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Ökonomen: Heiraten macht Männer reich

Verheiratete Männer verdienen mehr als unverheiratete - unabhängig von ihrer Ausbildung und ihren tatsächlichen Leistungen. Warum das so ist, haben zwei Forscherinnen jetzt am Beispiel von US-Baseball-Profis untersucht.

von Johannes Pennekamp
Die Ehe macht reich, stellen Ökonomen fest. Quelle: dpa
Die Ehe macht reich, stellen Ökonomen fest. Quelle: dpa

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Düsseldorf

Sie wollen etwas für Ihre Gesundheit tun, ihre Lebenserwartung verlängern und ihr Einkommen erhöhen? Ganz einfach: Heiraten Sie!

Studien zeigen, dass verheiratete Menschen glücklicher sind, seltener zum Arzt müssen und deutlich älter werden. Für Paare, die ohne Trauschein zusammenleben, gilt das erstaunlicherweise nicht. Dem Geldbeutel tut die Ehe schon deshalb gut, weil die Lebenshaltungskosten von zwei Personen, die einen gemeinsamen Haushalt führen, fast genauso hoch sind wie für eine. Zudem bringt die Heirat in vielen Ländern erhebliche Steuervorteile.

Das Ja-Wort beflügelt das Einkommen der Beteiligten aber auch noch auf einem ganz anderen Wege: Verheiratete Männer verdienen im Schnitt deutlich mehr als unverheiratete - unabhängig von ihrer Qualifikation und ihrer individuellen Leistung. Studien taxieren diesen Ehebonus auf zehn bis 40 Prozent.

Aber was ist der Grund für dieses Phänomen? Darüber konnten Volkswirte bislang nur spekulieren. Eine neue Studie von Francesca Cornaglia (Queen Mary, University of London) und Naomi Feldman (Ben-Gurion University of Negev) liefert jetzt neue, faszinierende Einsichten.

Die beiden Forscherinnen haben das Phänomen in einer Fallstudie anhand von professionellen Baseball-Spielern analysiert. Für ihre Arbeit mit dem Titel "Productivity, Wages, and Marriage: The Case of Major League Baseball" werteten sie Daten von 5000 Sportlern aus, die in der amerikanischen Profi-Baseballliga MLB unter Vertrag waren.

Anders als bei Beschäftigten in normalen Branchen lässt sich die individuelle Leistung von Profi-Sportlern recht genau messen. Zudem sind die Gehälter von US-Baseballspielern öffentlich zugänglich.

"Verheiratete Baseballspieler verdienen bis zu 16 Prozent mehr als unverheiratete Profis", stellen die Forscherinnen fest. Allerdings streichen nicht alle Spieler diesen Ehebonus ein - es profitierten nur die, die zum besten Drittel der Akteure gehörten. Ihr Jahresgehalt lag 2007 laut Studie bei rund 4,3 Millionen Dollar - ein gleich talentierter Junggeselle dagegen verdiente rund 690 000 US-Dollar weniger.

In der Vergangenheit haben Volkswirte die Einkommensdifferenzen damit erklärt, dass Männer nach der Hochzeit bessere Leistungen im Job bringen - weil ihnen die Ehefrauen im Alltag den Rücken freihalten.

Zumindest bei Baseball-Profis zieht diese Erklärung nicht: "Die Ehe hat keine signifikanten Auswirkungen auf die Produktivität", bilanzieren die Autorinnen.

Nur bei eher leistungsschwachen Spielern zeigten die Formkurven nach der Hochzeit leicht nach oben. Auch die Vermutung, dass Spieler mit guten Gehaltsaussichten auf dem Heiratsmarkt besonders attraktiv sind und sich der statistische Effekt alleine dadurch erklären lässt, konnten die Ökonominnen ausschließen.

Die Forscherinnen vermuten positive Auswirkungen der Ehe, die nicht auf den ersten Blick sichtbar und deshalb auch nicht in den offiziellen Spielstatistiken abzulesen sind. "Wir nehmen an, dass die Ehe die Stabilität, und die Verlässlichkeit des Mannes im Beruf erhöhen", schreiben Cornaglia und Feldman.

Ehemänner seien die besseren Teamspieler und brächten verglichen mit Singles mehr Führungsqualitäten mit. Dass Baseballteams mit überdurchschnittlich vielen Verheirateten in der Vergangenheit häufiger als Gewinner vom Platz gingen und Verheiratete geringere Formschwankungen hatten, deuten die Forscherinnen als Beleg für ihre These und als einen der Gründe dafür, "dass Trainer und Manager bereit sind, für Verheiratete mehr Geld auszugeben"..

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