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Geschenke: Weihnachten: Eine gigantische Wertvernichtung?

Gehen durch Weihnachtsgeschenke jährlich Werte in Milliardenhöhe verloren? Ein US-Professor stellte diese These im Jahre 1993 auf - und stieß eine Debatte an, die bis heute andauert. Lesen Sie, warum Sie in Sachen Weihnachtsgeschenke lieber nicht auf Ökonomenrat hören sollten.

Weihnachten: Ökonomen gehen davon aus, dass Schenkende bei der Geschenkeauswahl mit hoher Wahrscheinlichkeit daneben greifen und einen Wohlfahrtsverlust produzieren. Foto: ap Quelle: ap
Weihnachten: Ökonomen gehen davon aus, dass Schenkende bei der Geschenkeauswahl mit hoher Wahrscheinlichkeit daneben greifen und einen Wohlfahrtsverlust produzieren. Foto: ap Quelle: ap

Suchen Sie noch das perfekte Weihnachtsgeschenk? Würden Sie einen traditionellen Ökonomen um Rat fragen, wäre die Antwort klar: Bargeld. Alles andere wäre aus Sicht der klassischen mikroökonomischen Theorie ineffizient.

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Joel Waldfogel, Ökonomie-Professor an der University of Pennsylvania, präsentierte 1993 in einem wissenschaftlichen Aufsatz sogar empirische Belege dafür. Nicht irgendwo, sondern im "American Economic Review", einer der angesehensten VWL-Fachzeitschriften der Welt. Weihnachtsgeschenke, so sein Fazit, sind eine gigantische Wertvernichtung. Für die USA und das Jahr 1992 schätzte er den Wohlfahrtsverlust auf vier bis 13 Mrd. Dollar.

Waldfogel hatte kurz nach Weihnachten 58 Ökonomie-Studenten über ihre Weihnachtsgeschenke ausgefragt. Wie viel hatten Eltern, Tanten und Omas für jedes einzelne Präsent ausgegeben, wollte der Forscher wissen. Und wie viel war jedes Buch, jede Unterhose und jeder Schlips dem Beschenkten selbst wert? Waldfogel stellte fest: Ein Geschenk, das 100 Dollar gekostet hat, bewertete der Empfänger nur mit 70 bis 90 Dollar.

Aus der Perspektive der reinen mikroökonomischen Theorie erscheint dieses Ergebnis durchaus plausibel - wenn man davon ausgeht, dass die Menschen rational sind und eisern ihren Nutzen maximieren. Dann kann niemand die Wünsche des Beschenkten so gut kennen können wie dieser selbst. Egal, was der Schenkende auch kauft, er wird mit hoher Wahrscheinlichkeit daneben greifen und einen Wohlfahrtsverlust produzieren. Einen "Deadweight Loss", wie Ökonomen sagen. Die beste Lösung wäre es, dem Beschenkten selbst die Konsumentscheidung zu überlassen - und ihm Geld zu schenken.

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