
LondonDie Aufholjagd hatte es in sich: Noch 1960 war das Einkommen eines Neuseeländers im Schnitt doppelt so hoch wie das eines Japaners. Zwölf Jahre später jedoch hatte Japan Neuseeland überholt. Bis 1990 hatte sich das Durchschnittseinkommen in Japan dann gar verfünffacht. In Neuseeland dagegen hatte es sich im gleichen Zeitraum noch nicht einmal verdoppelt.
Die in der Ökonomie gängigen Erklärungsmuster führen in diesem Fall weitgehend ins Leere. Beide Länder sind ähnlich stark in den Welthandel eingebunden, beide schützen das Privateigentum, und beide sind sich auch sonst sehr ähnlich.
Ludger Wößmann (LMU München) und Eric Hanushek (Stanford University) liefern in einer neuen Studie, die in der Fachzeitschrift "Economic Policy" erscheint, jetzt eine andere Erklärung für die Diskrepanz. Japan habe Neuseeland vor allem deshalb wirtschaftlich überholt, weil die Menschen dort besser schreiben, lesen und rechnen können.
Für 24 Industrieländer haben die beiden Bildungsökonomen Wachstumsdaten aus den Jahren von 1960 bis 2000 ausgewertet und mit dem Bildungsniveau in diesen Staaten verglichen. Die Grundfertigkeiten in Mathe, Naturwissenschaften und im Lesen, so stellen die Forscher fest, haben enormen Einfluss auf das langfristige Wachstumspotenzial von Volkswirtschaften.
Hanushek und Wößmann haben mit ihrer Studie mit dem Titel "How Much Do Educational Outcomes Matter in OECD Countries?" wissenschaftliches Neuland betreten. Statt wie bislang das Bildungsniveau eines Landes anhand der Zahl der Jahre, die die Menschen in der Schule verbringen, abzulesen, schauen sie sich die Ergebnisse internationaler Vergleichstests wie der Pisa-Studie an. So können sie die Qualität der Bildung besser erfassen. Wie wichtig gutes Humankapital für unseren Wohlstand ist, zeigt eine Simulationsrechnung der Forscher: Mit besseren Schulen könnten die Industrieländer ihr Wachstum deutlich steigern.
Wenn es alle OECD-Länder schaffen würden, innerhalb von 20 Jahren das Testniveau des Pisa-Musterlandes Finnland zu erreichen, wären bis zum Jahr 2090 Wohlfahrtsgewinne von rund 275 Billionen US-Dollar möglich, schätzen die Ökonomen. Dies entspräche einem Anteil von 13,8 Prozent der künftigen Wirtschaftsleistung. Solch ein Szenario halten allerdings selbst die Forscher für unwahrscheinlich - der Rückstand vieler Länder gegenüber Spitzenreiter Finnland sei zu groß. Auch bei realistischeren Zielen seien jedoch Gewinne von 90 Billionen US-Dollar möglich.
Aber was kann die Politik tun, um die Schulen zu verbessern? Die Antworten, die die Forscher geben, sind teilweise überraschend. So sind gute Schulen offenbar keine Frage des Geldes - es gibt keine Belege dafür, dass höhere Bildungsausgaben zu besseren Schulleistungen führen.
Ähnlich ernüchternd ist ihr Fazit über den Einfluss der Klassengröße oder des Ausbildungsniveaus der Lehrer: Weder kleinere Klassen noch besser ausgebildete Lehrer machen die Schüler schlauer.
Als Alternative empfehlen die Ökonomen, sowohl Lehrern als auch Schulen stärkere Anreize zu setzen. Dafür müssten die Schulen mehr Autonomie erhalten und für ihre Ergebnisse zur Rechenschaft gezogen werden. Außerdem sei ein stärkerer Wettbewerb zwischen ihnen nötig. Wer den Wohlstand über bessere Schulen ankurbeln will, brauche aber einen langen Atem. Denn es dauere Jahrzehnte, bis die positiven Effekte sichtbar werden - sie kommen erst dann zum Tragen, wenn die betroffenen Schüler ins Erwerbsleben treten.
Es ist eine Schande für Deutschland, dass dies gefordert werden muss. Dies sollte Pflicht für jeden Politiker sein. Leider machen die deutschen Politiker, wie Merkel und Zöllner diese Pflicht zum Tabu. Sie wollen keine bildung für Deutsche, so die EU!
Die Schulen sind gut genug. Das Schulumfeld stimmt nicht.
Das Erstaunen über diese Trivialität ist verwunderlich und zeigt den jetzt bereits eingetretenen Niedergang Deutschlands, ja, der gesamten westlichen Welt schon bei der Einsicht in die Notwendigkeit von bildung, ganz abgesehen von den bildungsinhalten selbst.
Dazu einige knappe Anmerkungen :
bildung ist Kapitalbildung.
immer.
bildung ist Kapitalbildung im Kopf zur Schaffung von allem weiteren Kapital für die Menschen und das Volk einer Zivilisation.
Kapital ist ein Leistungsverstärker für das menschliche Tun und seine Qualität bemißt sich nach seinem Verstärkungsfaktor für eingesetzte Arbeitszeit.
Sowohl für den Einzelnen.
Als auch für das Volk.
Kapital dient zur Erhöhung des Wirkungsgrades eingesetzter Arbeitszeit zur letztlichen Schaffung von Wohlstand.
Und die Leistungsfähigkeit unseres Kapitals schafft bzw. repräsentiert unseren Wohlstand.
beipiele für Kapital : Kapital in uns und um uns, das individuelle und das gemeinsame, soziale, Kapital, das Wirtschaftskapital, das Staatskapital, das persönliche Kapital, in Geld meßbares Kapital oder auch in Geld nicht meßbares Kapital, ...
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