Wissenswert

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Wissenswert: Die US-Illusion von ewigem Wachstum

Die Krise sei nur kurz, versichert Barack Obama. Er verspricht Arbeitsplätze, Investitionen, Konjunkturanreize – kurzum: Wachstum. Doch dieses Dogma gerät künftig arg ins Wanken. Gegensteuern kann die Politik kaum.

Auto-Fabrik in Detroit: Ewiges Wachstum gibt es auch in den USA nicht.
Auto-Fabrik in Detroit: Ewiges Wachstum gibt es auch in den USA nicht.

LondonMitt Romney verspricht es den Amerikanern, und Barack Obama sowieso: Wachstum, Wachstum, Wachstum. Beide Präsidentschaftskandidaten beteuern Tag für Tag in ihren Wahlkampfauftritten, dass sie für mehr Arbeitsplätze und einen höheren Lebensstandard in Amerika sorgen werden.

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Doch das könne schwieriger werden, als den Politikern bewusst ist. Davon zumindest ist der US-Ökonom Robert Gordon überzeugt. Der Professor an der renommierten Northwestern University in Evanston bei Chicago prophezeit: Die Zeiten des hohen Wirtschaftswachstums sind in den USA ein für alle Mal vorbei. Wer nicht zum reichsten einen Prozent der Amerikaner gehöre, dürfe sich auf Jahrzehnte der Stagnation einstellen - unabhängig davon, ob Obama oder Romney die Wahl am 6. November gewinnt.

USA und Barack Obama

Eine Reihe von Faktoren führten dazu, dass das langfristige Wirtschaftswachstum in den USA auf unter ein Prozent pro Jahr fallen werde. Damit wäre es nur noch halb so hoch wie in den vergangenen 150 Jahren, schreibt Gordon in einem Arbeitspapier mit dem Titel „Is U.S. Economic Growth Over?“.

Darin stellt er eine zentrale Annahme der modernen Wachstumstheorie infrage: Dass Wirtschaftswachstum ein quasi automatischer Bestandteil unserer Volkswirtschaften ist. „Vor 1750 gab es quasi gar kein Wachstum“, betont der Forscher. „Daraus folgt: Es gibt keine Garantie, dass das Wachstum unendlich andauern wird.“

Früherer GE-Chef Welch wirft Obama Fälschung vor

Die Zahl der Arbeitslosen in den USA ist im September mit 7,8 Prozent auf den tiefsten Stand seit fast vier Jahren gefallen. Wahlkämpfer Barack Obama freut das. Der frühere General-Electrics-Chef sieht das anders.

Vor einem Jahr hatte bereits Tyler Cowen eine ähnliche These aufgestellt. In Zukunft werde es deutlich schwieriger, mit technischen Innovationen den Lebensstandard weiter anzuheben, schrieb der Professor an der George Mason University in seinem Buch „The Great Stagnation“. „Wir leben auf einem technologischen Plateau.“

  • 10.10.2012, 20:42 UhrTorsten_Steinberg

    Wie kann man nur so dumm, verbohrt und ignorant sein, dass man auch nur ein Fünkchen Zutrauen in ein grenzenloses US-Wachstum haben kann? So etwas gibt es doch nur in Deutschland!

  • 10.10.2012, 21:12 UhrBuerge-r

    Sehr guter Bericht. Wenn man einmal in Betracht zieht, dass ein ewiges quantitatives Wachstum so unwahrscheinlich ist wie körperliches Wachstum beim Menschen nach Ende der Pubertät und völlig natürlich und überhaupt nicht schlimm, muss man nur noch den zweiten Schritt tun und unser Wirtschaftssystem den neuen Gegebenheiten anpassen.

    Eigentumsrechte z.B. dürften in einer stagnierenden Wirtschaft deutlich relativiert werden, weil es keine Risiken mehr zu übernehmen gilt, bzw. der Wachstumswahn ohne organische Grundlage selbst zum zerstörerischen Risiko wird. Wird die Gesellschaft diese Transformation hinbekommen? Wenn ja stehen die Türen weit offen für neue Formen des z.B. geselschaftlichen Wachstums. Auch der Mensch wächst nach Ende der Pubertät so er ein gesundes forderndes und förderndes Umfeld hat ja weiter (Fähigkeiten, Kultur usw. ).

  • 10.10.2012, 21:33 UhrDagmarK

    Es kann zwangsläufig kein ewiges Wachstum geben. Einen Luftballon kann man ja auch nicht beliebig aufblasen, irgendwann platzt er.

    Das mit dem ewigen Wachstum kann nur funktionieren, wenn niemand Geld hortet und es jeder sofort wieder ausgibt. Und auch das funktioniert nur, wenn die Löhne und Gehälter laufend erhöht werden.

    Dafür braucht man keine teuren Ökonomen, das weiß eigentlich schon jedes Kind.

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