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Unkonventionelle Geldpolitik: Wie der Geldstrom der Fed funktioniert

Die Fed will eine Billion US-Dollar in die US-Wirtschaft pumpen und sogar Staatsanleihen kaufen. Dieser spektakuläre Schritt zeigt: Auch bei Leitzinsen von null bleibt die Geldpolitik handlungsfähig – wenn sie zu unkonventionellen Mitteln greift. Handelsblatt.com erklärt, wie diese "quantitative Lockerung" funktioniert und was sie bringen kann.

Fed-Chef Ben Bernanke setzt auf unkonventionelle Geldpolitik. Foto: Reuters Quelle: Reuters
Fed-Chef Ben Bernanke setzt auf unkonventionelle Geldpolitik. Foto: Reuters Quelle: Reuters

DÜSSELDORF. Wenn US-Notenbanker in diesen Tagen über ihre Arbeit referieren, findet man sich schnell in einem wirren Buchstabensalat wieder. Von "TAF", "TSLF" und "TASL" ist dann die Rede, von "MIFF", "AMLF", "PDCF" und "CPFF". "Da bekommen Sie das Gefühl, es mit Leuten aus dem Pentagon zu tun zu haben", sagte Frederic Mishkin auf der Jahrestagung der American Economic Association Anfang Januar in San Francisco. Der Ökonomie-Professor an der New Yorker Columbia University war bis 2008 Gouverneur der US-Notenbank Fed und spielt auf den berühmt-berüchtigten Abkürzungswahn des US-Verteidigungsministeriums an.

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Nur stehen die Akronyme bei der Fed nicht für Panzer und Truppen, sondern für neue Instrumente der Geldpolitik, in aller Regel geht es um Kreditlinien zum Ankauf von Vermögenswerten durch die Fed. Hinter "CPFF" zum Beispiel verbirgt sich die "Commercial Paper Funding Facility". Diese ermöglicht der Fed seit einiger Zeit den direkten Kauf von kurzfristigen Unternehmensanleihen (Commercial Papers).

Wie wirken die neuen Waffen der Fed im Kampf gegen die Finanzkrise ? Die traditionelle Geldpolitik ist in den USA an ihre Grenze gekommen - tiefer als null können die Leitzinsen nicht sinken. Hat Fed-Chef Ben Bernanke damit sein Pulver verschossen? Ist die amerikanische Geldpolitik jetzt machtlos?

Nein, lautet die klare Antwort zahlreicher hochkarätiger Geldpolitik-Experten. "Die Geldpolitik schläft nicht, sondern liefert weiter wichtige Stimuli", war John Taylor, Ökonomie-Professor an der Elite-Universität Stanford, überzeugt. Sein New Yorker Kollege Frederic Mishkin hält die These, die Geldpolitik sei in der Finanzkrise wirkungslos, für "gefährlichem Unsinn". Und Janet Yellen, Präsidentin der Federal Reserve Bank of San Francisco betont: "Dass die konventionelle Geldpolitik ausgeschöpft ist, bedeutet nicht, dass die Fed keine Optionen mehr hätte, die Wirtschaft mit anderen Maßnahmen zu stimulieren."

Die Fed setzt dabei auf eine Art monetäre Zwangsernährung der Wirtschaft: Sie kauft auf dem Finanzmarkt Wertpapiere aller Art am Markt auf. Weil sie mit Dollar bezahlt, entsteht automatisch neues Geld. Wenn sie nur genug Wertpapiere kauft, kann sie die Wirtschaft mit Liquidität überschütten. Fachleute nennen diese unkonventionelle Geldpolitik auch "quantitative Lockerung".

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