
DüsseldorfDer Schaden ist beträchtlich: Weil Privatpersonen und Unternehmen den Fiskus austricksen und im großen Stil Steuern hinterziehen, gehen dem deutschen Staat jedes Jahr rund 30 Milliarden Euro verloren, schätzt die Deutsche Steuergewerkschaft. Eine immense Summe, die in etwa so groß ist wie der aktuelle Verteidigungsetat. In Griechenland, einem Staat mit einem vielfach kleineren Bundeshaushalt, werden die Verluste auf jährlich bis zu 13 Milliarden Euro geschätzt - Geld, das der griechischen Regierung jetzt an allen Ecken und Enden fehlt.
Schmerzlich sind diese Einnahmedefizite nicht nur für die Politiker, die weniger Geld zur Verfügung haben, sondern auch für gewissenhafte Steuerzahler, die mehr an den Staat abdrücken müssen, weil andere die Zeche prellen. Was verschlimmernd hinzukommt: Anscheinend werden die Ehrlichen gleich doppelt zur Kasse gebeten: „Zum einen zahlen sie freiwillig, zum anderen nutzen die Regierungen die höhere Steuermoral systematisch aus und belasten diese Gruppe stärker“, sagt Andreas Peichl, vom Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA).
Um zu untersuchen, ob es einen Zusammenhang zwischen der Steuermoral und der Höhe der Steuersätze gibt, wertete ein vierköpfiges Forscherteam um Peichl Daten aus 52 Ländern aus. Wie gewissenhaft die Steuerzahler sind, leiteten die Forscher aus einer internationalen Befragung ab, in der Bürger auf einer Zehn-Punkte-Skala angeben mussten, für wie gerechtfertigt sie es halten, bei der Steuer zu betrügen. Die Ökonomen teilten die Befragten in zehn Einkommensklassen ein und verglichen ihre Angaben zur Moral mit den Steuersätzen, die sie zu zahlen haben.
Dabei zeigte sich: Steuerzahler, die auf der Skala einen Punkt höher liegen, also größere Skrupel haben, zahlen im Schnitt um neun Prozentpunkte höhere Steuern. „Der Zusammenhang gilt sowohl innerhalb einzelner Länder als auch über Ländergrenzen hinweg“, sagt Peichl.

@ihr. Sie stellen Behauptungen auf welche nicht zutreffen. Gerade Großverdiener werden von den FA's intensive geprüft.
Das Problem ist ein ganz anderes. Es ist die Steuergesetzgebung. Um Steuergerechtigkeit herzustellen hat man die im laufe der Jahre so unübersichtlich gemacht, dass selbst erfahrene und gut ausgebildete Finanzbeamte damit ihre Probleme haben. Käme jetzt auch noch eine Vermögenssteuer hinzu, so würde die Prüfung der Steuererklärungen und Gewinnermittlungen noch mehr darunter leiden. Leute wie z.B. Lafontaine fordern zwar die Vermögensteuer weil die darauf spekulieren, dann dann weniger Zeit verbleibt für die Prüfung der ESt-Erklärung verbleibt.

Bei einer Abgabenlast von satt über 50% und der Unsitte des Steuerstaates, das abgepresste Geld mit vollen Händen in aller Welt zu verteilen, kann man Steuerhinterziehung als eine Art von Notwehr einordnen. Selbst der Hinterzieher zahlt noch einen guten Batzen, weil man durch die Hinterziehung seine Steuer- und Abgabenlast ja nie auf Null reduzieren kann.
Daß der Staat Steuern braucht, um seinen Kernaufgaben nachkommen zu können, ist unbestritten. Aber in D ist das rechte Maß abhanden gekommen...

Nicht die Steuermoral ist schlecht, sondern die Steuergesetzgebung ist kompliziert und unüberschaubar für einen Normalo. Gesetze sollten für nicht gegen den Bürger sein. die Unmoral liegt daher bei unseren steuerpolitisch unfähigen Verwaltern, die mit jeder Vereinfachung letztendlich komplizieren, weil gar keiner mehr den Durchblick hat. Eine steuerliche Gesamtschau bringen nicht mal mehr Professoren zusammen und über eine Vereinfachung wird nur geplaudert, weil keiner den Mut hat sie anzugehen, da man nicht mal mehr realistisch die staatlichen Einnahmenänderung vorhersehen kann und sich deshalb keiner darantraut. Darum wursteln wir weiter und irgendwann ist jeder Steuersünder und wir treffen uns alle im Gefängnis außer den Politikern. Also Dilettanten aller Länder werdet Politiker
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