäufer des Monats.

    Weder ökonomisch noch soziologisch lassen die Ergebnisse die Erwartung zu, daß damit ein Blumentopf zu gewinnen ist - eher wird Porzellan zerschlagen.

  • 16.03.2011, 20:39 UhrAnonymer Benutzer: KFR

    na dann ist wohl für Frau Bundeskanzler und Guido nach der lobenden Erwähnung aus Lybien mindestens ein Orden und ein paar Kamele drin ??

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