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Konjunkturpaket: Was bringen 787 Milliarden?

Barack Obama pumpt die unvorstellbare Summe von 787 Mrd. Dollar in die US-Wirtschaft. Wie wird diese Riesensumme wirken? Regierungsökonomen prognostizieren vier Millionen neue Jobs. Skeptiker befürchten, dass das Geld verpufft. Woran liegt diese extrem unterschiedliche Sicht der Dinge? Handelsblatt.com klärt auf.

DÜSSELDORF. Es ist das größte Konjunkturprogramm in der Geschichte der Menschheit: 787 Milliarden US-Dollar nimmt die amerikanische Regierung in die Hand, um die Wirtschaftskrise zu bekämpfen.

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Wird der Milliarden-Regen so wirken, wie US-Präsident Barack Obama versprochen hat? Über diese Frage tobt unter Makro-Ökonomen eine Debatte, die von Woche zu Woche heftiger wird. Die Antwort hängt entscheidend davon ab, welchen Forscher man fragt und welches Makro-Modell er benutzt.

Volkswirte, die die US-Regierung beraten, sind der Meinung: Das Geld ist gut angelegt. Für jeden Dollar, den der Staat ausgebe, werde das Bruttoinlandsprodukt um 1,60 Dollar steigen, prognostizieren die Obama-Ratgeber Christina Romer und Jared Bernstein. Bis Ende 2010, so schätzen sie, dürften dadurch drei bis vier Millionen neue Jobs entstehen.

Ein vierköpfiges Forscherteam der Universitäten Stanford und Frankfurt am Main dagegen greift diese Zahlen in einer neuen Studie mit dem Titel "New Keynesian versus Old Keynesian Government Spending Multipliers" jetzt massiv an. Die Vorhersage sei viel zu optimistisch. Die Regierungsökonomen hätten veraltete Prognose-Modelle benutzt und unrealistische Annahmen über den künftigen Kurs der amerikanischen Geldpolitik getroffen. Moderne keynesianische Modelle, die auf dem aktuellen Stand der Forschung seien, lieferten geringere Effekte für Wachstum und Beschäftigung, schreiben John Cogan, John Taylor (beide Stanford), Tobias Cwik und Volker Wieland (beide Frankfurt).

Grundlage der Zahlen von Romer und Bernstein ist unter anderem ein Makro-Modell der Notenbank Fed für die US-Wirtschaft. Dieses aber ist nach Ansicht der Kritiker aus Stanford und Frankfurt überholt - vor allem, weil es nicht berücksichtigt, dass Menschen auf Interventionen des Staates reagieren und ihre Erwartungen sowie ihr Verhalten an die Politik anpassen.

Dieses Argument geht auf den Chicagoer Ökonomen Robert Lucas zurück und bescherte ihm den Nobelpreis. Dem "alten" Keynesianismus entzog es argumentativ den Boden. Keynesianisch orientierte Makro-Ökonomen haben die "Lucas-Kritik" aufgegriffen und die veränderten Erwartungen der Menschen in ihre Modelle integriert. Dieser Ansatz wird "new keynesian macro" genannt und hat sich seit rund zehn Jahren etabliert.

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